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 Volker Frechen




Wochenfotos 2012



  • X-Mess
  • KW 52: Weihnachtswert

    Nachdem die Welt auch in dieser letzten Woche des Jahres 2012 - und vermutlich auch darüber hinaus - weiterhin Bestand hat, darf an dieser Stelle das obligatorische Wochenfoto nicht fehlen.

    Zugegebenermaßen kommt der hier hergestellte Zusammenhang ein wenig konstruiert daher. Das eine mag zwar das andere bedingen, aber andersherum ist dies wohl kaum der Fall.

    Jedenfalls bin ich auf das Wochenfoto und den dazugehörigen Text gar nicht vorbereitet.

    Dies allerdings liegt nun weniger daran, dass ich mich stattdessen auf das prophezeite Ende der Welt einstimmen musste, als vielmehr auf das Weihnachtsfest.

    Somit wird der gesamte Einstieg in diesen Beitrag letztlich als überflüssiger Lückenfüller entlarvt.

    Kommen wir also zu dem wirklich Wesentlichen in dieser Woche:

    Ich wünsche allen eine schönes [nach eigenem Belieben zu ergänzen durch: besinnliches, fröhliches, ruhiges, erfülltes, gesegnetes, vergnügtes] Weihnachtsfest!

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  • Kirmes USA
  • KW 51: Wählenswert?

    Inoffiziell steht das Ergebnis ja schon seit dem 7. November 2012 fest: Barack Obama bleibt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

    In dieser Woche, am 17. Dezember, geht die formelle Bestätigung in die nächste Runde: Die bei der Wahl im November bestimmten Wahlmänner und Wahlfrauen geben nun ihrerseits ihre Stimme für den Präsidenten und seinen Vize ab.

    Am 6. Januar 2013 werden diese Stimmen dann ausgezählt, und Barack Obama als gewählter Präsident (mit hoher Wahrscheinlichkeit) offiziell bestätigt. Am 20. Januar schließlich wird er seinen Eid leisten und seine zweite Amtszeit antreten.

    Barack Obama hat damit weitere vier Jahre Zeit, seinen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. Denn bereits 2009 war ihm der Friedensnobelpreis verliehen worden - weniger für sein Wirken und Handeln, als vielmehr für seine Vision. Oder vielleicht auch eher für die Hoffnung, die in ihn gesetzt wurde.

    Doch für wen ist Barack Obama eigentlich noch Hoffnungsträger? Einer Umfrage zufolge wünschten sich 90 Prozent der Deutschen seine Wiederwahl. Ein irakischer Journalist hingegen fasste die Bewertung der beiden Kandidaten Obama oder Romney durch seine Landsleute folgendermaßen zusammen: Schlimm oder schlimmer.

    Wie immer, alles eine Frage der Perspektive. Die Hoffnung jedenfalls stirbt zuletzt. Wahrscheinlich an den Folgen einer Schussverletzung. Allerdings nur, wenn am 21. Dezember nicht gleich die ganze Welt untergeht.

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  • 121212
  • KW 50: Besuchenswert

    "Der Dom wankt in seinen Grundfesten", kommentierte Edvard Munch vor 100 Jahren die Wirkung der bahnbrechenden "Internationalen Kunstausstellung des Sonderbundes zu Cöln 1912".

    Rund 650 aktuelle Bilder aus dem In- und Ausland, darunter zahlreiche Werke von Van Gogh, Cézanne, Gauguin, Picasso, Schiele, Nolde und Macke wurden gezeigt. Munch selbst war mit 32 Bildern vertreten.

    Dem Kölner Wallraff- Richartz- Museum ist es gelungen, diese legendäre Ausstellung zu rekonstruieren. Nicht in ihrer ganzen Fülle - allein ein Fünftel der damals gezeigten Arbeiten gilt als verschollen, der Rest ist in Museen und in den Händen von Sammlern auf der ganzen Welt verstreut.

    Aber immerhin 120 Originalwerke sind nun unter dem Motto "1912 - Mission Moderne" wieder in einer gemeinsamen Ausstellung noch bis zum 30.12.2012 zu sehen.

    Die meisten Bilder sind inzwischen längst zu Klassikern der Moderne avanciert. Der Dom wird diesmal also weniger wegen der mit der Schau verbundenen Provokation als vielmehr wegen des Besucheransturms ins Wanken geraten.

    Dennoch: ein Besuch der Ausstellung ist heute wie damals sehr zu empfehlen (auch wenn nicht alle künstlerischen Positionen seinerzeit berücksichtigt wurden wie etwa der Futurismus und die russische Avantgarde). Denn wer weiß, ob die Ausstellung in 100 Jahren noch mal gezeigt wird.

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  • Land unter
  • KW 49: Bodenschatz

    Einen Tag bevor in dieser Woche der Nikolaus vorbeischaut, feiern wir den Weltbodentag.

    Bodentag, wieso Bodentag? - Damit wir uns vor Augen führen, dass auch Land und Boden eine begrenzte Ressource sind.

    Gegenwärtig werden etwa zwölf Prozent der Erdoberfläche als Anbaufläche genutzt. Es besteht wenig Potenzial, weitere Flächen zu erschließen.

    Stattdessen verlieren wir (im übertragenen, aber auch im wahrsten Sinne den Boden) immer mehr den Boden unter den Füßen.

    Experten schätzen, dass jährlich bis zu zwölf Millionen Hektar Ackerfläche verloren gehen - unter anderem durch Erosion, Übernutzung und Verwüstung. Das sind rund 3.805 Quadratmeter pro Sekunde.

    Die Pro-Kopf-Ackerfläche ist im weltweiten Mittel bereits auf unter 0,2 Hektar geschrumpft, was natürlich auch mit der wachsenden Erdbevölkerung zusammenhängt.

    In Anbetracht dessen, dass wir unsere Nahrung zu über 90 Prozent an Land gewinnen, sollte uns diese Entwicklung wieder einmal mehr alarmieren als die ein oder andere Finanzkrise.

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  • Die Lösung?
  • KW 48: Lesenswert?

    War es letzte Woche noch das Fernsehen, ist es diese Woche schon die Zeitung; denn am 26.11 ist Welttag der Zeitschriften.

    Statt schnöder Zahlen gibt es diesmal wieder eine kleine Geschichte - und zwar über den Vater der gedruckten Zeitung. Das Ganze wird garniert mit einem Bilderrätsel aus einer Zeitung längst vergangener Tage. Ein Klick aufs Bild verrät die Lösung. Jetzt aber die Geschichte:

    1625 druckt Johann Carolus (1575-1634) eine Chronik der Stadt Straßburg. Hier, in der freien Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich, betreibt er eine Buchdruckerei. Dass er selbst einmal in die Geschichtsbücher eingeht, hat er wohl kaum vermutet.

    Seine Zeitung „Relation“, die ab 1605 wöchentlich erscheint, entspringt in erster Linie betriebswirtschaftlichen Überlegungen. Denn mit der Verbreitung von Nachrichten hat er schon vorher sein Geld verdient – wie andere übrigens auch. Handschriftlich werden per Post eingehende Nachrichten zusammengetragen und an Abonnenten verkauft. Das allerdings ist mühsam und zeitaufwendig.

    Als Johann Carolus im Oktober 1604 eine Druckerei kauft, mag es naheliegen, die Nachrichtenblätter nicht mehr per Hand, sondern maschinell zu vervielfältigen. Das spart Zeit und lässt eine höhere Auflage zu, eine einfache Rechnung.

    Ihm ist schon klar, dass die Idee gar nicht so schlecht ist. Aus Angst vor Nachahmern beantragt Johann Carolus beim Stadtrat ein Monopol auf den Zeitungsdruck. Sein Anliegen wird abgelehnt, entmutigen lässt er sich aber nicht. Woche für Woche druckt er die neuesten Nachrichten aus Wien, Prag, Venedig und anderen Städten. Bis weit über seinen Tod hinaus wird die „Relation“ erscheinen.

    Was die „Relation“ so besonders macht: Sie ist die erste Zeitung, die dieser Bezeichnung nach heutigem Verständnis gerecht wird – und damit die erste Zeitung der Welt. Die „Relation“ bringt regelmäßig aktuelle Nachrichten aus aller Welt und steht einem (theoretisch) unbegrenzten Leserkreis zur Verfügung. All das, was eine moderne Zeitung ausmacht.

    Glücklicherweise behält Johann Carolus mit seiner Befürchtung recht: Seine Idee findet Nachahmer und breitet sich schnell zunächst in Zentraleuropa, schließlich auf der ganzen Welt aus. Eine neue Ära des Informationszeitalters ist angebrochen, und Johann Carolus hat sich – auch ohne Monopol – seinen Platz in der Geschichte gesichert.

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  • TV fatal
  • KW 47: Sehenswert?

    Zum Welttag des Fernsehens (21.11.) gibt es in dieser Woche keine Geschichte der "Television", sondern nur ein paar Zahlen aus dem Statistischen Jahrbuch 2012.

    In 96,2 Prozent aller deutschen Haushalte ist mindestens ein Fernseher vorhanden. Eine Quote, die deutlich den Ausstattungsgrad von PKW (77,9 %) und Fahrrädern (81,0%) übertrifft.

    Auch Computer (82,0 %), Mikrowellen- (72,0 %) und Navigationsgeräte (38,9 %) haben noch längst nicht Einzug in jeden Haushalt erhalten, während Handys hingegen mit einer Verbreitung von 90 Prozent mit dem TV schon fast gleich auf sind.

    Im so genannten Ausstattungsbestand, ein Wert, der angibt, wie viele Geräte durchschnittlich in einem Haushalt vorhanden sind, haben die Mobiltelefone die Zahl der Fernseher inzwischen schon überholt: Im Mittel finden sich 1,6 Fernseher, aber knapp 1,7 Handys pro Haushalt.

    Auf den ersten Blick könnte optimistisch stimmen, dass immerhin auch 1,8 Fahrräder in deutschen Garagen und Kellern stehen. Ich fürchte aber, dass sie seltener zum Einsatz kommen als die 1,6 Fernsehgeräte.

    Da in diese Woche auch der Welttoilettentag fällt (19.11.), noch eine Zahl zum Abschluss: Nach Angaben von UNICEF verfügen noch immer 2,5 Milliarden Menschen über keine ausreichenden sanitären Einrichtungen. Das sind etwa 36 Prozent unserer Erdenmitbürger.

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  • Ohrensause
  • KW 46: Ohrenwert

    Da in diese Woche der Weltstudententag (17.11.) fällt und der Tag der Erfinder (9.11.) auch noch nicht lange her ist, stelle ich heute eine Innovation vor, die mir vor kurzem in der Kölner Unibib aufgefallen ist, nämlich den Ohrstöpselautomaten.

    Für einen Euro können dort Ohrstöpsel erworben werden, damit Lesen und Lernen nicht länger durch lästigen Lärm beeinträchtigt werden. Dank wiederverschließbarer Kapsel sind die Stöpsel auch für einen mehrfachen Einsatz geeignet.

    Hinter der pfiffigen Idee stecken zwei (Ex-) Studenten aus Wien, die sich 2010 in der HW Good Company OG zusammengetan haben. Inzwischen finden sich die Automaten im Design alter Kaugummiautomaten in immer mehr Bibliotheken in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich.

    Die Ohrstöpselautomaten werden dort kostenfrei aufgestellt, gewartet und unterhalten. Neuerdings richtet sich das Angebot auch an Konzertbetreiber. Weitere Einsatzorte lassen sich bestimmt noch finden und erschließen.

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  • Notenschnitt
  • etunimegiewhcS :54 WK
    ...
    ...

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    ...

    ...

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  • Der einzig Wahre?
  • KW 44: Ode Cologne (3/3)

    1723 beziehen die Farina-Brüder Johann Baptist und Johann Maria das Haus Obenmarspforten 23, gegenüber dem Jülichs-Platz gelegen. Unter dem Namen „Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichplatz“ erlangt ihre Firma schon bald Weltruhm – und besteht bis heute. Sie gilt damit als älteste bestehende Parfümerie und Parfümfabrik.

    Auch Johann Paul Feminis Geschäfte laufen gut. Er erlangt beträchtlichen Wohlstand, doch seine Kinder sterben zu früh, als dass sie seine Nachfolge antreten könnten. Vielleicht der Grund, warum er Johann Anton Farina, Sohn des Karl Hieronymus Farina und Ehemann seiner Nichte Maria Franciska Jacobe, in das Geheimnis seines Duftwassers einweiht. Johann Anton gründet schließlich 1750 ein eigenes Geschäft in Köln, das ab 1768 unter dem Namen „Johann Anton Farina zur Stadt Mailand“ firmiert und Feminis' Duftwasser vertreibt.

    Johann Paul Feminis stirbt am 28. November 1736 in Köln. Dass seine Erfindung in den folgenden Jahren zunehmend mit dem Namen Farina verknüpft wird, erlebt er nicht mehr – vielleicht hätte es ihm auch gar nichts ausgemacht. Dass aber die Nachkommen der Farina-Brüder im Neunzehnten Jahrhundert verbittert darüber streiten, wer das einzig wahre Kölnisch Wasser produziere, hätte vielleicht ihn und auch die Farina-Brüder selbst gewurmt. Vielleicht auch, dass er in der Firmengeschichte der bis heute bestehenden Farina-Firma keinerlei Erwähnung findet.

    Und letztlich vielleicht auch, dass sich Wilhelm Mülhens, der Gründer von 4711, den Namen Farina erkaufte und sogar an die 30 Male weiterverkaufte, was zur Folge hatte, dass 1819 mehr als 50 Kölnisch-Wasser-Fabriken mit dem Namen Farina gelistet werden. Erst im November 1874 wurde das erste deutsche Markenschutzgesetz verabschiedet, die ersten drei in Köln eingetragenen Marken waren Farina-Marken.

    Es bleibt also festzuhalten:

    Wilhelm Mülhens war in der Tat ein findiger (und nicht minder windiger) Geschäftsmann, der Erfinder des Eau de Cologne war er indes nicht.

    Johann Maria Farina wird in den überwiegenden Quellen als Erfinder des Eau de Cologne genannt und entsprechend gewürdigt. Seine Firma, bis heute in Familienbesitz, feierte 2009 ihr 300-jähriges Jubiläum.

    Über Johann Paul Feminis hingegen finden sich nur wenige Nachweise. Als (möglicherweise) wahrer Erfinder des Eau de Cologne gerät er zunehmend in Vergessenheit.

    Ein Kompromiss in der Darstellung findet sich auf der Website der Gemeinde Santa Maria Maggiore, aus der sowohl die Feminis als auch die Farinas ursprünglich stammen: (…) Giovanni Paolo Femminis, benefattore emigrante e inventore dell’aqua mirabilis, essenza lenitiva che venne poi diversamente commercializzata da Giovanni Maria Farina come ricetta base della più famosa Acqua di Colonia.

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  • Der Dom zu Köln
  • KW 43: Ode Cologne (2/3)

    An der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert zählt Köln rund 40.000 Einwohner. In der Stadt stinkt es zum Himmel. Toiletten sind Mangelware. Auf Körperhygiene wird – aus Angst vor Krankheiten – lieber verzichtet. Müll und Pferdemist säumen die Straßen und Plätze. Der ideale Nährboden also für eine dufte(nde) Erfindung.

    Gegen 1693 kommt ein gewisser Giovanni Paolo Feminis nach Köln. Er ist um die 30 und soll seiner verwitweten Tante im Geschäft helfen. Er stammt gebürtig aus Santa Maria Maggiore, einer kleinen Gemeinde im Val Vigezzo in Norditalien.

    Feminis ist nicht der einzige Italiener in Köln. Das „Rom des Nordens“, wie Köln (neben etlichen anderen Städten) mitunter bezeichnet wird, zieht im 17. und 18. Jahrhundert viele seiner Landsleute, insbesondere aus dem Valle Vigezzo an den Rhein.

    Am 8. Juni 1695 erhält Feminis, nunmehr als Johann Paul Feminis registriert, seine Handelserlaubnis. Er versteht sich auf den Handel mit Zucker und Südfrüchten, unterhält alsbald ein blühendes Geschäft, verliebt sich und heiratet die Rheinländerin Anna Sophie Reffartz. Nebenbei beginnt er etwas Neuartiges zu kreieren, ein Duft- und Heilwasser, ein Aqua Mirabilis, das seinerzeit Seinesgleichen sucht.

    Wenige Jahre später lassen sich auch vier Brüder mit dem Namen Farina am Rhein nieder, sie stammen ebenfalls aus Santa Maria Maggiore. Die Familien Feminis und Farina kennen sich. Sie sind auf vielfältige Weise miteinander verbandelt – geschäftlich, freundschaftlich und verwandtschaftlich. Gemeinsame Geschäfte werden abgeschlossen. Untereinander werden Patenschaften für die Nachkommen übernommen. Zwei Nachkommen der Farina-Brüder Karl Hieronymus und Julius heiraten Feminis’ Nichten.

    Auch die Farinas gründen ihre eigenen Geschäfte. Karl Hieronymus und Julius lassen sich in Düsseldorf nieder. Johann Baptist Farina eröffnet 1709 ein kleines Ladengeschäft in Köln. Sein Sortiment umfasst „Französisch Kram“, wie zunftfreie Luxus-Artikel wie Seide, Spitzen, Handschuhe und Duftwasser bezeichnet werden. 1714 wird sein Bruder Johann Maria sein Kompagnon.

    Johann Baptist und Johann Maria Farina vertreiben bald ebenfalls ein neuartiges Duftwasser, ein Duft, so Johann Maria Farina, „wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen“. Das Neuartige wie bei Feminis: einerseits hebt sich der Duft von den schweren Düften der damaligen Zeit ab, andererseits ermöglicht die Technik des Destillierens ein gleichbleibendes Duftwasser zu produzieren.

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  • Das Wasser von Köln
  • KW 42: Ode Cologne (1/3)

    Was haben Napoléon Bonaparte und Bill Clinton gemeinsam? Beiden wird eine Vorliebe für Eau de Cologne nachgesagt – und zwar für das Echte.

    Doch was heißt hier eigentlich echt? Nicht nur in Köln steht „4711“ oft als Inbegriff für Echt Kölnisch Wasser. Doch die Geschichte des Aqua Mirabilis, wie das Kölnisch Wasser anfangs bezeichnet wurde, beginnt bereits ein Jahrhundert vor der 4711- Firmengründung.

    Es ist die Geschichte zweier Familien, deren Mitglieder miteinander kooperieren und untereinander konkurrieren. Eine Geschichte um Produktpiraterie und das Ringen um Markenrechte. Eine Geschichte, die bis heute erfolgreich andauert – und doch wird über den wahren Erfinder des Eau de Cologne weiterhin gestritten.

    In den nächsten beiden Wochen folgt eine Geschichte über den Ursprung des "Echt Kölnisch Wasser" in zwei Teilen (KW 43 und 44).

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  • Wortsalat
  • KW 41: Auf Anfang

    In der 52. Kalenderwoche 2011 habe ich eine Prognose abgegeben, welches Wort von der "Gesellschaft für deutsche Sprache" (GfdS) rückblickend zum "Wort des Jahres" erkoren wird (irgendwas mit "Euro").

    Mit meiner Vermutung lag ich daneben, wie die folgende Auflistung zeigt. Da das Wort des Jahres seit nunmehr 40 Jahren bestimmt wird, zum Jubiläum hier eine Übersicht aller bisherigen Spitzenreiter:


    Wörter des Jahres:

    2011: Stresstest
    2010: Wutbürger
    2009: Abwrackprämie
    2008: Finanzkrise
    2007: Klimakatastrophe
    2006: Fanmeile
    2005: Bundeskanzlerin
    2004: Hartz IV
    2003: das alte Europa
    2002: Teuro
    2001: der 11. September
    2000: Schwarzgeldaffäre
    1999: Millennium
    1998: Rot-Grün
    1997: Reformstau
    1996: Sparpaket
    1995: Multimedia
    1994: Superwahljahr
    1993: Sozialabbau
    1992: Politikverdrossenheit
    1991: Besserwessi
    1990: die neuen Bundesländer
    1989: Reisefreiheit
    1988: Gesundheitsreform
    1987: Aids, Kondom
    1986: Tschernobyl
    1985: Glykol
    1984: Umweltauto
    1983: heißer Herbst
    1982: Ellenbogengesellschaft
    1981: Nulllösung
    1980: Rasterfahndung
    1979: Holocaust
    1978: konspirative Wohnung
    1977: Szene
    1971: aufmüpfig


    Unwörter des Jahres:

    2011: Döner-Morde
    2010: alternativlos
    2009: betriebsratsverseucht
    2008: notleidende Banken
    2007: Herdprämie
    2006: Freiwillige Ausreise
    2005: Entlassungsproduktivität
    2004: Humankapital
    2003: Tätervolk
    2002: Ich-AG
    2001: Gotteskrieger
    2000: national befreite Zone
    1999: Kollateralschaden
    1998: sozialverträgliches Frühableben
    1997: Wohlstandsmüll (arbeitsunfähige Kranke)
    1996: Rentnerschwemme
    1995: Diätenanpassung
    1994: Peanuts
    1993: Überfremdung
    1992: ethnische Säuberung
    1991: ausländerfrei


    Zur Info:
    Das Wort des Jahres wird seit 1972 jeweils zu Beginn eines Jahres für das Vorjahr von der GfdS bestimmt. Das Unwort des Jahres wird erst seit 1991 (und seit 1994 von einer institutionell unabhängigen Jury) gewählt. Quelle: Internetseite der GfdS

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  • Katzenpost
  • KW 40: Ab die Post

    Zum Weltposttag (am 5.10.) gibt es in dieser Woche eine kleine Geschichte über die Entstehung der Post. Und da in diese KW auch der Welttierschutztag fällt (4.10.), wird das Ganze garniert mit einem Katzenbriefkasten.

    Hier die Geschichte:

    Vermutlich schicken wir uns Nachrichten, seitdem wir begonnen haben zu schreiben. Auch wenn es anfangs noch an transportablen Datenträgern hapert, von der Infrastruktur mal ganz zu schweigen.

    Ein geregelter Kurierdienst ist erstmals unter dem Perserkönig Kyros II. (ca. 585–530 v. Chr.) verbrieft. Über feste Posten und Boten steht er mit sämtlichen Statthaltern seiner Provinzen in Kontakt. Auch in anderen – wenn nicht in allen – „großen Kulturen“ finden sich vergleichbare Einrichtungen.

    Es überrascht, dass in der Antike bereits das Prinzip des Stafettenwechsels verbreitet ist: Die Nachricht wird nicht von ein und demselben Boten zugestellt, sondern an festen Stationen von Bote zu Bote weitergereicht. Der große Vorteil dieser Arbeitsteilung: die Nachricht erreicht den Empfänger deutlich schneller.

    Das sieht im Europa des Mittelalters ganz anders aus. Zentrale Organisation? Feste Strecken und Posten mit Stafettenwechsel? Fehlanzeige. Stattdessen erlangt das einfache Botenwesen seine Blütezeit. Könige, Klöster, Städte, Universitäten, Kaufleute – wer es sich leisten kann und Bedarf an überregionalem Austausch hat, schickt seine eigenen Boten.

    Statt auf Schnelligkeit wird auf die direkte Zustellung gesetzt. Die dem Boten anvertraute Nachricht wird dem Adressaten in der Regel persönlich ausgehändigt.

    Ende des 14. Jahrhunderts entstehen dann wieder Kurierdienste, die sich der Stafette bedienen. Zunächst ausschließlich im Herzogtum Mailand, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts dann an verschiedenen Stellen Europas.

    Mehr als ein weiteres Jahrhundert vergeht, bis schließlich auch die Post geboren wird, jene Dienstleistung zur Übermittlung von Nachrichten, die auch Privatpersonen offen steht. Denn alle bisherigen Wege der Nachrichtenübermittlung dienten ausschließlich den jeweiligen Herrschern oder den sie betreibenden Institutionen.

    Erst mit dem Aufbau stabiler Postkurse im „Heiligen Römischen Reich“ erhält auch die Allgemeinheit nach und nach Zugang zum Postsystem. Dies ist kein erklärtes Ziel und auch nicht einem partizipatorischen Ideal entsprungen. Und selbstverständlich ist dies nicht der Verdienst einer einzelnen Person.

    Dennoch steht am Anfang eine Person, die 1490 mit dem Aufbau der ersten habsburgischen Postverbindung beginnt, aus der sich letztlich die moderne Post entwickelt, nämlich Jannetto Tasso (um 1450-1517/18) aus der Lombardei.

    Für viele Historiker ist 1490 daher das Geburtsjahr der Post, für manch einen sogar der Beginn einer Kommunikationsrevolution.

    Für Jannetto Tasso bedeutet es einen gewaltigen Karrieresprung mit einem tragischen Ende. Denn als er sich zur Ruhe setzen will, gerät er zwischen zwei politische Fronten. Seinen Lebensabend verbringt er daher im Gefängnis. Seine Familie jedoch, heute unter dem Namen "von Thurn und Taxis" bekannt, wird die Post in den nächsten Jahrhunderten weiter prägen.

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  • Herzschmerz
  • KW 39: Von Herzen

    Im Rahmen der letzten Ausstellung (MIKADO: Opus V im Museum Zündorfer Wehrturm) habe ich eine Mini-Retrospektive meines collagierten Schaffens gezeigt (vgl. KW 34).

    Beim Sichten meiner bis dato entstandenen Arbeiten bin ich auf eine Collage aus dem Jahr 1988 gestoßen, die ich nun für das "Foto der Woche" ausgewählt habe.

    Das Besondere daran ist weniger die Collage selbst, als vielmehr der Zeitpunkt ihres Entstehens.

    Bislang hatte ich den Beginn meiner Collagen immer mit 1992 beziffert. Daher kam ich auch darauf, zum vermeintlich 20-jährigen Jubiläum eine Art Retrospektive zu zeigen (die beiden anderen Gründen waren zum einen, dass ich eine große Wandvitrine zur Verfügung hatte und zum anderen, dass ich im Nachbarort von Zündorf aufgewachsen bin).

    Dies ändert nun nicht wirklich viel. Denn ab 1992 habe ich mich (mehr oder weniger) bewusst der Collage als Ausdrucksform verschrieben und seitdem konsequent ihre Ausdrucksmöglichkeiten ausgelotet.

    Dennoch ist es eine Randnotiz wert - und auch hier gibt es wieder einmal eine kalendarische Passung zum Bild, denn am 29.9. ist der Weltherztag (jährlich immer am letzten Sonntag im September).

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  • 1916 und jederzeit
  • KW 38: Frieden, fraglich

    Zum Internationalen Tag des Friedens (21.9.) gehen mir drei Fragen durch den Kopf:

    1.) Wie kann es sein, dass alle ständigen Mitglieder des sogenannten Weltsicherheitsrats (also die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China) zugleich die größten Waffenlieferanten der Welt sind?

    In anderen Kontexten würde wohl von Befangenheit oder einem Interessenskonflikt gesprochen werden, nicht so, wenn es um die "Wahrung des Weltfriedens" geht, wie es in den Statuten der UN so schön und ambitioniert heißt.

    2.) Wie ist zu rechtfertigen, dass eine Nation, die zwei Weltkriege angezettelt hat, heute der drittgrößte Waffenexporteur der Welt ist?

    3.) Als wie glaubwürdig kann die Aussage einer Person, nehmen wir zum Beispiel mich, zum Thema Frieden bewertet werden, die in einem der Länder lebt, dessen Wohlstand in hohem Maße auf Waffenexporten beruht?

    Nur der Vollständigkeit halber: Nach Analyse des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) waren die weltgrößten Waffenexporteure in 2010 (in der Reihenfolge ihres Exportvolumens) die USA, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China und Spanien.

    Beim Wochenfoto handelt es sich um eine Postkarte aus dem Jahre 1916. Urheber und abgebildete Person konnten leider nicht mehr ermittelt werden.

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  • Klimarätsel
  • KW 37: Verschwindend gering

    Vor zwei Wochen war es den meisten Medien eine Meldung wert: Das Meereis in der Arktis hat einen historischen Tiefstand erreicht.

    Vielleicht wird das Thema in dieser Woche zum "Internationalen Tag zum Schutz der Ozonschicht" (16.9.) noch einmal aufgegriffen.

    Doch dann wird das Interesse zurückgehen wie zuvor das Eis. Auch wenn der Potsdamer Professor Stefan Rahmstorf davon überzeugt ist, dass die Eisschmelze in der Arktis langfristig wesentlich folgenreicher ist, als die meisten aktuell in den Medien diskutierten Themen, einschließlich der Euro-Krise.

    Diese Diskrepanz ist nicht neu und vermutlich auch Teil des Problems: Die Zahl derer, die nicht an den Klimawandel (als vom Menschen beeinflusstes Phänomen, das zur Erderwärmung führen wird) glauben, ist nach wie vor erstaunlich hoch.

    27,5 Prozent aller Deutschen bezweifeln, dass eine Erderwärmung eintritt, während 97,5 Prozent der Klimaforscher/-innen darin weitgehend übereinstimmen.

    Abschließend nur mal so am Rande: Eine ungleiche Verteilung derjenigen Kosten, die die Energiewende in Deutschland mit sich bringt, wird den Skeptikern weiteres Wasser auf die Mühlen gießen.

    [Die Zahlen stammen aus einer von der Bundespresse-Konferenz 2009 in Auftrag gegebenen Studie sowie einer Befragung von Peter T. Doran und Maggie Kendall Zimmerman, ebenfalls aus 2009]

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  • quer gedacht
  • KW 36: Immaterielle Welt

    Nachdem in KW 16 der Internationale Denkmaltag gefeiert wurde, findet in dieser Woche, um genau zu sein am 9.9., der (nationale) Tag des offenen Denkmals statt.

    Zu diesem Anlass öffnen viele historische Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Pforten.

    Das Wochenfoto passt dazu aus zweierlei Gründen:
    1. In diese KW, nämlich auf den 8.9., fällt auch der Welt- Alphabetisierungstag.
    2. In KW 13 habe ich mich mit dem immateriellen Kulturerbe befasst und ein Foto aus derselben Serie verwendet.

    Und da die offenen Denkmäler allein durch ihre materielle Präsenz genügend Aufmerksamkeit genießen, greife ich heute die in KW 13 aufgeworfenen Frage wieder auf, welches immaterielle Kulturerbe im deutschen Lande zu finden ist.

    Es folgt eine unkommentierte Liste mit Aspekten, die von verschiedenen Seiten bereits in die Diskussion eingebracht wurden:

    - Allemannische Fastnacht
    - Brotkultur
    - Bierbrauerei
    - Buchdruckerkunst
    - Dialekte
    - Fränkische Osterbrunnen
    - Grünkohl- und
      Pinkel-Fahrten
    - Handwerk als Prinzip
    - Kneippkuren
    - Märchen
    - Oktoberfest
    - Puppentheater
    - Regionalsprachen
      (wie etwa Sorbisch
      und Friesisch)
    - Rheinischer Karneval
    - Steillagenweinbau

    Nun mag jede/r selbst überlegen, welcher Stellenwert dem Genannten im Vergleich zur Peking-Oper, dem argentinischen Tango, der Mittelmeerküche, dem Karneval im belgischen Binche und dem türkischen Öl-Ringkampf (allesamt als immaterielles Kulturerbe anerkannt) zuzuschreiben ist.

    Damit dieses oder jenes als Kulturerbe anerkannt werden kann, muss Deutschland allerdings zunächst das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes ratifizieren. So wie es aussieht, könnte dies noch in 2012 geschehen. Damit wäre Deutschland das 144. Welterbe-Beitrittsland.

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  • Verlorenes Bild
  • KW 35: Weite Welt

    Niemand weiß, wie viele Internetseiten es derzeit im World Wide Web gibt. Schätzungen gehen von mehr als einer Billionen Urls aus.

    Die vom WWW-Entwickler Sir Tim Berners-Lee gegründete "World Wide Web Foundation" wird nächsten Monat erstmals den "Web-Index" veröffentlichen.

    Der zukünftig einmal jährlich erscheinende Index soll auch Antwort auf die Frage geben, wie groß das WWW tatsächlich ist?

    Die Zahl aller ins Netz gestellten Bilder jedenfalls erreicht inzwischen eine exorbitante Größe.

    Verloren geht zwar keins der Bilder, doch gefunden wird noch längst nicht jedes.

    Abschließend noch zwei Dinge am Rande:

    1.) Die Top 10 der über google in Deutschland in 2011 gesuchten Bilder lautet: Wallpaper, Tattoo, BMW, Liebe, Baby, Mercedes, Auto, Pink, Hund, Blumen.

    2.) Am 30.8. findet der Internationale Tag der Verschwundenen statt.

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  • Anfang der Collagen
  • KW 34: Collagierte Welt

    Im frühen 20. Jahrhundert entsteht mit der Collage eine neue Kunstform, die den bestehenden Kunstbegriff radikal in Frage stellt.

    Die Legende besagt, dass Raoul Hausmann (1886-1971) 1918 die Idee dazu hatte. Seinerzeit waren Fotomontagen als Erinnerung an den Militärdienst verbreitet. Lithografien zeigten den Korpus eines Soldaten vor einer bestimmten Kaserne. Durch Aufkleben des entsprechenden Kopfes wurde das Bild personalisiert.

    Beim Betrachten eines solchen Bildes durchfuhr es Raoul Hausmann wie einen Blitz: Wie wäre es, Bilder zu machen, die ganz und gar aus zerschnittenen Fotos bestehen?!

    Es dauerte nicht lange, bis die Idee von mehr und mehr Künstlerinnen und Künstlern, insbesondere im Kreise der Dadaisten, aufgegriffen wurde. Neben Hausmann waren dies etwa Hannah Höch, Kurt Schwitters, John Heartfield, George Grosz und László Moholy-Nagy.

    1931 dann eine erste Ausstellung im Kunstgewerbemuseum in Berlin, die sich ausschließlich der Collage und Foto-Montage widmete. Die Collage ist seitdem endgültig als Kunstform akzeptiert.

    Ich selbst kam zur Collage, weil ich durch Kunst nicht neuen Müll schaffen wollte. In meinem kreativen Schaffen nimmt die Collage daher seit 1992 einen wesentlichen Schwerpunkt ein.

    In der kommenden MIKADO-Ausstellung zeige ich aus Anlass meines 20-jährigen Collagen-Jubiläums eine kleine Retrospektive von in dieser Zeit entstandenen Arbeiten. Außerdem stelle ich neun großformatige Collagen aus, die das Ergebnis meiner Auseinandersetzung mit dem Jahr `61 darstellen.

    Eröffnung ist am Sonntag, 26.8.2012, 15 Uhr, im Museum Zündorfer Wehrturm, Hauptstraße 181, 51143 Köln.

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  • Zwei linke Hände?
  • KW 33: Gelinkte Welt

    Was haben Paul Klee, Jörg Immendorf und Michelangelo gemeinsam - abgesehen davon, dass sie Künstler waren?

    Alle drei waren Linkshänder - so wie zwischen zehn und dreißig Prozent der Bevölkerung (je nach Hochrechnung und Definition).

    Das heißt nicht zwangsläufig, dass Linkshänder kreativer sind als Rechtshänder (ich hätte auch fragen können: Was verbindet Barack Obama, Bill Clinton und George Bush Senior?).

    Tatsächlich ist über die Ursachen und Auswirkungen der Linkshändigkeit bislang nur wenig bekannt.

    Die Forschung hängt da ein wenig hinterher. Wohl auch weil Linkshändigkeit zu lange als Defizit angesehen wurde, das es umzupolen galt.

    Mit Sicherheit lässt sich aber sagen, dass Personen, die die linke Hand bevorzugen, in einer durch Rechtshänder dominierten Welt benachteiligt sind.

    Um genau darauf aufmerksam zu machen, hat der US-Amerikaner Dean Campbell den 13. August zum Internationalen Linkshändertag erkoren.

    Übrigens war Michelangelo genau genommnen eher ein Beidhänder. Denn die gibt's auch.

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  • Hesses Siddharta: seit 90 Jahren zeitlos
  • KW 32: Hermanns Welt

    Sein letztes großes Werk, „Das Glasperlenspiel“, habe ich bis heute nicht gelesen. Ob es dafür inzwischen zu spät ist?

    Der Literaturkritiker Tilman Krause zumindest ist der Auffassung, „wer ihn als Erwachsener noch toll findet, verfügt über zu wenig ästhetisches Empfinden“.

    Die Rede ist von Hermann Hesse, dessen Todestag sich am 9. August zum 50. Mal jährt.

    Wirklich überzeugt hat er das Gros der Literaturkritiker nie. Sein Schreibstil ist leicht verständlich, seine Werke scheinen immer wieder um die gleiche Thematik zu kreisen.

    Dennoch wurde ihm 1946 der Nobelpreis für Literatur zugesprochen. Und trotz aller Kritik zählt er bis heute zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren weltweit.

    Im Index Translationum, einer UNESCO-Datenbank, in der internationale Buchübersetzungen verzeichnet sind, rangiert er auf Platz 35. Vor ihm liegen aus dem deutschen Sprachraum lediglich die Gebrüder Grimm, Karl Marx und Rudolf Steiner.

    Im Projekt Lebensbücher des (ehemaligen) Verlegers Fritz Panzer belegt Hesse gleich mit drei Büchern (Siddharta, Steppenwolf, Narziss und Goldmund) Plätze in der Top Ten. Hierbei werden Personen gebeten, spontan die drei wichtigsten Bücher in ihrem Leben zu nennen. Bislang sind etwa 7.500 Nennungen erfasst.

    Hermann Hesse hat es offensichtlich verstanden, seine Leserschaft zu berühren - vor allem in der Adoleszenz (dass in diese Woche, nämlich auf den 12.8., auch der Internationale Tag der Jugend fällt, mag nichts weiter als eine Koinzidenz sein.).

    Popularität sagt selbstverständlich noch nichts über die literarische Qualität aus. Vielleicht sollte ich mich aber einfach mal am "Glasperlenspiel" versuchen. Hesses vielzitierte "Stufen" jedenfalls haben mir bislang noch in jeder Lebensphase etwas gegeben

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  • Die Kleinen der Welt
  • KW 31: Kleine Welt

    Jeder Mensch ist mit jedem anderen Menschen über sechs Ecken bekannt. So lautete 1967 das Postulat des Psychologen Stanley Milgram, das als "Kleine-Welt-Phänomen" bekannt wurde.

    Zum Internationalen Tag der Freundschaft am 30.7. gehe ich diesmal der Frage nach, ob die Welt wirklich ein Dorf ist und ob wir uns heutzutage sogar noch näher stehen als 1967?

    Milgrams eigene Untersuchungen sind eher bescheiden ausgefallen. Probanden sollten versuchen, ein Paket an einen ihnen unbekannten Empfänger zu übermitteln, indem sie es an eine ihnen bekannte Person weiterreichen usw. Die meisten Pakete kamen niemals an.

    Diverse Untersuchungen folgten. Oftmals wurde die Zahl 6 (mal mehr, mal weniger überzeugend) bestätigt. In jüngerer Zeit sind vor allem Studien im Rahmen sozialer Netzwerke im Internet durchgeführt worden.

    Eine von Facebook durchgeführte Studie kam Ende 2011 gar zu dem Ergebnis, dass zwei beliebige Menschen mittlerweile über 3,7 Personen miteinander verbunden sind. Immerhin: die Stichprobengröße war mit 721 Millionen aktiven Nutzern beachtlich.

    Eigentlich eine tröstliche Vorstellung: Wir rücken näher zusammen. So chaotisch und undurchschaubar die Welt manchmal auch ist, immerhin sind wir miteinander verbunden.

    Allerdings trügt der Schein ein wenig. Die vorhandenen Vernetzungen bestehen überwiegend in nationalen Grenzen, nämlich zu 84 Prozent. Der Kontakt in die große Welt läuft in der Regel über wenige Knotenpunkte, Personen mit vielen, weltweiten Kontakten, für die die Welt tatsächlich ein Dorf geworden sein mag. Durchschnittlich verfügt ein Facebook-Mensch jedoch über nur 100 Kontakte.

    Darüber hinaus lässt das „Kleine-Welt-Phänomen“ vergessen, dass die Welt nicht nur durch territoriale, sondern in hohem Maße auch durch soziale Grenzen bestimmt ist. Wohlstand, Geschlecht, Hautfarbe, Klasse, all das nimmt Einfluss darauf, wie klein die Welt einem Menschen erscheinen mag. Für die meisten Menschen gilt nach wie vor: Nicht die Welt ist klein, sondern die Möglichkeiten ihrer Teilhabe sind es.

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  • Uroboros freut sich auch
  • KW 30: Freu Dich

    Sie ist wohl eher einem Freundschaftsdienst als einem Musenkuss entsprungen, jene pathetische "Ode an die Freude", die mehr als 100 Mal vertont wurde.

    Friedrich Schiller soll die Ode 1785 auf Wunsch seines Freundes und Gönners Christian Gottfried Körner verfasst haben.

    Später (1800) schreibt Schiller der Ode jeglichen Wert für die Welt und für die Dichtkunst ab - auch wenn sie schon zu seinen Lebzeiten einige Popularität genießt.

    Die zweifelsohne bekannteste Vertonung durch Ludwig van Beethoven (1823) erlebt Schiller nicht mehr. Er stirbt bereits 1805.

    Dass nun aber Beethovens Version sehr viel später sogar zur Hymne erkoren wird, nämlich der Europas, haben sich vermutlich weder Beethoven noch Schiller jemals ausmalen können. Ob sie sich darüber gefreut hätten?

    Und dass Schillers handschriftliches Manuskript der Ode 2011 zu einem Preis von einer halben Millionen Schweizer Franken versteigert wird, während sein Verfasser zu Lebzeiten viele Jahre in prekären Verhältnissen lebte - ob er sich darüber gefreut hätte?

    Wie auch immer: am 24. Juli ist der "Tag der Freude". Freuen wir uns!

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  • Sonnenklar
  • KW 29: Zwerg Sonne

    Vor einigen Wochen habe ich im Zusammenhang mit der Sonne den Begriff des "Gelben Zwergs" einfließen lassen (vgl. KW 18).

    Auch wenn es sich nicht um einen feststehenden Begriff handelt, werden häufig solche Sterne als "Gelbe Zwerge" bezeichnet, die mit der Sonne in Masse und Größe vergleichbar sind.

    Daneben gibt es Rote, Blaue und Braune Zwerge. Im Vergleich dazu wird außerdem von Roten und Blauen Riesen gesprochen, nicht zu vergessen die Unter- die Über- und die Hyperriesen.

    Bei all diesen Bezeichnungen handelt es sich um Sterntypen. Die Einteilung in Zwerge und Riesen entspricht dabei tatsächlich der Größe: Zwergsterne sind also kleiner als die Riesen.

    Wenn ich nun bedenke, dass unser Heimatplanet Erde nicht weniger als 1.300.000 Mal in die Sonne passt, wird mir schon ein wenig schummrig.

    Und warum das Ganze? Weil am 20. Juli der Internationale Weltraumforschungstag stattfindet.

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  • Mengenleere
  • KW 28: Mensch x Mensch

    Nach Schätzungen der Vereinten Nationen leben aktuell mehr als sieben Milliarden Menschen auf dem Planeten Erde. Binnen 50 Jahren hat sich die Erdbevölkerung damit mehr als verdoppelt.

    Nach Angaben der Stiftung Weltbevölkerung kommen pro Minute 158 Menschen hinzu. Jährlich steigt damit die Zahl der Erdbewohner um knapp 83 Millionen - das sind mehr Menschen als Deutschland Einwohner hat.

    Bis zum Ende des Jahrhunderts soll die Zehn-Milliarden-Marke überschritten werden.

    Vor dem Hintergrund dieser rasanten Entwicklung geistert vermehrt die Meldung umher, die Zahl der Lebenden habe die der Toten längst überschritten. Zum Weltbevölkerungstag am 11.7. fühle ich dieser These auf den Zahn.

    Das Population Reference Bureau, eine Nonprofit-Organisation mit Sitz in Washington, DC, beschäftigt sich seit Jahren mit genau dieser Frage. Die letzte Hochrechnung wurde Mitte 2011 vorgenommen. Demnach beträgt die Zahl aller jemals geborenen Menschen rund 107,6 Milliarden.

    Mit anderen Worten: These widerlegt. Nicht zu widerlegen sind hingegen die Herausforderungen, die ein solch exorbitantes Bevölkerungswachstum mit sich bringt.

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  • Mundpropaganda
  • KW 27: Kusswerke

    Zum Internationalen Tag des Kusses (am 6.7.) gibt es in diesem Jahr eine Übersicht mit Kunstwerken rund ums Küssen:

    1529/30: Michelangelo
    – Leda

    um 1580: unbekannter Maler
    – Der Kuss von Gerechtigkeit und Friede

    um 1600: Peter Paul Rubens
    – Leda mit dem Schwan

    1629: Francesco Furini
    – Die Malerei und die Dichtkunst

    um 1780: Jean Honoré Fragonard – Der heimliche Kuss

    1793: Antonio Canova
    – Amor und Psyche

    1818: Theódore Géricault
    – Der Kuss

    1819: Jean Auguste Dominique Ingres
    – Paolo et Francesca

    1840er: Otto Friedrich Theodor von Moeller
    – Ein Kuss

    1852: John Everett Millais – Ein Hugenotte am St. Bartholomäustag

    1858: Ferdinand Georg Waldmüller – Belauschte Liebesleute (Der Kuss)

    1859: Francesco Hayez
    – Der Kuss

    ca. 1878: Nikiphoros Lytras – Der Kuss

    1879: Henryk Siemiradzki
    – Nach dem Beispiel der Götter

    1886: Auguste Rodin
    – Der Kuss

    1890: William Adolphe Bouguereau – Amor und Psyche (Der erste Kuss)

    1892: Henri de Toulouse-Lautrec – Der Kuss

    1895: Franz von Stuck
    – Der Kuss der Sphinx

    1895-1902: Edvard Munch
    – Der Kuss, verschiedene Versionen

    1896: William Heise
    – The Kiss (1. Kussszene der Filmgeschichte)

    1898: Peter Behrens
    – Der Kuss

    1900: Ferdinand Lepcke
    – Der Kuss

    1907: Constantin Brâncuși – Le Baiser (Der Kuss)

    1907: Henri Matisse
    – Musik (Skizze)

    1907/08: Gustav Klimt
    – Der Kuss

    1911: Egon Schiele
    – Der Kuss

    1915: Marc Chagall
    – Der Geburtstag

    1922: Man Ray
    – Rayograph (Kiss)

    1927: Marie Laurencin
    – Kuss

    1927: Max Ernst – Der Kuss

    1928: René Magritte – Les amants (Die Liebenden)

    1937/38: Constantin Brâncuși – La Porte du baiser (Das Tor des Kusses)

    1945: Alfred Eisenstaedt
    – Kissing the War Goodbye

    1950er: Jean Cocteau
    – Der Kuss, verschiedene Zeichnungen

    1955: Norman Rockwell
    – Flowers in Tender Bloom

    1961: Marc Chagall
    – Der Kuss Chloes

    1962-1964: Roy Lichtenstein – The Kiss, verschiedene Versionen

    1963: Andy Warhol
    – Kiss (Film)

    1964: Roy Lichtenstein
    – We Rose Up Slowly

    1969: Pablo Picasso
    – Der Kuss

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  • Augen zu und durch
  • KW 26: Sieben Sachen

    "Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag". So oder ähnlich lauten zahlreiche Bauernregeln zum 27.6. Hier und heute gibt es sieben Fakten zum so genannten Siebenschläfertag:

    1. Das Nagetier mit Namen "Siebenschläfer" hat mit dem 27.6. nichts am Hut.

    2. Stattdessen geht der Name auf die Legende der Sieben Schläfer von Ephesus (in der heutigen Westtürkei) zurück. Die Legende wird im 6. Jahrhundert erstmals schriftlich festgehalten.

    3. Die Legende lautet in etwa so: Sieben Männer suchen in einer Höhle Zuflucht, weil sie wegen ihres Glaubens verfolgt werden, und verweilen dort schlafend unter dem Schutz Gottes. Nach vielen Jahren (je nach Überlieferung 170 bis 372 Jahre) erwachen sie wieder und verkünden Gottes Größe und die Auferstehung von den Toten.

    4. Die Legende findet sich sowohl in der christlichen als auch in der islamischen Tradition. Im Islam gibt es jedoch keine genauen Angaben zum Ort des Geschehens. Auch die Zahl Sieben wird nicht eindeutig beziffert.

    5. Die Zahl Sieben hat sich überhaupt erst im Laufe der Jahrhunderte durchgesetzt. Es waren auch mal Acht. Häufig mit von der Partie - insbesondere in der islamischen Tradition: ein Hund.

    6. Im Christentum wurden die Sieben Schläfer häufig bei Schlaflosigkeit und Fieber angerufen, im Islam mitunter zur Heilung von Krankheiten, bei Kinderwunsch und für gutes Wetter.

    7. Möglicherweise fällt der Siebenschläfertag eigentlich auf den 7.7., da es Gedenktag und dazugehörige Bauernregeln bereits vor der Gregorianischen Kalenderreform gab, durch die im Oktober 1582 zehn Tage gestrichen wurden. Messen wir dem Wetter am 27.6. also nicht allzu viel Bedeutung zu und warten auf den 7.7.

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  • rakete rinnzekete
  • KW 25: Ursinn

    Auf der norwegischen Insel Hjertøya pfeifen die Stare noch immer seine Ursonate vor sich hin. Hier verbrachte er mehrere Sommer, schuf einen weiteren MERZ-Bau und feilte an seiner "Sonate in Urlauten".

    In dieser Woche (am 20.6.) würde er seinen 125. Geburtstag feiern, wäre er nicht schon 1948 im britischen Kendal verstorben. Hierhin verschlagen hatte ihn die Flucht. Denn auch wenn er manchem Dadaisten zu unpolitisch war, den Nazis war er ein Dorn im Auge.

    Die Rede ist von Kurt Schwitters, dem aus Hannover stammenden Maler, Dichter, Werbegrafiker, Publizisten, Erschaffer von MERZ und "Geliebtem" von Anna Blume.

    Als bekennendem Collagisten verneige ich mich an dieser Stelle vor dem Meister und Wegbereiter der Collage. Schwitters Werk hat mich unweigerlich beeinflusst, wie die abgebildete frühe Collage von 1994 zeigt.

    Da in diesem Jahr keine Schwitters-Sonderausstellung in Sicht ist, sei allen ein Besuch auf der "Insel Hombroich" (Neuss) ans Herz gelegt. Die Reise dorthin lohnt sich jederzeit und bietet dazu auch noch die Gelegenheit, einige Merz-Bilder im Original zu bewundern.

    Übrigens: Die Sache mit den Staren ist kein Schabernack, wie der Künstler Wolfgang Müller mit Tonbandaufnahmen demonstriert hat. Wer am Einfluss Schwitters zweifelt, hier ein Vorschlag zur Güte: Vermutlich haben sich Kurt Schwitters und die Stare auf Hjertøya gegenseitig inspiriert.

    Dass die Ursonate dem britischen Autor und Musiker George Melly einst half, gleich mehrere Halunken in die Flucht zu schlagen, gehört ebenfalls in den Bereich des Möglichen.

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  • Klein-Ich
  • KW 24: Falschsparer

    Zum Internationalen Tag der Sprachen (11.6.) meldet sich in dieser Woche mein Wernicke-Areal zu Wort. Seit langem schon ist es immer irritiert, manchmal gar ein wenig pikiert, wenn es eine Postbankfiliale betritt.

    Der Grund: Die Werbestrategie der Postbank will ihre Kundenorientierung unterstreichen. Dabei setzt sie auf zahlreiche Testimonials, die jeweils mit einem Adjektiv, bei dem die Endung "-ich" farbig abgesetzt ist, verknüpft werden.

    Diese Egozentrierung wird derart konsequent verfolgt, dass auch Wörter, die eigentlich auf "-ig" enden (z.B. richtig, günstig, vielfältig, großartig), "eingeicht" werden. So wird aus "richtig" ein richtig falsches "richtich" usw.

    Keine Frage: Werbung lebt von Wortspielen. Oftmals kann ich mich sogar an ihnen erfreuen. Vielleicht ist es ja auch gar nicht eines meiner Sprachzentren, das sich am falschen Ende stößt.

    Wenn ich ehrlich bin, habe ich noch immer nicht verwunden, was mir die Postbank zu meinem 25-jährigen Kundenjubiläum schenkte: nämlich nicht nur eine kostenfreie Beratung, sondern gleich einen festen Kundenbetreuer dazu.

    Nun, als ich mit neun Jahren mein erstes Sparbuch bei der Post eröffnete, waren die persönliche Betreuung und Beratung selbstverständlich - auch wenn ich damals die Geschenke zum Weltspartag mehr zu schätzen wusste.

    Vielleicht bin ich zu kleinlich, aber "unterm Strich" hätte ich mir nach 25 Jahren eine andere Aufmerksamkeit gewünscht.

    Übrigens: Eine vor kurzem veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Wernicke-Areal, eines der wichtigen Sprachzentren im Gehirn, an einer anderen Stelle liegt, als über 100 Jahre angenommen. Das nur am Rande.

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  • Sonnige Grüße
  • KW 23: Zur Sonne

    Der Weltumwelttag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam in eine bessere Energiezukunft“. Bereits seit 1972 wird er jedes Jahr am 5. Juni begangen (in Deutschland seit 1976).

    Aus derselben Zeit stammt auch ein weltweit verbreitetes Symbol der Anti-AKW-Bewegung, das seit Fukushima wieder traurige Popularität erlangt hat: Eine lachende rote Sonne auf gelbem Grund, umrandet mit dem Schriftzug "Atomkraft? Nein danke".

    Vor kurzem fiel mir auf, dass eben dieses Symbol mit einem Markenschutzzeichen versehen ist. Wer verdient wohl an der unschuldigen roten Sonne, habe ich mich gefragt?

    Entworfen hat das Symbol die Dänin Anne Lund. Damals, 1975, war sie 21 Jahre alt und engagierte sich in der dänischen Organisation OOA (Organisationen til Oplysning om Atomkraft) gegen Atomkraft. Seitdem wurde die Wort-Bild-Marke in 45 Sprachen übertragen und mehr als 20 Millionen Mal vervielfältigt.

    Reich geworden ist Anne Lund mit ihrem Entwurf jedoch nicht – zumindest nicht in finanziellem Sinne. Denn mit ihrem Engagement waren sie und die OOA in Dänemark sehr erfolgreich: 1985 beschloss das Parlament, auf die Einführung der Atomkraft zu verzichten.

    Die Wort-Bild-Marke wurde 1976 ins dänische Markenregister eingetragen. Seit 2004 ist das Logo in allen EU-Ländern geschützt, außerdem besteht Markenschutz in den USA und weiteren Ländern weltweit.

    Mit den Einnahmen durch die Lizenzvergabe wurden und werden Projekte der Anti-Atomkraft-Bewegung finanziert - verwaltet durch die inzwischen in eine Stiftung umgewandelte OOA. Im Beirat weiterhin vertreten: Anne Lund.

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  • Sternenbanner
  • KW 22: Von Sternen und Bannern

    Aus dem ehemaligen Kanzlergarten in Bonn bringe ich in dieser Woche zwei fotografische Ansichten mit: ein Fähnchen im Wind und ein Stern, der um seine eigene Achse kreist.

    Jahrzehntelang drehten der ein und fast alle anderen Kanzler der BRD ihre Runden im Park des Palais Schaumburg (Foto oben), unermüdlich wie der rotierende Stern in unmittelbarer Nachbarschaft (Foto unten).

    Auch ich habe in den letzten Wochen einige Zeit im ehemaligen Kanzlergarten verbracht. In ganz anderer Mission und ganz sicher nicht mit staatstragender Bedeutung.

    Wenn dann des Abends der Stern über Bonn aufging, kam mir mitunter die Frage, welche Bedeutung der Tatsache zuzumessen ist, dass der Stern über Jahrzehnte etliche Meter höher lag als die Arbeitszimmer sämtlicher Kanzler der Bonner Republik?

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  • Harris-Säule
  • KW 21: Little Harris

    Litfaßsäulen werden sie bei uns genannt, jene säulenförmigen Werbeträger im öffentlichen Raum.

    Litfaß nach ihrem vermeintlichen Erfinder Ernst Litfaß (1816 - 1874), der 1855 in Berlin die ersten "Annonciersäulen" errichtete (in KW 49/2011, habe ich bereits darüber berichtet und versprochen der Sache ein wenig auf den Grund zugehen).

    In Großbritannien und Frankreich hingegen steht ein anderer Pate: der Franzose Gabriel Morris. Folgerichtig werden die Litfaßsäulen in Frankreich "Colonne Morris" und in Großbritannien "morris columns" genannt.

    Tatsächlich sind aber weder Litfaß, noch Morris die Erfinder, sondern der Brite George Samuel Harris, über den heutzutage leider kaum noch etwas bekannt ist.

    Sein Patent von 1824 ist allerdings erhalten: Beschrieben wird es im "The Repertory of Arts, Manufactures and Agriculture", S. 401, aus dem Jahre 1825 (glücklicherweise digitalisiert und online einsehbar).

    Bekannt ist übrigens auch, dass sich Ernst Litfaß auf einer Reise nach London von den beleuchtbaren und transportablen Werbeträgern des George Samuel Harris inspirieren ließ.

    Wer diesen Foto-Wochenblog aufmerksam verfolgt, wird anmerken, dass die Heiligkeit des Ernst Litfaß nun noch immer nicht erschöpfend diskutiert wurde. Dazu an späterer Stelle mehr.

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  • maximal museal
  • KW 20: We are family

    Dass der Internationale Tag der Familie (15.5.) und der Internationale Museumstag (20.5.) in eine, nämlich in diese Kalenderwoche fallen, wirft die Frage auf, ob die Familie ein Fall fürs Museum ist?

    Werfen wir einen Blick auf die Statistik:

    2010 gab es hierzulande 40,3 Millionen Haushalte mit rund 81,8 Millionen Menschen. Im Schnitt also kaum mehr als zwei Personen pro Haushalt.

    Nun, nicht jeder Schnitt macht Sinn. Denn wo bleiben die Singles, wo die Familien, wenn wir im Schnitt in Zweipersonen- Haushalten leben?

    8,1 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern gab es 2010 in Deutschland. Die Zahl der Single- Haushalte? Mit knapp 16,2 Millionen doppelt so hoch.

    Sämtliche Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt.

    Dort ist übrigens auch die Zahl der Museen verzeichnet: 4.790 gab es 2009 in Deutschland mit insgesamt 106,8 Millionen Besucherinnen und Besuchern.

    Eine letzte Vergleichszahl zum Schluss, weil sie nicht minder überraschend ist als manch andere zuvor, auch wenn sie nicht beim Statistischen Bundesamt zu finden ist:

    Knapp 17,6 Millionen Tickets wurden für die Spiele der 1. und 2. Fußballbundesliga in der Saison 2008/2009 verkauft.

    Wenn also sechsmal mehr Menschen ins Museum als zum Fußball gehen, warum gibt es im Fernsehen dann eigentlich keine Live- Übertragungen von Ausstellungseröffnungen?

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  • dangerlove
  • KW 19: Auf Andy And

    Am 3. Juni 1968 betritt Valerie Solanas Andy Warhols Factory. Zielstrebig begibt sie sich zum Meister höchstpersönlich. Sie zieht eine Pistole und drückt ab. Andy Warhol wird durch mehrere Kugeln lebensgefährlich verletzt.

    Warhol überlebt. Doch ist nichts mehr wie es war. Aus der offenen, lebendigen Factory, dem Treff der New Yorker Kreativen, wird ein von Kameras überwachtes Bürogebäude.

    Andy Warhol macht dicht - im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Die kreative Arbeit überlässt er überwiegend seinen Mitarbeitern. Er ist nur noch Verwalter seiner selbst.

    Statt innovativer Ideen bestimmen Auftragsarbeiten seinen kreativen Output: Jeder der zahlt, bekommt ein Portrait in Siebdruckmanier. Die Kopie einer Kopie einer Kopie einer einstmals guten Idee. Warhol befindet sich in einer Sackgasse.

    Dann, Anfang der 1980er, kommt es zu einer Kollaboration mit Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente. Beide sind deutlich jünger als Warhol und zeichnen sich durch einen ganz anderen, eigenen Stil aus. Andy Warhol ist gefordert. Er kann sich nicht länger hinter seinem eigenen Mythos verstecken. Der Ausweg ist gefunden.

    Von dieser wegweisenden Begegnung erzählt die sehenswerte Ausstellung "Ménage à Trois" mit 175 Arbeiten, die noch bis zum 20. Mai 2012 in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen ist.

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  • Sonnenfunken
  • KW 18: Auf die Zwölf

    Da der Internationale Tag der Sonne (3.5.) und der Europatag (5.5.,zur Erinnerung an die Gründung des Europarates 1949) in diesem Jahr in eine Kalenderwoche fallen, gehe ich heute der Frage nach, warum die Flagge der Europäischen Union zwölf Sterne zeigt und nicht etwa 27 Sonnen?

    Tatsächlich war am Anfang, damals als der noch junge, 1949 gegründete Europarat nach einer Flagge suchte, alles offen: Farbe, Zeichen, Symbolik, Nummerologie. Vorschläge gab es viele, mehr als 200 sollen es gewesen sein.

    In der engeren Wahl: die seinerzeit verbreitete Flagge der „Europäischen Bewegung“ (ein grünes „E“ auf weißem Grund) sowie die damalige Flagge der „Paneuropa Union“ (eine goldene Sonne mit rotem Kreuz auf blauem Grund).

    Das grüne "E" habe aus ästhetischen Gründen nicht überzeugen können, sämtliche Vorschläge mit Kreuzsymbolik seien nicht mehrheitsfähig gewesen (je nach Quelle habe es am Widerstand der Türkei, ebenfalls seit 1949 Mitglied im Europarat, oder der sozialistischen Ratsmitglieder gelegen).

    Was letztlich aber den Ausschlag für den Entwurf gab, der 1986 auch von der Europäischen Gemeinschaft übernommen wurde und bis heute als Flagge Europas gilt, lässt sich rückblickend nicht mehr so genau sagen.

    Es gibt eine offizielle Geschichte zur verwendeten Symbolik: Die Zwölf stehe für „Ganzheit und Perfektion“, der Kreis für die „Einheit“ Europas, die Farbe Blau symbolisiere den „Himmel der westlichen Welt“ und die Sterne die „Völker Europas“.

    Keine Frage: Sterne werden im Vergleich zu Sonnen sehr viel häufiger bei Flaggen verwendet. Wir denken ja meist auch nur an eine Sonne (auch wenn es da draußen durchaus einige sonnenähnliche Gelbe Zwerge gibt).

    Und was die Zwölf anbelangt: Es gibt zwölf Monate, zwölf Tierkreiszeichen, zwölf Stunden hat der Tag, zwölf die Nacht, und zwölf Halbtöne die Oktav. In gewisser Weise eine runde Sache.

    Hinzu kommt die Verwendung in Mythologie und Religion: Bereits bei den alten Ägyptern hatte die Unterwelt zwölf Tore, der Grieche Herakles musste zwölf Aufgaben erfüllen, zwölf Stämme Israels gab es und Jesus wählte zwölf Jünger. Nahtlos lässt sich hier zum Spekulativen überleiten.

    Denn Raum für Spekulationen bietet ein Blick in die Bibel: "Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt" (Offenbarung des Johannes 12,1).

    Da Blau in "christlicher Farbenlehre" nun aber für Maria steht, kann die Flagge Europas mit etwas Phantasie auch als Mariensymbol gelesen werden.

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  • Lucky Pizza Box
  • KW 17: Oh smiley day

    „Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht.“ Bereits als Kind lernen wir, Gesichter mit Hilfe abstrakter Zeichen abzubilden. Der genannte Aufzählreim ist alt, sehr alt. Bereits 1905 taucht er in Maria Kühns Sammlung alter deutscher Kinderlieder auf. Vielleicht auch schon früher.

    Dass ein ähnlich reduziertes Gesicht Jahrzehnte später als Kassenschlager um die Welt geht, hätte Frau Kühn wohl kaum gedacht. Auch Harvey Ball hat diesen Erfolg offensichtlich nicht vorausgesehen, als er 1963 einen Smiley für die Imagekampagne einer Versicherung vorschlägt.

    Denn die Markenrechte am Smiley sichert sich der Franzose Franklin Loufrani – und verdient damit Millionen. Seine Firma „The Smiley Company“ hält die Rechte am Smiley in über 100 Ländern, mehr als 2.000 verschiedene Smiley-Icons sind urheberrechtlich geschützt. Der Firmenumsatz lag 2010 bei 136 Millionen US-Dollar.

    Harvey Ball wird vielfach als der eigentliche Erfinder des Smileys genannt – so hat er sich auch selbst gerne gesehen. 1999 gründet er die "World Smile Corporation". Er vertreibt Produkte mit seinem Ur-Smiley. Die Gewinne fließen in karitative Projekte zugunsten bedürftiger Kinder. Außerdem ruft er den "World Smile Day" ins Leben: Jeder erste Freitag im Oktober soll unter dem Motto „Do an act of kindness – help one person smile” stehen.

    Die Bezeichnung "World Smile Day" hat sich Harvey Ball übrigens gesetzlich schützen lassen. Doch ist er tatsächlich der Vater des Smileys?

    Wohl eher nicht. Verschiedene Dokumente zeugen von einer Verwendung des "Happy Face" lange vor Balls Werbekampagne. So ist in der englischsprachigen Wikipedia die Abbildung einer Anzeige zur Weltpremiere des Films „Lili“ von 1953 hinterlegt. Darauf zu sehen: ein Smiley. Auch auf dem Filmplakat zu "Wenn die Conny mit dem Peter" aus dem Jahre 1958 findet sich ein eben solcher.

    Vielleicht ist der Smiley einfach ein universelles Symbol. Zu diesem Urteil kommt 2009 zumindest ein Gericht in den USA - nach jahrelangem Rechtsstreit zwischen Loufrani und dem Warenhausriesen Wal-Mart, der den Smiley seit 1996 für Werbezwecke eingesetzt hatte.

    Dieser Argumentation kann sich auch das Loufrani-Imperium nicht ganz verschließen: Auf der Internetseite der „The Smiley Company“ wird der (angeblich) erste von Menschenhand geformte Smiley gezeigt: Ein Stein, der schätzungsweise 4.500 Jahre alt ist und in einer Höhle in Nîmes (Frankreich) gefunden wurde.

    Wie auch immer: schenken wir Harvey Ball und all den anderen unbekannten, bekannten Grafikern diese Woche ein Lächeln, denn am 27.4. ist Welt-Grafikertag.

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  • Gedankengebäude
  • KW 16: Gedankengang

    Gedankengut - Gedanken gut?
    Gedanken Gedenken
    denkendankendünken
    denkbardankbardünkelhaft!
    MOMENT MAL!
    Denkmal - Denk mal!
    konfuse Denkweise.
    diffuse Denkart.
    Gedankensprünge - Gedankenfetzen
    GEDANKENCHAOS
    (Anarchist, wie?!)
    totales Durcheinander
    MOMENT MAL!
    Denken, den Verstand gebrauchen, den Geist anstrengen!

    Bedenkzeit - Gedankenstrich!

    nachdenken!
    in Gedanken versunken
    in Gedanken verloren
    nachdenklich - gedankenvoll
    sich Gedanken machen
    Gedanken sammeln
    Gedanken ordnen
    Gedanken niederschreiben
    Denkmal - Denk mal!
    Gedenkstätte, Gedenkmünze
    Angedenken, Andenken?
    MOMENT MAL!
    Stop! Aus!
    DENKPAUSE!
    GEDANKENLOSE DENKPAUSE!
    DANKE!

    19.11.1990

    In dieser Woche also der Internationale Denkmaltag (18.4., vgl. KW 13); außerdem der Internationale Tag der Ruhe (21.4.). Da gönne ich mir ein wenig derselben und lasse anstelle aufwendig in Worte gefasster, gedanklicher Eskapaden einen Text vergangener Tage für das Wochenfoto sprechen.

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  • NEON malt den Sternenhimmel
  • KW 15: Sternenunklar

    Anlässlich des Tags der Kosmonauten am 12.4., außerhalb Russlands eher als Yuri's Night bekannt, habe ich mich mal nach einem neuen Merkspruch für die Planeten unseres Sonnensystems umgeschaut. Pluto ist bekanntlich bereits 2006 der Planetenstatus aberkannt worden. Die alte Sentenz "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten." ist damit überholt.

    In den unendlichen Weiten des WWW fand ich mehrfach den Vorschlag "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel." Eine konsequente Reduktion des Altbewährten. Doch ehrlich gesagt hat mir schon die erste Version nie so ganz gefallen. Lustiger fand ich da schon: "Mit viel Energie macht jeder sein Universum neu." Passt auch viel besser zur Geschichte vom Sturz des Pluto. Sturz im klassifikatorischen Sinne, denn er ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern nur von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) „degradiert“ worden. Und das kam so:

    Am Rande unseres Sonnensystems waren Himmelskörper entdeckt worden, die ähnlich groß wie Pluto, zum Teil sogar noch größer sind. Über zwei Jahre zerbrachen sich die Astronomen der IAU-Welt ihre Köpfe, wie mit dieser Situation umzugehen sei. Auf ihrer Generalversammlung im August 2006 in Prag wurde lebhaft über bestehende und neu eingebrachte Planetendefinitionen debattiert.

    Am letzten Veranstaltungstag wurde dann eine neue Definition verabschiedet und zugleich eine neue Klasse, die der Zwergplaneten, aufgemacht. Ach ja, und gleich noch eine Unterklasse der Zwergplaneten, die der Plutone, seit 2008 als Plutoide bezeichnet. Richtig vermutet: Der gute alte Pluto ist hier der Namensgeber. Eine Art Wiedergutmachung dafür, dass er nach über siebzig Jahren herabgestuft werden musste?!.

    Heute stellt sich der IAU-Nachthimmel wie folgt dar: acht klassische Planeten und fünf anerkannte Zwergplaneten (Ceres, Pluto, Eris, Makemake und Haumea). Weitere Zwerg-Kandidaten sind unter anderem die unter Beobachtung stehenden Himmelskörper Quaoar, Sedna, Varuna, Orcus, Vesta, Pallas und Hygiea. Dass weitere Zwergplaneten entdeckt werden, gilt als sehr wahrscheinlich.

    Wie das jetzt alles in einen Merkspruch passt? Da muss ich passen. Vielleicht ist das Weltall doch eine Nummer zu groß für Eselsbrücken.

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  • 8.4.: Happy Buddha Birthday (in Japan)
  • KW 14: [...]

    Diese Woche mache ich mal Pause.

    Abkühlungspause,
    Achtelpause,
    Apfelpause,
    Arbeitspause,
    Atempause,
    Babypause,
    Betriebspause,
    Bewegungspause,
    Blaupause,
    Denkpause,
    Doppelte Pause,
    Drehpause,
    Emissionspause,
    Erholungspause,
    Fernsehpause,
    Feuerpause,
    Frühstückspause,
    Fünfminutenpause,
    Ganze Pause,
    Generalpause,
    Gesprächspause,
    Halbe Pause,
    Halbzeitpause,
    Hofpause,
    Investitionspause,
    Jubelpause,
    Kaffeepause,
    Kampfpause,
    Kinderpause,
    Kreative Pause,
    Kunstpause,
    Lichtpause,
    Lila Pause,
    Lohnpause,
    Marschpause,
    Menopause,
    Milchpause,
    Mittagspause,
    Osterpause,
    Pinkelpause,
    Quengelpause,
    Ruhepause,
    Schaltpause,
    Sendepause,
    Sitzungspause,
    Sommerpause,
    Sprechpause,
    Theaterpause,
    Umschaltpause,
    Unterbrechungspause,
    Verletzungspause,
    Verschnaufpause,
    Viertelpause,
    Werkpause,
    Winterpause,
    Zigarettenpause,
    Zwangspause,
    Zwischenpause.

    Bis zur nächsten Woche!

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  • Ware Werte
  • KW 13: Wertsteigerung

    Vielleicht, vielleicht auch nicht findet in dieser Woche der Tag des immateriellen Kulturerbes statt. Mit Gewissheit lässt sich das nicht sagen. Das mag daran liegen, dass das Bewusstsein für die Schutzbedürftigkeit des Immateriellen noch wenig ausgeprägt und der Gedenktag noch nicht etabliert ist. Erst 2006 ist das „Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes“ in Kraft getreten. Verabschiedet wurde es auf der UNESCO- Generalkonferenz 2003.

    Das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ hingegen gibt es bereits seit vierzig Jahren. Das wird gefeiert, nicht nur im Jubiläumsjahr. So gibt es in Deutschland gleich zwei „Feiertage“ für das (materielle) Denkmal (am 18.4. den Internationalen Denkmaltag und im Herbst, in diesem Jahr am 09.09., den Tag des offenen Denkmals).

    Woran mag es liegen, dass die Bedeutung des „materiellen Welterbes“ sowohl früher erkannt wurde, als auch stärker gewürdigt wird als die des immateriellen? Und woran mag es liegen, dass Deutschland das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes bislang nicht unterzeichnet hat, 142 andere Staaten dagegen schon?

    Immaterielles Kulturerbe meint übrigens „Praktiken, Darbietungen, Ausdrucksformen, Kenntnisse und Fähigkeiten – sowie die damit verbundenen Instrumente, Objekte, Artefakte und Kulturräume –, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Individuen als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen“ (Zitat UNESCO).

    Da mach ich mir jetzt mal Gedanken machen, was das in Deutschland sein könnte...

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  • Tree so me
  • KW 12: Tree so me

    In die 12. Kalenderwoche fällt der 21.3. Und auf den 21.3. fallen sowohl der Internationale Tag des Waldes, als auch der Welt-Down-Syndrom-Tag.

    Eine Koinzidenz, die sich stimmig mit der Vorstellung einer weiteren frühen Arbeit (vgl. KW 8) verbinden lässt: Tree so me I, entstanden 1993.

    Idee, Titel und Umsetzung zeugen von der Auseinandersetzung mit genetischen Besonderheiten und Verwandtschaften - seinerzeit hatte ich kurz zuvor meinen Zivildienst in einem heilpädagogischen Heim begonnen.

    Die Anordnung der Baumrinde erinnert vage an die sortierte Darstellung menschlicher Chromosomen (Karyogramm). Der Titel verweist unter Nutzung der deutsch-englischen Klanggleichheit (Trisomie - Tree so me) auf die Verbundenheit des Menschen mit Natur und Umwelt.

    "Tree so me" ist als Serie angelegt. Bislang sind vier Arbeiten entstanden, jeweils im Abstand von etwa sechs Jahren. Grundlage ist jeweils ein monochrom lackiertes Holzbrett (Format 28 x 32 x 1,8 cm), das mit Holz in verschiedenen Formen (meist Baumrinde) bestückt wird.

    Insgesamt ist die Serie auf 21 Arbeiten begrenzt. Wenn sie eines Tages vollendet ist, wird sie wohl auch eine Art Lebenslauf sein.

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  • Hintersinn
  • KW 11: Ausgetütet

    Lange hat sie gedauert, die wundersame Verwandlung von Plankton zu "schwarzem Gold". Vor 150 Millionen Jahren fing alles an, damals, als die Erde noch von Dinosauriern bevölkert war.

    Mitte des 19. Jahrhunderts kam der gewiefte Homo Sapiens dann auf den Trichter, diese zähflüssige Masse systematisch zu erschließen und zu verwerten. Denn Erdöl ist von praktischem Nutzen - als Brennstoff zur Erzeugung von Wärme und Strom und natürlich auch als Treibstoff.

    Doch nicht nur das: Erdöl ist auch die Grundlage für einen anderen Rohstoff, Plastik nämlich. Und was daraus wiederum alles hergestellt werden kann. Plastiktüten zum Beispiel. Etwa 5,2 Milliarden Tüten werden pro Jahr allein in Deutschland verbraucht. Circa 260 Millionen Liter Erdöl sind für deren Herstellung erforderlich.

    Wir verwenden also eine nicht erneuerbare Ressource, um ein Produkt herzustellen, das häufig nach einmaliger Benutzung auf einer Deponie landet, wo es Ewigkeiten braucht, bis es verrottet? OK, das "gewieft" nehme ich zurück.

    Am 15.3. ist Weltverbrauchertag. Wie viele Plastiktüten wir pro Jahr ver(sch)wenden, haben wir selbst in der Hand.

    [Quellen: v.a. Bild der Wissenschaft 8/2010 sowie planet-wissen.de]

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  • get up, stand up
  • KW 10: Schattenreich

    Zu derartigen Streitereien war es in letzter Zeit bereits des Öfteren gekommen, wobei er ihnen keinerlei Bedeutung zusprach. Für seinen Schatten waren sie jedoch alles andere als Lappalien.

    Schon lange keimte in ihr der Wunsch, über ihr Schattendasein zu springen, und endlich ihre eigenen Wege zu gehen, vielleicht sogar selbst Schatten werfend.

    Er hätte eigentlich schon die ersten Anzeichen des Aufbegehrens von Seiten seines Schattens als Warnung erkennen müssen, doch hatte er alldem - wie sonst auch - nicht die geringste Bedeutung zukommen lassen.

    Wozu auch? Ihm schien seine Existenz keineswegs bedroht. Wer käme auch auf den Gedanken, sein eigener Schatten könne einen verlassen, ja überhaupt verlassen wollen.

    So kam es schließlich, dass sie, nachdem bei der letzten ausgesprochen feindseligen Auseinandersetzung noch immer kein Entgegenkommen von seiner Seite zu erkennen war, endgültig den Entschluss fasste, ihn zu verlassen, und diesen auch tatsächlich in die Tat umsetzte.

    Eine Art Kurzgeschichte von 1992 - nicht mit autobiografischem Bezug, sondern als kleine Einstimmung zum Weltfrauentag am 08. März.

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  • Teu, teu, teu!
  • KW 9: FrEUde vergangen?

    Der Euro ist in aller Munde. Doch sein Zehnjähriges ist weitgehend mit Stillschweigen übergangen worden. Keine Gratulanten, keine Lobeshymnen und irgendwie auch niemand, der sich stellvertretend feiern lassen wollte.

    Inmitten der zähen Euro-Rettungs- Bemühungen kam wohl keine richtige Stimmung auf. Schade eigentlich, denn die Idee ist gut, in jedem Fall besser als ihr gegenwärtiger Ruf.

    Zugegeben: Schon bei Einführung des Euro als offizielles Zahlungsmittel am 1.1.2002 waren die Reaktion gemischt. In Deutschland erhielt der Euro seinerzeit zwei Auszeichnungen, die unterschiedlicher kaum sein konnten. Einerseits wurde ihm der Internationale Karlspreis verliehen, andererseits wurde "Teuro" zum Wort des Jahres erkoren.

    Ähnlich ambivalent sind nun auch die Meinungen darüber, wie die Euro-Krise zu meistern sei. Guter Rat ist teuer - lässt sich da im übertragenen und wortwörtlichen Sinne floskulieren. Bei dem ganzen Debakel passt auch ins Bild, dass selbst die Frage, wer denn eigentlich das Euro-Zeichen entworfen hat, unbeantwortet bleibt.

    Vor zehn Jahren wurde wieder und wieder die Geschichte erzählt (u.a. in ZEIT, SPIEGEL, Observer), ein ehemaliger Chefgrafiker der EU-Kommission habe das Symbol 1974 erdacht - und die ihm gebührende Würdigung sei ihm versagt geblieben. Das Bundesfinanzministerium nennt noch immer seinen Namen als "€"-Schöpfer.

    Die Version der Europäischen Kommission lautet anders. Genaugenommen werden von offizieller Seite sogar zwei Geschichten verbreitet. Einmal war es ein Wettbewerb, an dem sich externe Agenturen beteiligt haben, im anderen Fall war es ein kommissionsinternes Team, das das Signet erschaffen hat.

    Kaum jemand weist darauf hin, dass sich ein sehr ähnliches Symbol bereits 1972 auf einer Münzserie der Paneuropäischen Union findet.

    Wie auch immer: Ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass der Euro nicht nur in aller Munde, sondern auch in aller Hände bleibt. Die Signalwirkung, Griechenland, die "Wiege der europäischen Zivilisation", aus der Eurozone auszuschließen, ist nicht zu unterschätzen.

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  • Kleiner Kleckser
  • KW 8: Mein erstes Malen

    Nach dem Beginn meines künstlerischen Schaffens gefragt, gebe ich meist das Jahr 1985 an. Unter Berücksichtigung meines Geburtsjahres ernte ich dann mitunter zweifelnde Blicke.

    Daher habe ich mich entschlossen, in dieser Rubrik ab und zu einen Einblick in mein "Frühwerk" zu geben, das zunächst aus Versuchen in Malerei und Zeichnung bestand.

    Entscheidend bei dem Festlegen eines Beginns ist für mich weniger die Frage, ob Kinder und Jugendliche bereits "Kunst können", oder die Beurteilung der Qualität. Entscheidend ist für mich das Bewusstsein und Verständnis, mit dem die Bilder ab dieser Zeit entstanden sind.

    Sehen Sie also in dieser Woche erstmals ein Bild aus den Anfangsjahren, entstanden zur Jahreswende 1986/87. Materialien waren: Wasserfarben, Lackstift, Sprühfarbe, Haarspray (als Fixativ) auf weißer Pappe.

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  • All you need is...
  • KW 7: Von Luft und Liebe

    Die Woche bringt den Valentinstag, den Tag der Liebenden - so zumindest in manchen Ländern.

    Dabei handelt es sich erstaunlicherweise nicht um eine Erfindung des Blumenhandels - auch wenn dieser durch offensives Marketing vermutlich zu seiner Verbreitung beigetragen hat.

    Nein, die Floristen haben den Valentinstag genauso wenig ersonnen wie etwa den Muttertag - auch wenn sie an beiden Tagen blühenden Umsatz verzeichnen.

    Auch der Stummfilmstar Rudolph Valentino hat mit dem Valentinstag außer dem Namen - den er sich übrigens selbst gegeben hat - nichts weiter gemein.

    Denn Valentinsbräuche finden sich schon vor vielen Hundert Jahren, auch wenn der genaue Hintergrund im Unklaren bleibt. Diskutiert werden sowohl christliche, als auch heidnische Ursprünge.

    Offen bleibt auch die Frage, ob es überhaupt einen Tag braucht, an dem wir unsere Liebe zum Ausdruck bringen? Das darf jede/r für sich entscheiden. Immer wieder Blumen sind jedenfalls wenig erquickend, zumal im Winter.

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  • 2012: auch nur ein Jahr.
  • KW 6: Was uns blüht

    Nachdem wir den ersten Monat des Jahres gut hinter uns gebracht haben, ist es Zeit für eine Vorschau auf all das, was 2012 noch auf uns zukommt:

    2012 ist das Internationale Jahr der nachhaltigen Energie für alle (UNESCO), es ist weiterhin das Jahr der Fledermaus (UNEP), das Internationale Jahr der Genossenschaften (UN) sowie das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen (EU-Kommission).

    2012 ist darüber hinaus nicht nur das Jahr von und für Friedrich II. von Preußen (vgl. KW 4), sondern auch Karl-May-Jahr (170. Geburtstag und 100. Todestag) und zugleich Alan-Turing-Jahr (100. Geburtstag). Dieser Logik folgend könnten wir es auch zum Jackson-Pollock-, Axel-Springer-, Woodie-Guthrie-, John-Cage-, Lotti-Huber- oder gar zum Erich-Honecker-Jahr erklären, die 2012 allesamt ihren 100. Geburtstag feiern würden.

    Letztes Beispiel zeigt nun aber, wie willkürlich, selektiv oder aber auch ideologisch geprägt Gedenkjahre sein können. Konzentrieren wir uns daher abschließend lieber auf weniger verfängliche Zeitgenossen, die vielleicht vom Aussterben bedroht sind, aber immerhin noch unter uns weilen:

    Vogel des Jahres ist die Dohle, europäische Spinne des Jahres ist die Große Höhlenspinne, Schmetterling 2012 ist das Kleine Nachtpfauenauge, das Neunauge hingegen der Fisch des Jahres und der graue Leistling der Pilz des Jahres. Baum des Jahres ist die Europäische Lärche, die Heide-Nelke die Blume 2012. Und auch diese Liste ließe sich vielleicht sogar ins Unendliche fortführen, vor allem dann, wenn wir einen Blick über unseren nationalen Tellerrand werfen würden.

    Da das jetzt aber alles zu weit führt, beende ich diesen Eintrag mit meinem heimlichen Liebling 2012, nämlich der Flechte des Jahres, und das ist die Echte Lungenflechte.

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  • Sex, Stars & Stripes
  • KW 5: US-tata, US-tata

    Es ist wieder soweit: Die USA befinden sich im Wahlkampf, genauer gesagt im Vorwahlkampf. Denn die eigentlichen Präsidentschaftswahlen finden erst im kommenden November statt.

    Bis Juni soll der Kandidat der Republikanischen Partei, also der Herausforderer von Barack Obama feststehen. Dazu finden in sämtlichen Bundesstaaten nach und nach Vorwahlen statt. Derzeit sind noch vier Bewerber im Rennen.

    Wer am Schluss die meisten Delegierten auf seiner Seite hat, wird als eigentlicher Kandidat gekürt. Bei diesem aufwendigen Prozedere wird mächtig schmutzige Wäsche gewaschen und jede Menge Geld verpulvert.

    So weit, so so. Was mich bei der ganzen Sache aber eigentlich beschäftigt, ist die Frage, warum dieser Vorwahlkampf auch in den deutschen Medien einen solchen Raum einnimmt? In der auf 15 Minuten komprimierten Zusammenschau des Tagesgeschehens etwa.

    Wenn es keine anderen Themen gäbe, nun gut. Aber davon kann ja keine Rede sein. Und welchen Nachrichtenwert haben Aussagen über die Affären und Utopien (z.B. von einer Mondkolonie) von Kandidaten, von denen drei bald schon wieder vergessen sein werden? Liebe Tagesschau, was ich mir wünsche: weniger Seifenoper, mehr relevante Information!

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  • Alter schützt vor Torheit nicht.
  • KW 4: Der große Alte

    Er führt(e) nun wahrlich kein Schattendasein: Friedrich II. von Preußen (alias Der alte Fritz, alias Friedrich der Große), dessen Geburtstag sich am 24. Januar zum 300. Mal jährt.

    Unter der Dachmarke "Friedrich 300" finden unzählige Veranstaltungen statt, darunter auch diverse Ausstellungen.

    Dies wohlgemerkt nicht nur rund um den 24.01., sondern das ganze Jahr über. Schließlich haben die Initiatoren von "Friedrich 300" gleich ganz 2012 zum Jubiläumsjahr erkoren.

    Nun könnte ich mit Friedrich II. sagen: "Jeder soll nach seiner Façon selig werden". Ich könnte aber auch darüber spekulieren, was dieser Erinnerungskult über die Befindlichkeit des Landes sagt.

    Stattdessen erinnere ich einfach daran, dass es neben den Herrschern und Feldherren dieser Welt auch ganz andere Persönlichkeiten in der Geschichte gab. Ein Beispiel findet sich im Eintrag der vergangenen Woche.

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  • Für Elsbet
  • KW 3: Oh Macke

    Er führt auch so ein Schattendasein: der Maler August Macke (1887 - 1914), der in diesem Monat seinen 125. Geburtstag feiern würde.

    In Bonn, wo Macke von 1900 bis zu seinem frühen Tod im ersten Weltkrieg überwiegend gelebt hat, steht er zumindest im Schatten von Ludwig van B., dem "großen" Sohn der Stadt. Der ist dort nicht nur durch das alljährliche Beethovenfest deutlich präsenter als Macke.

    Eine Jubiläums- Ausstellung zum 125. findet daher gar nicht erst statt. Übrigens auch nicht in Meschede, Mackes Geburtsort im Sauerland.

    Große Ausstellungen sind in beiden Städten erst für 2014, also zum 100. Todestag geplant. Das mutet ein wenig merkwürdig an, zeichnet sich Macke doch insbesondere durch seine leuchtenden, farbenfrohen, lebens- bejahenden Arbeiten aus.

    In Bonn gibt es aber ja auch noch das kleine, aber feine August-Macke-Haus, das die Tage offiziell nach Sanierung und Umbau wiedereröffnet wurde (inoffiziell bereits im Herbst 2011). Dort finden immerhin regelmäßig Ausstellungen mit Bezug zu Macke und den rheinischen Expressionisten statt (während sein Geburtshaus in Meschede leider nicht öffentlich zugänglich ist)

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  • Sie lebe ho(e)ch!
  • KW 2: Dadadi, dadada

    Bei dem Namen Hannah Höch geht es vielen wie einst mir: Vielleicht mal im Zusammenhang von DADA gehört, vielleicht mal eine Collage gesehen, das war's dann aber auch schon.

    Denn leider steht die "Grande Dame des Dadaismus" noch immer im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Völlig zu Unrecht, wie ich finde, denn ihre Arbeiten sind wahrlich großARTig.

    Davon überzeugen konnte ich mich 2007 im Rahmen einer umfassenden Hannah-Höch- Retrospektive in der Berlinischen Galerie.

    Einen kleinen Einblick in ihr Schaffen bietet nun die Ausstellung "Die andere Seite des Mondes". Neben sieben weiteren Künstlerinnen der Avantgarde der 1920er und 1930er Jahre wird auch Hannah Höch (1889 - 1978) vorgestellt (noch bis zum 15.1. im K20 in Düsseldorf)

    Vor kurzem ist darüber hinaus eine sicherlich lesenswerte Biografie erschienen ("Schrankenlose Freiheit für Hannah Höch" von Cara Schweitzer).

    Das Wochenfoto zeigt ein Schatten-Selbstportrait auf dem Buchstabenfeld vor der Berlinischen Galerie. Darin verewigt sind die Namen großer Künstlerinnen und Künstler, darunter auch Hannah Höch. Idee und Realisation des Buchstabenfeldes: Architekturbüro Kühn Malvezzi.

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  • Happy you year!
  • KW 1: Jahr ein, Jahr aus

    Ein neues Jahr beginnt. Was wird es bringen? Was werden wir daraus machen?

    Wird es womöglich das letzte Jahr sein? Zumindest endet der Maya-Kalender am 21.12.2012. Für den ein und die andere Anlass für eine gewisse Weltuntergangsstimmung.

    Nicht ins Bild passen hingegen Inschriften der Maya, die weit über dieses Datum hinaus weisen sollen.

    Die vermeintliche Lösung verschiedener Maya-Forscher: Am 21.12. endet ein bedeutsamer Zeitabschnitt. Was auch immer das wiederum bedeuten soll?!

    Bis Dezember 2012 haben wir jedenfalls noch einige Wochen vor uns. Zeit, die wir nutzen können, uns vorzubereiten, unsere Koffer zu packen oder das ein oder andere Wochenfoto ins Netz zu stellen.

    Mögen all unsere Pläne für 2012 aufgehen!

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