Kunstakut-Logo

 Volker Frechen




Wochenfotos 2011



  • Hacke, hacke, Kindchen
  • KW 52: Wortwahn

    Am 28.12. wird in der katholischen Kirche der "Tag der unschuldigen Kinder" gefeiert.

    Da passt doch dieses Etikett ganz gut, das mir eines Tages in die Hände fiel und mich ein wenig erschaudern ließ. "Kinder-Hackfleisch", ein ziemlich makabrer produktionsbedingter Fauxpas.

    (Das MHD weist im Übrigen nicht darauf hin, dass es sich zudem auch noch um Gammelfleisch handelt, sondern schlicht und ergreifend, dass das Etikett schon ein paar Jahre auf den Rippen hat.)

    Und da wir im weitesten Sinne wieder beim Thema Sprache sind - und definitiv am Ende von 2011 angekommen:

    Das Jugendwort des Jahres 2011 lautet "SWAG". SWAG bezeichnet eine "beneidenswerte, lässig- coole Ausstrahlung", so die Erläuterung des Langenscheidt- Verlags, der die Initiative "Jugendwort des Jahres" 2008 ins Leben gerufen hat.

    Das österreichische Wort des Jahres 2011 lautet übrigens "Euro- Rettungsschirm"; in der deutschsprachigen Schweiz "Euro-Rabatt". Das deutsche (Un-)Wort wird zwar erst Mitte Januar 2012 bekanntgegeben, irgendwas mit "Euro" wird aber auch hierzulande reelle Chancen haben.

    In englischsprachigen Medien wurde 2011 hingegen laut "Global Language Monitor" das Wort "occupy" am häufigsten verwendet.

  • nach oben


  • Always Happy X-Mas!
  • KW 51: Wahnachten

    Weihnachten steht vor der Tür. Und von drauß' vom Walde kommt mal wieder jemand daher, der wahlweise als Weihnachtsmann oder Christkind bezeichnet wird.

    Lange Zeit dachte ich ja, der Weihnachtsmann sei eine Erfindung von Coca Cola. Davon überzeugt ist wohl auch die Coca-Cola Company selbst, die den Weihnachtsmann 1931 erstmals zu Werbezwecken einsetzte.

    In einer Firmenbroschüre heißt es: "Mit dieser Werbeidee hat Coca-Cola das Image von Santa Claus entscheidend geprägt. Denn sie hat dazu beigetragen, die weltweit bekannte Symbolfigur zu schaffen, die bis heute der klassischen Vorstellung vom Weihnachtsmann entspricht."

    Tatsächlich taucht bereits ein knappes Jahrhundert zuvor eine Darstellung des Nikolaus auf, die deutliche Parallelen zum heutigen Erscheinungsbild des Weihnachtsmanns aufweist. Die Zeichnung befindet sich in einem Buch, das 1845 veröffentlicht wird. Kurze Zeit später erlangt es unter dem Titel "Struwwelpeter" einige Bekanntheit.

    Bis 1931 wird diese Darstellung immer häufiger aufgegriffen und modifiziert, bis sie schließlich der heute üblichen Darstellung immer ähnlicher wird.

    Eine Erfindung von Coca-Cola ist der Weihnachtsmann also nicht. Vermutlich wird sich auch Heinrich Hoffmann, der Schöpfer des "Struwwelpeter", bereits an gängigen Vorstellungen orientiert haben.

    Die Frage, wann der Nikolaus mehr und mehr zum Weihnachtsmann wurde, ist noch mal eine andere Sache. Wie auch die Figur des "Knecht Ruprecht", der in dem eingangs zitierten Gedicht von Theodor Storm der eigentliche Protagonist ist.

    Wie auch immer: Ich wünsche allen ein frohes Fest.

  • nach oben


  • B-b-b-baumüberfall
  • KW 50: Waldhalla

    Nun, da sich das Jahr dem Ende neigt, ist es an der Zeit, 2011 als Ganzes zu betrachten.

    Denn nicht nur einzelne Tage, sondern auch ganze Jahre werden zum Gedenken auserkoren.

    2011 war in diesem Sinne sowohl das Internationale Jahr der Wälder, als auch das Internationale Jahr der Chemie. Beides übrigens auf Initiative der Vereinten Nationen.

    Unweigerlich muss ich bei der Kombination Wald und Chemie an sauren Regen und Waldsterben denken. Ob das die gewünschte Assoziation ist?

    Eine andere Frage: Warum zeigen Pfosten und Mülleimer im öffentlichen Raum eigentlich häufig ein Tarnmuster (s. Foto)?

    Ich weiß, ich schweife ab. Aber einen allumfassenden Jahresrückblick hatte ich gar nicht im Sinn.

  • nach oben



  • Heilige Säule?
  • KW 49: Litfaßtastisch

    Nach zähen Verhandlungen mit den zuständigen Behörden wird Ernst Litfaß am 5. Dezember 1854 in Berlin endlich erlaubt, seine neuartigen "Annoncier- Säulen" aufzustellen. Gut ein halbes Jahr später ist es dann soweit: Am 1. Juli 1855 wird die erste Säule eingeweiht.

    Der Name kommt also nicht von der Form, auch wenn ich mir ein "Litterfass" durchaus bidllich vorstellen kann. Sonst müssten wir aber das "Faß" ja mit doppeltem "s" schreiben.

    Wer hätte gedacht, dass sich diese Idee mehr als 155 Jahre behaupten kann?

    Aus dem Stadtbild wird die klassische Litfaßsäule jedoch langsam, aber sicher verschwinden. "Stadtmöblierung" wird zunehmend andere Formen annehmen und bevorzugen. (Tatsächlich werden Litfaßsäulen und andere Werbemittel im öffentlichen Raum genau wie Bänke, Brunnen, Geländer usw. auch als "Stadtmöbel" bezeichnet, so als wären sie unverzichtbar.)

    Noch gibt es sie aber. In Düsseldorf wird sogar noch was oben drauf gesetzt: Auf verschiedenen Säulen finden sich "Säulenheilige" des in Düsseldorf lebenden Künstlers Christoph Pöggeler.

    "Säulenheiliger" war übrigens auch der Spitzname von Ernst Litfaß. Der Frage, wie heilig er wirklich war, werde ich demnächst nachgehen...

  • nach oben



  • Take a seat, try some meat!
  • KW 48: Artvent, Artvent

    Vor kurzem habe zum ersten Mal Adventskalender für Katzen, Hunde und Nager gesehen.

    Da fehlen mir die Worte.

    Lasse ich also das Wochenfoto sprechen.

    Dies habe ich nämlich vor kurzem auch gesehen: eine Installation von Diana Winklerová im AMoYA (Artbanka Museum of Young Art, geöffnet Di-So 10-19 Uhr).

    Das AMoYA hat im Juni 2011 eröffnet, liegt unmittelbar an der Karlsbrücke in Prag und ist mehr als einen Besuch wert. Lange nicht mehr eine derart spannende Ausstellung gesehen.

    Bei den Tierfellen handelt es sich übrigens um zwei Hunde und eine Katze.

    Wünsche allen eine angenehme Adventszeit!

    [Das Artbanka ist mittlerweile wieder geschlossen. Schade drum. Aber Diana Winklerová macht weiterhin großartige Kunst: www.dianawinklerova.cz]

  • nach oben


  • verzettelt
  • KW 47: Haftet

    Aus Paris schwappt eine neue Welle herüber: Haftzettel verschiedener Couleur werden zu großformatigen Bildern zusammengesetzt.

    Ganz neu ist das nicht: "Pixelkunst" taucht mit dem Pointillismus bereits Ende des 19. Jahrhunderts auf (und eigentlich fallen Mosaike auch da rein, und die gibt es schon seit mehreren tausend Jahren).

    Die Aufteilung in Bildpunkte wird durch die Körnung von Fotos und die Rasterpunkte von Druckerzeugnissen nahegelegt. Nicht umsonst erlebt die Pixelkunst mit der Pop Art eine Renaissance.

    In neuerer Zeit wird unsere visuelle Wahrnehmung in immer höherem Maße durch digitale Bilder und damit durch Pixel geprägt.

    Pixelkunst bekommt dadurch einen neuen Aufschwung - und bedient sich ganz unterschiedlicher Materialien. Vor einer Weile sah ich zum Beispiel im SPIEGEL eine Abbildung eines Raum füllenden Portraits aus 9.852 Toastbrotscheiben (realisiert von Laura Hadland).

    Mir selbst schwebt seit einigen Jahren die Idee im Kopf herum, Pixel aus halbierten Klopapierrollen zu bilden; spätestens seit einer Ausstellung im Jahr 2006, bei der ich erstmals mit lackierten Klopapierrollen gearbeitet habe.

    Das Problem dabei: Ich brauche rund 500 Rollen für ein Bild. Bei einem Jahresverbrauch von etwa 40 Rollen muss ich noch eine ganze Weile warten.

    Der Wegbereiter des Pointillismus Georges Seurat kam übrigens auch aus Paris. Aber das nur am Rande. Lieber mal nach "Post it war" suchen! Lohnt sich. Zum Beispiel die "Erschaffung Adams" von Michelangelo aus 25.000 Klebezetteln an der BBDO-Fassade in Hamburg (da ist dann auch der noch fehlende Link zum "David").

  • nach oben


  • Freiheit der Kunst?
  • KW 46: Toleranzen tanzen

    "Urbane Landschaft" nennt Gerd Winner (*1936) seine 1989 für den Kölner U-Bahnhof Piusstraße realisierten Arbeiten, eine Mischung aus Fotografie, Siebdruck und Malerei.

    Derzeit ist davon allerdings wenig zu sehen. Zunehmend werden seine Werke von Graffitis überlagert (oberer Teil des Wochenfotos). Urbane Landschaft eben, könnte mensch sagen, bedauernswert ist es dennoch. Zumal die Werke bereits mehrfach aufwändig restauriert (und von Graffitis bereinigt) wurden.

    Urbane Kunst braucht Raum, keine Frage, sonst sucht sie ihn sich. Wie dieser Raum geschaffen werden kann, zeigt etwa das cityleaks festival in Köln (vgl. KW 36) oder auch das Kunst. Projekt. Annäherung 12+ in der Argentinierstr. in Wien (der untere Teil des Fotos zeigt eine temporäre Arbeit aus diesem Projekt aus dem Jahr 2010).

    Eine andere Idee: Wie wäre es, wenn die U-Bahnschächte für Graffitis freigegeben würden und diese damit zu einer kilometerlangen Ausstellungsfläche urbaner Kunst werden würden? Da gäbe es natürlich einiges zu bedenken (Sicherheit, Beleuchtung etc.), aber so an sich, als Denkansatz...

    In diese Woche fällt übrigens der Internationale Tag für Toleranz (am 16.11.). Da können wir jetzt auch mal drüber nachdenken.

  • nach oben


  • Denk mal
  • KW 45: Ehrenfelder

    Während in Köln das vorherrschende Thema der Woche der Karnevalsbeginn am 11.11. ist, widme ich mich heute den Ehrenfelder Edelweißpiraten.

    Schließlich lebe und arbeite ich seit zweieinhalb Jahren (u.a.) in Köln-Ehrenfeld.

    Die Edelweißpiraten waren informelle Jugendgruppen, die aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten.

    Edelweißpiraten waren von Verfolgung, Inhaftierung, Folter und Todesstrafe bedroht. Es wird angenommen, dass nur eine Minderheit, den Zweiten Weltkrieg überlebte.

    Am 10. November 1944 wurden einige Edelweißpiraten in Ehrenfeld erhängt.

    Daran erinnern eine Gedenktafel in der Schönsteinstraße sowie ein sehenswertes Mahnmal am Bahnhof Ehrenfeld (das Wochenfoto zeigt einen Ausschnitt desselben).

  • nach oben


  • Nur der Unwissende verachtet die Kunst
  • KW 44: Mannomann

    Das Foto hatte ich anlässlich des Weltmännertags am 3.11. ausgewählt und bearbeitet - entstanden ist es 2007/2011 in Berlin. Durch einen aktuellen "Kunstskandal" in Portugal gewinnt es an zusätzlicher Brisanz.

    Im kleinen Städtchen Aveiro, 250 km nördlich von Lissabon, kam es im Vorfeld der gegenwärtig laufenden Keramik-Biennale zu heftigen Protesten.

    Stein des Anstoßes war eine 2,47 Meter große Skulptur der Künstlerin Umbelina Barros. Wie weltweit berichtet wird, handelt es sich um eine Penis-Statue (selten wird jedoch das eigentliche Werk gezeigt). Aufgrund heftiger Proteste sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, die Statue zu entfernen.

    Am 3.11. jedenfalls ist der Weltmännertag (nicht zu verwechseln mit dem Internationalen Männertag am 19.11.).

    Der Weltmännertag will das Thema Gesundheit in den Fokus rücken - vor dem Hintergrund, dass die Lebenserwartung von Männern in vielen Ländern deutlich unter der von Frauen liegt. Schirmherr ist Michail Gorbatschow.

    Ob sich übrigens in Berlin jemals jemand an der abgebildeten Statue gestört hat, weiß ich leider nicht. Seit 1824 steht sie nun (mit kurzer Unterbrechung von 1943 - 1984) auf der Schlossbrücke, Unter den Linden. Die "Kunstweisheit" findet sich ganz in der Nähe, nämlich am Neuen Museum.

  • nach oben


  • Audio-Vision
  • KW 43: Erbe zu Erbe

    Am 27.10. wird alljährlich der Welttag des audiovisuellen Erbes begangen; ins Leben gerufen von der UNESCO.

    Dazu fällt mir ein, dass ich in der nächsten Zeit die Aufnahmen aus der Zeit, als ich noch aktiv Musik machte, mit der Zeit nach und nach digitalisieren werde. Noch befinden sie sich ausschließlich auf Audiokassette.

    Sie werden voraussichtlich Bestandteil einer neuen Serie der Quadratur werden.

    Ob sie es wert sind, bewahrt zu werden?

    Zunehmend werden wir alle immer größere Festplatten mit Daten unseres Lebens hinterlassen.

    Wer wird diese Daten verwalten, sortieren und bewerten?

    Werden sie irgendwann in einem einzigen großen Datenpool zusammengefasst? Oder einfach gelöscht?

  • nach oben


  • Statis Quiz
  • KW 42: Status Quo

    Aus Anlass des Weltstatistiktags am 20.10. werde ich ein wenig Resümee ziehen (auch wenn der Statistiktag einer der wenigen Gedenktage ist, die nicht jährlich begangen werden, und ich in diesem Jahr ganz alleine den Durchschnitt hochleben lasse).

    Begonnen habe ich mit den Wochenfoto-Einträgen in der 5. Kalenderwoche 2011, also vor knapp neun Monaten. Zum Relaunch meiner Website wollte ich mehr Aktualität und Dynamik an den Tag legen. Dass sich daraus ein sogenannter Blog entwickelt, war mir anfangs nicht bewusst.

    Die bisherigen Einträge (insgesamt 38 an der Zahl mit durchschnittlich je 123 Wörtern) nehmen als Ausgangspunkt häufig einen Gedenk-/ Feiertag der laufenden Woche (59% der Einträge) oder beziehen sich auf aktuelle Ereignisse (13%). Die jeweiligen Fotos greifen diese Anlässe mehr oder weniger offensichtlich auf.

    Alle Fotos stammen zwar ausschließlich aus meiner Kamera (100%), bei einer Reihe von Bildern zitiere ich aber die Arbeiten anderer. Das betrifft in erster Linie Werke der Street Art (21%) und (Laden-/ Verkehrs-) Schilder (26%), die mir im öffentlichen Raum begegnet sind.

    Daneben kommt es vor, dass eine Fotografie (Heinz Ehrhardt-Plattencover), der Abdruck eines Gemäldes ("Der Kuss" von Gustav Klimt) oder ein Plakat ("Cuisine", "kitekat") zu sehen sind.

    An dieser Stelle möchte ich mich daher herzlich bei allen ursprünglichen (unbekannten) Urheber/ -innen bedanken!

    Bedanken möchte ich mich auch bei all jenen, die diesen Blog mit Interesse verfolgen.

    Ich werde weiterbloggen. Bald schon in einer gewohnt-bewährten, v. a. praktikableren Blog-Umgebung. Und ab dem nächsten Jahr dann noch ein wenig systematischer. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen.

  • nach oben


  • Tomaten auf Augapfel
  • KW 41: Augen auf

    In dieser Woche stehen mal wieder so viele Gedenktage an, dass die Fotoauswahl nicht leicht fällt:

    Am 10.10. wird der Internationale Tag der seelischen Gesundheit und zugleich der Welthundetag begangen. Außerdem fällt auf den 10. auch noch der Internationale Tag gegen die Todesstrafe.

    Am 11.10. folgt der internationale Coming out Day, am 12. dann der Welt-Rheuma-Tag. Alljährlich an jedem zweiten Donnerstag im Oktober, in diesem Jahr also am 13.10., wird der Welttag des Sehens zelebriert.

    Am 14.10. ereignet sich dann der Welttag der Standards, der am 15. abgelöst wird vom Internationalen Tag der Frau in ländlichen Gebieten. Kaum weniger bedeutend ist dann der Wochenabschluss: Auf den 16.10. fällt der Welternährungstag.

    Das Sprichwort besagt zwar, dass wir die Feste feiern sollen wie sie fallen, aber da kämen wir ja aus dem Feiern und Gedenken gar nicht mehr heraus.

    Beschränke ich mich ab nächster Woche also lieber wieder auf einen ausgewählten Tag der Woche. Dann wird daraus hoffentlich auch wieder mehr als eine reine Aufzählung anstehender Tage.

  • nach oben


  • Heine-Star
  • KW 40: Mir ist so Heine

    Woche und Foto passen in mehrfacher Hinsicht zusammen, wie ich gleich erläutern werde.

    Doch wie passt das Foto an sich in sich zusammen?

    Wir sehen eine Szene am Flughafen Köln-Bonn, Banner mit einem bekannten Gedicht eines noch bekannteren deutschen Dichters, der mehr als zwei Fünftel seines Lebens in Frankreich verbrachte, Licht- und Schattenspiele moderner Architektur sowie das Logo einer US-amerikanischen Kaffeehauskette, die sich nach dem Steuermann aus "Moby Dick" benannt hat.

    Die Woche beginnt jedenfalls mit dem Tag der deutschen Heinheit.

    Da aber das Wochenende noch nachklingt, möchte ich daran erinnern, dass auf den vergangenen Samstag, also den 1.10., der Europäische Tag der Depression fiel.

    Außerdem läuft noch immer die Ausstellung "Ist es am Rhein so schön?", an der ich mit drei Foto-Collagen beteiligt bin. Und am 7.10. wird in Berlin die Ausstellung "keine ZEIT" eröffnet, in der ich ebenfallsvertreten bin.

    Wie das jetzt alles zusammenhängt und warum das angeblich alles so passend ist, das erklärt sich jetzt vielleicht schon von selbst.

  • nach oben


  • Oh Nee, ohne E
  • KW 39: Butter vom Brot-e

    Der letzte Freitag im September, in diesem Jahr also der 30.9., war mal einer dieser Tage. "Gedenk"-Tage, die die Welt nicht braucht.

    Die Rede ist vom "Tag des deutschen Butterbrotes".

    Und da in dieser Woche dann auch noch der Europäische Tag der Sprachen (26.9.) begangen wird, gibt's mal wieder was mit Sprache.

    Irgendwie passt das ja alles zusammen: EVA, als Abkürzung für "Ergänzende Versorguns-Angebote und zugleich für Europäische Verteidiguns-Agentur. Die Butter, die der Pflege vom Brot genommen wird. Die Schuldenkrise in Europa, die dazu führt, dass an allen Ecken und Kanten gespart werden muss.

    "Da fang ich doch gleich mal bei den Buchstaben an", wird sich der Inhaber dieses Pflegezentrums vielleicht gedacht haben. "Verzichten wir einfach mal auf ein "e", "e" wie Euro."

    Dass ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes übrigens sogar der ganzen Gesellschaft, die den Tag des Butterbrotes erdacht hatte, die finanzielle Grundlage nahm, ist eine andere Geschichte.

  • nach oben


  • Sind wir?
  • KW 38: Pappa ante portas

    Als er letztes Jahr im September Großbritannien besuchte, unternahmen zwei Briten den Versuch, ihn wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit offiziell verhaften zu lassen.

    Der Vorwurf: Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch katholische Priester.

    In Spanien, wo er im vergangenen Monat zum Weltjugendtag anreiste, protestieren 5.000 Menschen gegen seinen Besuch.

    Ein Hauptargument: Die Ausrichtung des Weltjugendtags kostete weit über 50 Millionen Euro. Keine Frage: Eine hübsche Stange Geld - in einem Land mit 39 Prozent Jugendarbeitslosigkeit.

    Nun steht sein Besuch in Deutschland an (22. bis 25. September). Wie er wohl hier empfangen wird? Sind wir noch immer er - wie die Bildzeitung nach seiner Wahl 2005 proklamierte? [Und wer überhaupt sind "wir"?]

    Seine geplante Rede im Bundestag jedenfalls wird bereits im Vorfeld kontrovers diskutiert.

    Der Titel des dieswöchigen Eintrags ist selbstverständlich als Ehrerweisung für Loriot gedacht, der am 22.8. des Jahres die Nudel abgegeben hat.

    Bei besagtem Besucher handelt es sich hingegen - wer hätte es gedacht - um den Papst.

  • nach oben


  • 27
  • KW 37: Willkommen im Club

    Am 18.9. jährt sich der Todestag von Jimi Hendrix. Wie passend, dass in diesem Jahr auf den 18. auch der Tag des Friedhofs fällt. Und nachdem am 23.7. des Jahres Amy Winehouse ebenfalls - wie Hendrix - mit 27 Jahren verstorben ist, gibt es an dieser Stelle einen Gedenkeintrag für die verstorbenen Seelen des so genannten Club 27, als da u.a. sind (in Klammern jeweils Sterbejahr, ggf. Band, Stil/Genre)

    die Musiker:
    Robert Lee Johnson
    (1938, Blues)
    Brian Jones
    (1969, Rolling Stones, Rock)
    Alexandra
    (1969, Schlager)
    Janis Joplin
    (1970, Blues-Rock)
    Al Wilson
    (1970, Canned Heat, Blues-Rock)
    Jim Morrison
    (1971, The Doors, Blues-Rock)
    Linda Jones
    (1972, Soul)
    Ron McKernan
    (1973, Grateful Dead, Rock)
    Pete Ham
    (1975, Badfinger, Rock)
    Gary Thain
    (1975, Uriah Heep, Hardrock)
    Helmut Köllen
    (1977, Triumvirat, Prog-Rock)
    Jacob Miller
    (1980, The Inner Circle, Reggae)
    D. Boon
    (1985, Minuteman, Punk)
    Pete de Freitas
    (1989, Echo & the Bunnyman, Post-Punk)
    Kurt Cobain
    (1994, Nirvana, Grunge)
    Kirsten Pfaff
    (1994, Hole, Grunge)
    Richey James Edwards
    (1995 verschwunden, Manic Street Preachers, Alternative)
    Freaky Tah
    (1999, Lost Boyz, Hip Hop)
    Jeremy Michael Ward
    (2005, The Mars Volta, Prog-Rock)

    und die anderen Künstler:
    August Macke
    (1914, Maler)
    Georg Trakl
    (1914, Schriftsteller)
    Jean-Michel Basquiat
    (1988, Maler)
    Dash Snow
    (2009, Fotograf, Collagist)

  • nach oben


  • Ethos
  • KW 36: Tand und Tändelei

    Am zweiten Samstag im September wird alljährlich der Tag der deutschen Sprache begangen, in diesem Jahr also am 10.9.

    Dazu in diesem Eintrag ein Zitat des Barockdichters Friedrich von Logau (1605-1655) und ein Abbild dumpfer Propaganda aus heutiger Zeit (rechts im Bild).

    Da diese aber so plump daherkommt, möchte ich sie ungern allein und unkommentiert stehen lassen:

    Als visueller Kontrast daher eine Impression geistreicher Urban Art vom derzeit laufenden Cityleaks Festival in Köln (links im Bild). Hier live in Aktion der brasilianische Künstler Claudio Ethos.

    "Ethos" ist dann eigenlich auch ein guter Ausgangspunkt für einen Kommentar, bezeichnet Ethos in der klassischen Rhetorik doch "Überzeugen durch Glaubwürdigkeit.

    Überzeugungskraft ist dem "Propagandisten" nicht nur wegen seiner sprachlichen Schwäche ("Zukuft") abzusprechen. Auch sein "Logos" lässt doch sehr zu wünschen übrig.

    Jetzt aber das Zitat:

    "Kann die deutsche Sprache schnauben, schnarchen, poltern, donnern, krachen, kann sie doch auch spielen, scherzen, lieben, tändeln, kosen, lachen."

    Mehr zum Cityleaks Festival gibt es übrigens unter
    cityleaks-festival.com

  • nach oben


  • Oh Weh
  • KW 35: Es herbstelt

    Tatsächlich ist es schon wieder soweit: Auf den 1.9. fällt wie in jedem Jahr der meteorologische Herbstanfang.

    Nun waren der Juli und der August phasenweise ja schon ziemlich herbstlich, manchmal auch ein wenig "aprilfrisch". Vielleicht wird der Herbst dann wenigstens gülden.

    Passend zur "dunklen" Jahreszeit ist mir auf jeden Fall wieder mal ein indisches Fertiggericht in die Hände (und später dann in den Magen) gefallen.

    Die Zutat Bengalen-Gram passt doch wie der Schatten auf die Seele, der sich mitunter einschleicht, wenn die Tage kürzer, der Himmel grauer und die Stimmung trüber werden. Schmunzeln soll dagegen helfen ;-)

  • nach oben


  • Blubb
  • KW 34: Butter bei die Fische

    Eigentlich wäre in dieser Woche ein Fisch an der Reihe. Denn am 22. August ist "Tag der Fische", ein Aktionstag zum Schutz eben dieser.

    Doch ein spritziges Fisch-Motiv hatte ich ad hoc nicht zur Hand. Daher wieder ein Foto von einer Katze - auf einem Plakat, das mir 2002 in Auckland, Neuseeland, ins Netz gegangen ist.

    Dabei handelt es sich um die originelle Werbekampagne des neuseeländischen Koch-Magazins "Cuisine". Auf dessen Webpräsenz gibt es noch mehr "amazing things" zu sehen: www.cuisine.co.nz

    Was übrigens passiert, wenn der Tag zum Schutz der Fische auf einen Freitag fällt, konnte ich trotz ausgiebiger Recherche nicht eruieren.

  • nach oben


  • Wauwauwau
  • KW 33: Ein dicker Hund

    Da ich schon weiß, dass in der nächsten Woche wieder eine Katze an der Reihe ist, befasse ich mich heute mit dem "besten Freund des Menschen".

    Wie es zu dieser Klassifizierung kommt, ist mir unverständlich, schließlich ist es wenig erfreulich, wenn ich vor die Hunde gehe. Vor allem wenn ich mich als Letzter auf den Weg mache, schließlich beißen sie mich dann, die Hunde (es sei denn sie bellen).

    Wenn ich dann aber doch auf den Hund gekommen bin, kann das dann auch keinen mehr hinter'm Ofen hervorlocken. Wahrscheinlich ist da eh der Hund begraben. Und selbst wenn er nur schlafen sollte, würde ich ihn auch nicht wecken wollen.

    Der Hund auf dem Wochenfoto hat mir übrigens nicht verraten, ob er Rex oder Rox heißt.

  • nach oben


  • M.I.A.U.
  • KW 32: Für die Katz'

    In dieser Woche, nämlich am 8.8., wird der Weltkatzentag begangen. Widmen wir uns also heute mal nicht dem Jahr 1961, sondern ganz dem Wesen mit den sieben (im Angelsächsischen übrigens neun) Leben.

    In Deutschland werden über 8 Millionen Hauskatzen vermutet. Während die meisten davon wohlgenährt durch Gärten und Wohnungen streifen, sieht es für ihre in der Wildnis lebenden Verwandten weltweit nicht ganz so rosig aus:

    Von den 36 Katzenarten, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen, gelten 16 als gefährdet bzw. vom Aussterben bedroht. Weiteren neun Arten droht dieses Schicksal mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft (Quelle: IUCN 2011. IUCN Red List of Threatened Species.).

    Das Katzen-Wochenfoto greift zurück auf die 13. KW und stellt ein weiteres Internet-Phänomen vor, zugegebenermaßen diesmal ein in der Tat eher Albernes, nämlich das der "LOL Cats".

  • nach oben


  • wahrhaftig
  • KW 31: Schaum und Traum

    "Es lebe die Jugend... es lebe das Leben - es lebe der quellende, füllige Schaum..." So lautete 1961 die Headline einer Werbekampagne für Badezusatz. Und weiter:

    "Welche Lebens-Situation kann man sich noch vorstellen, in der man sich ohne alle Einschränkungen so kannibalisch wohlfühlt, so eins mit sich und der Welt, so über alle Maßen zufrieden, so bereit zu großen raumgreifenden Taten."

    Gemeint ist die "Lebens-Situation" in der Badewanne. Werbung war einst so durchschaubar pathetisch. 50 Jahre später übertreibt sie vielleicht in gleichem Maße - dies aber in der Regel in subtilerer Weise:

    "Da ist die Welt noch in Ordnung." lautet heute der Slogan einer Warenhauskette. Jedes Mal, wenn er mich vom Einkaufswagen aus anspringt, wird mir ein wenig übel.

    Wie auch immer: 1961 wurde auch die Berliner Mauer gebaut. Am 13. August wurden die Grenzen zum Sowjetsektor abgeriegelt - zunächst mit Stacheldraht, später dann mit Beton und Hohlblocksteinen.

    Zu diesem Anlass "50 Jahre Mauerbau" wird in der Galerie "Silberstein" (in 08340 Schwarzenberg) in der nächsten Woche eine Kunstausstellung eröffnet.

    Ich schicke vier Abzüge aus der Reihe der bisher entstandenen Collagen hin. Auf diesen Seiten sind sie bereits ab dieser Woche in der Rubrik "Aktuelles/Akut" zu sehen.

  • nach oben


  • Fernweh
  • KW 30: Irgendwohin

    Zum Start der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen setze ich in dieser Woche meine Zeitreise ins Jahr 1961 fort:

    - In den Printmedien überwiegt Schwarz-Weiß gegenüber Bunt. Werbung wird häufig noch gezeichnet. Prominente Testimonials sind kaum vertreten.

    - In der "Bravo" dominiert der Schlager. Doch gibt es auch die Rubrik "Jazz Jazz Jazz".

    - In sieben von zehn Haushalten wird mit Braunkohle-Briketts geheizt, weil es "preiswert, sparsam und bequem" ist - so besagt zumindest eine Anzeige.

    - In westdeutscher Erdkunde wird Deutschland als Gebiet in den Grenzen von 1937 angesehen (dies ändert sich erst 1970 vorläufig und 1990 endgültig).


    Wo und wie auch immer Sie die Sommerferien verbringen: Ich wünsche eine gute Reise.

  • nach oben


  • Luftikuss
  • KW 29: Das vierte Element

    Die Woche passt ganz gut für das "vierte Element" (vgl. KW 26), denn am 20.7. ist Weltraumforschungstag. Und da 2011 auch das 50. Jubiläum des ersten bemannten Raumfluges gefeiert wird, komme ich wieder zurück zum Jahr 1961 (vgl. KW 18).

    Die besagten 1961er- Collagen nehmen mehr und mehr Gestalt an und werden bald in der Rubrik "Akut" vorgestellt.

    An dieser Stelle vorab ein paar bemerkenswerte Erkenntnisse zum Jahr 1961:

    - Die Tagesschau dauert 20 Minuten und wird montags bis samstags ausgestrahlt; sonntags gibt es nur Fünf-Minuten-Nachrichten. Ab September wird die Tagesschau dann auch sonntags gesendet.

    - Die ARD startet ein zweites Programm (mit einer Sendezeit von 20 bis 22 Uhr). In der DDR gibt es den Deutschen Fersehfunk (DFF). Weitere Sender gibt es im deutschen Fernsehen nicht.

    - Ein Flug nach Sydney dauert 75 Stunden 40 Minuten.

    - Juri Gagarin fliegt als erster Mensch ins All. Keine sieben Jahre später stirbt er bei einem Flugzeugunfall.

    Und weil es an dieser Stelle auch passt, und zwar zum Thema Collagen, abschließend noch ein Ausstellungshinweis: Bis zum 21.8.2011 zeigt das Max-Ernst-Museum in Brühl die Ausstellung "Merz & Moticos", eine Begegnung von Arbeiten Kurt Schwitters' und Ray Johnsons.

  • nach oben


  • Fahnsinn
  • KW 28: Unbeflaggte Erkenntnis

    In meinem Eintrag zur 19. KW habe ich von einer Flagge der Erde gesprochen, die es aber ja gar nicht gibt (es sei denn mensch würde die der UN als solche ansehen).

    Daher habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie eine solche Flagge aussehen könnte. Der gewählte Weg ist ein methodischer, weniger ein kreativer, nimmt die vorhandenen Flaggen als Grundlage und wertet sie statistisch aus.

    Ausgehend von 195 Nationalflaggen (deren Anzahl diskutiert werden könnte) zähle ich 283 Sterne, 40 Kreuze, 30 Wappen, 20 Sonnen, 18 Monde. Darüber hinaus eine ganze Reihe vereinzelter Symbole.

    In der Farbverteilung dominiert über alle Fahnen hinweg die Farbe Rot (30,7), gefolgt von Blau (21,4), Weiß (17,3), Grün (15,3), Gelb (9,7), Schwarz (4,6) und Orange (1,0) [Angaben in Klammern: ungefähre prozentuale Verteilung]. Diverse Farbnuancen innerhalb einer Farbe habe ich vernachlässigt.

    Auf dieser Basis habe ich dann einfach mal die Pixel tanzen lassen, die Farbverteilung berücksichtigt und die verschiedenen Symbole mal numerisch, mal repräsentativ bedacht - wobei einzelne Symbole nicht aufgegriffen wurden.

    Die abgebildete Fassung ist eine von letztlich unendlich vielen Möglichkeiten. Mental lasse ich sie wehen am 11. Juli, dem Weltbevölkerungstag.

  • nach oben


  • Kussecht
  • KW 27: Gruß und Kuss

    Es gibt eine Vielzahl an Gedenk-, Ehren-, Namens- und Feiertagen. Wen wundert's, dass es auch einen Tag des Kusses gibt, nämlich den 6. Juli.

    Darüber hinaus gibt es sogar die Philematologie, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema "Kuss und Küssen".

    Und selbstverständlich gibt es Kussrekorde: Der längste Kuss etwa, verzeichnet auf der offiziellen Internetseite der Weltrekordwächter (Guinness World RecordsTM), dauerte 46 Std. 24 Min. und 9 Sek. (aufgestellt vom 13. bis zum 15.2.2011 in Thailand).

    Erstaunlich, zumal das Regelwerk unter anderem besagt, dass sich die Lippen während eines Rekordversuchs die gesamte Zeit berühren müssen und das Paar die ganze Zeit stehen und dazu auch noch wach sein muss.

    Als Wochenfoto passend zum Anlass ein Bild von einem Bild vom Bild "Der Kuss" (1908) - zu sehen an der Schlossfassade des Belvedere in Wien. Das Original von Gustav Klimt (1862-1918) kann im Inneren bestaunt werden (Oberes Belvedere, geöffnet von 10 bis 18 Uhr).

  • nach oben


  • Feurio
  • KW 26: Feuer und Flamme

    So mache ich also nach und nach die Elemente voll: Nach Erde (16. KW) und Wasser (23.KW) bin ich nun beim Feuer angelangt.

    Nach Feuer gefragt wird am häufigsten "heiß/Hitze" assoziiert (13 von 108 Nennungen). So zumindest in einer kleinen Erhebung mit 18 Personen. Liegt ja auch irgendwie nahe.

    Es folgen "Brand" (neun Nennungen) sowie zu gleichen Teilen "Gefahr/ gefährlich" und "Wärme/ warm" (je fünf Nennungen). Vier Personen assoziieren außerdem "rot" und jeweils drei "Wasser", "Holz", "Licht", "Lagerfeuer" und "Tod".

    Die deskriptiven Aspekte mal außer Acht gelassen scheint Feuer ziemlich ambivalent konnotiert zu sein. Ob sich dafür die Qualen gelohnt haben, Prometheus?

  • nach oben


  • Nomen est omen?
  • KW 25: Gut geschlafen?

    Zum Tag des Schlafes am 21. Juni gibt es in dieser Woche wieder einmal ein Fotopaar.

    Es könnte sich die Frage aufdrängen, in welchem Hotel wir lieber übernachten würden? Doch allein aufgrund des Namens zu entscheiden, wäre ohne weitere Information etwas voreilig. Gleichwohl entscheiden wir nicht selten nach eben solchen Gesichtspunkten.

    Ich selbst habe übrigens bislang in keinem der Häuser genächtigt, kann also keine qualifizierte Empfehlung aussprechen. Das Hotel Kummer in Wien erhält jedoch überwiegend positive Bewertungen in diversen Online-Portalen.

    Das Hotel Trost in Köln hingegen hat mittlerweile geschlossen. Am Namen wird es nicht gelgegen haben, oder?

  • nach oben


  • Dies ist kein Aufruf!
  • KW 24: Wissen, was morgen fehlt

    Stichtag für die letzte große Bestandsaufnahme war der 25. Mai 1987. Aus eben dieser Zeit stammt das aktuelle Wochenfoto.

    Denn der Protest damals war groß und zog sich quer durch die Gesellschaft, auch durch Politik, Gewerkschaften und Kirchen. "Der Spiegel" griff diese Stimmung auf und fragte: "mitmachen, mogeln, boykottieren?" (21/1987). Der Urheber des abgebildeten Stencils hatte sich bereits entschieden.

    24 Jahre später ist die Volkszählung "modern" geworden - zumindest besagt das ihr Imagefilm. Stichtag war der 9. Mai 2011, die Befragungen laufen noch. Der Boykott hält sich diesmal in Grenzen, was sicherlich verschiedene Gründe hat, deren Erörterung hier jedoch zu weit führen würde.

    Interessant ist aber, dass auch das Stencil als Form der Street Art im letzten Vierteljahrhundert deutlich an Popularität gewonnen hat. Zu sehen sicherlich auch beim Cityleaks Urban Art Festival in Köln (Preview am 17.06.11 in der Rheinlandhalle/ Ehrenfeld).

  • nach oben


  • Mehr Meer sein
  • KW 23: Meerwert

    Am 8. Juni ist der Welttag der Meere und Ozeane. Nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Tag der Meere, der am 20.5. begangen wird.

    Auch nicht zu verwechseln mit dem Weltschifffahrtstag, der in diesem Jahr auf den 29.9. fällt und früher, das heißt bevor die Vereinten Nationen 2008 den 8.6. als Welttag der Meere ausgerufen haben, häufig ebenfalls als solcher bezeichnet wurde.

    Obwohl, dem Meer ist's wahrscheinlich egal. Hauptsache wir machen uns hin und wieder bewusst, dass wir alle mehr oder weniger aus Wasser sind - ob Blauer Planet (ca. 72% der Oberfläche), Mensch (45 bis 85%) oder Gurke (ca. 95%). Die Unterschiede sind letztendlich marginal. Und für alle gilt: ohne Wasser kein Leben.

  • nach oben


  • fragwürdig
  • KW 22: Fragen über Fragen

    Es gibt Fragen, die uns quälen. Es gibt Fragen, die uns weiterbringen. Es gibt die Gretchen- und die Kardinalfrage. Es gibt rhetorische, sensitive und suggestive Fragen. Die Fangfragen nicht zu vergessen.

    Auf dem Wochenfoto finden sich zwei Fragen, die uns der öffentliche Raum stellt, einmal in Köln, einmal in Düsseldorf. Wo ist wohl welches Foto entstanden - und sagt das möglicherweise etwas über den Charakter der jeweiligen Stadt aus?

    Wie auch immer: In dieser Woche ist Weltnichtrauchertag (31.5.). Da bleibt allen, die es betrifft, abschließend eigentlich nur die Frage: Aufhören?

  • nach oben


  • 42
  • KW 21: Oh Weiher

    Es ist gut möglich, dass uns in dieser Woche Menschen mit Handtüchern unterm Arm begegnen, die Phrasen aus dem Grundgesetz rezitieren. Dies wird sich überwiegend, aber nicht ausschließlich in Parks ereignen. Denn in dieser 21. KW werden folgende Gedenktage gefeiert:

    23. Mai: Tag des Grundgesetzes
    24. Mai: Europäischer Tag des Parks
    25. Mai: Tag des Handtuchs (zur Erinnerung an Douglas Adams)

    Und weil es so schön ist, schließe ich mit einem Zitat: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden." (Grundgesetz für die BRD, Artikel 3,3)

  • nach oben


  • Klingelingeling
  • KW 20: Heiliger Bimbam

    Am 17.5. ist Weltfernmeldetag. Aus diesem Anlass mein dieswöchiger Fotobeitrag: die paritätische Präsenz geistlicher und weltlicher Fernmeldegeräte, farblich schön aufeinander abgestimmt, fotografiert auf La Gomera.

    Dazu drei Anmerkungen:

    1.) Das Telefon feiert seinen (ungefähr) 150. Geburtstag. Philip Reis präsentierte seine Erfindung 1861 erstmals der Öffentlichkeit.

    2.) 2010 sind in Deutschland fast 40 Prozent mehr Katholiken aus der Kirche ausgetreten als im Vorjahr. Insgesamt waren es 180.000 Personen (Quelle: "Christ & Welt").

    3.) Nach Angaben des BITCOM-Bundesverbandes gab es 2010 in Deutschland mehr als 110 Millionen Mobilfunkverträge, also etwa 1,3 Verträge pro Person.

  • nach oben


  • Euro-Vision
  • KW 19: Fahnweh

    Vor fünf Monaten bin ich umgezogen, in ein Haus mit einem Fahnenmast. Als Google seine fahrbaren Kameras durch Deutschland schickte, lange vor meinem Umzug, hing dort eine Fahne. Auf Google Street View ist sie nun zu sehen.

    Allerdings ist es keine Europafahne; das Foto habe ich anlässlich des Europatages am 9.5. ausgewählt. Es ist eine Deutschlandfahne.

    Nun, seit meinem Parka in Grundschulzeiten habe ich mich nicht mehr mit nationalen Symbolen geschmückt. Ich habe da meine Vorbehalte. Zu gerne würde ich die Fahne daher verpixelt sehen - oder durch eine Fahne der Erde ersetzt. Ob Google ein Einsehen hat? Oder bin ich gar nicht das Domizil, in dem ich wohne?

    Ach ja, und dann findet in dieser Woche ja auch noch der Eurovision Song Contest statt.

  • nach oben


  • Pressspan
  • KW 18: Eins auf die Presse

    Vor kurzem habe ich mit einer Collagenserie zum Jahr 1961 begonnen. Dazu verwende ich Ausschnitte aus Büchern und Zeitungen, die in eben diesem Jahr in BRD und DDR publiziert wurden.

    Interessant an den mir vorliegenden Medien ist, dass der Ost-West-Konflikt weitgehend ausgeblendet wird. Wenn aber darüber berichtet wird, klingt das in vielen Fällen nach ideologischer Propaganda - unabhängig vom Erscheinungsort.

    An dieser Stelle lässt sich dann auch die vage Verbindung zum Wochenfoto herstellen: Am 3.5. ist der "Internationale Tag der Pressefreiheit".

    Nach Einschätzung der "Reporter ohne Grenzen" erreicht Deutschland in puncto Pressefreiheit 2010 übrigens Rang 17 von insgesamt 178 beurteilten Ländern. Sri Lanka, wo das Foto entstanden ist, Rang 158.

  • nach oben


  • Testament
  • KW 17: Testbericht

    Der deutsche Durchschnittserwachsene sieht täglich etwas mehr als drei Stunde fern. Dabei ist das Schönste am Fernsehen fast völlig von der Bildschirmfläche verschwunden: die Testbilder.

    An die Ästhetik dieser konstruktivistischen Kompositionen, die bis in die 1990er in verschiedenen Varianten auf diversen Kanälen zu sehen waren, reichen die wenigsten Formate heran.

    Von daher können wir das Fernsehen auch ruhig mal Fernsehen sein lassen und stattdessen das Sprießen des Frühlings genießen. Live und in Farbe.

    Und übrigens: am 27.4. ist Weltgrafikertag.

  • nach oben


  • Erdreich
  • KW 16: Erde zu Erde

    Wesentliche Grundlage meiner Collagen sind Ausschnitte aus Zeitungen und Illustrierten. Im Laufe der vergangenen 25 Jahre habe ich zu diesem Zweck mehr als 2.500 Zeitungen zerschnipselt.

    Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, dass sich kaum Abbildungen von Erde finden lassen - weder in redaktionellen noch in werblichen Beiträgen. Wasser ja, Himmel sowieso, Feuer bedingt, aber Erde, kaum.

    Ist Erde zu sehr mit Tod und Vergänglichkeit verknüpft? Oder zu sehr mit Triebhaftigkeit? Am 22.4. jedenfalls ist der "Tag der Erde". Zu diesem Anlass einfach mal ein Foto von "der Erde".

  • nach oben


  • Schlimmschlamm
  • KW 15: Treffende Argumente

    Falsch ist, dass in Köln neuerdings Schlammfelder angelegt werden, um für die nächste Schlammschlacht gerüstet zu sein.

    Wahr ist, dass unsere Sprache von Kriegsmetaphorik durchzogen ist, z.B. wenn wir über Diskussionen sprechen (eine Position verteidigen, etwas ins Felde führen, ein Wortgefecht austragen etc.).

    Geschmacklos ist dies meines Erachtens nicht nur zur gegenwärtigen, sondern jederzeit.

    Nebensächlich ist, dass dieses Schild an den Lindenthaler Kanälen hängt, an denen ich auf meinem Weg ins Atelier entlang radel.

  • nach oben


  • v.a. Gesundheit
  • KW 14: Glück im Unglück

    In seinem Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten stellt Lutz Röhrich (1922-2006) die These auf, es sei eine "tief im Charakter unseres Volkes liegende, sehr schätzenswerte Eigenheit (...), auch dem schwersten Mißgeschick irgendwie eine (...) Trost gewährende Seite abzugewinnen" (S. 559f., Herder, 1994).

    Nun bin ich kein Anthropologe. Doch ruft derartige Deutschtümelei in mir ein Befremden hervor. Zweifelsohne handelt es sich um eine "schätzenswerte Eigenheit", die der seelischen Gesundheit zuträglich ist. Aber dass es sich um eine typisch deutsche Eigenschaft handelt, da bin ich skeptisch.

    Wie auch immer: Am 7.4., ist Weltgesundheitstag. Aus diesem Anlass wünsche ich Ihnen an dieser Stelle v.a. Gesundheit.

  • nach oben


  • Nicht noch'n Gedicht
  • KW 13: Noch'n Phänomen

    Nein, nicht doch. Es würde sich natürlich anbieten. Aber nein, an dieser Stelle kein weiteres Gedicht - zumal ich schon vor längerer Zeit festgestellt habe, dass mir andere Textgattungen mehr liegen.

    Viel lieber stelle ich ein weiteres Internet-Phänomen vor: Sleeveface. Nicht mehr ganz neu, aber immer noch rege betrieben.

    Worum geht's? Leute halten sich Plattencover vors Gesicht (oder andere Körperregionen) und fotografieren sich dann. Klingt albern? Ist es auf den ersten Blick vielleicht auch. Wenn aber die Grenzen zwischen Abbild und Realität verschwimmen, kann aus einem Sleeveface großes Kino werden.

    Einfach mal in der Suchmaschine Ihres Vertrauens eine Bildersuche mit dem Begriff "Sleeveface" starten und sich überraschen lassen.

  • nach oben


  • Stadtgedicht
  • KW 12: Hallo Frühling

    Da der Frühlingsanfang zugleich auch der Welttag der Poesie ist, stelle ich heute eine sympathische Street-Art-Aktion des österreichischen Schriftstellers Martin Auer vor - entdeckt im letzten Jahr in Wien.

    Wird der Barcode auf dem Plakat mit einem Handy gescannt, wird ein Gedicht aus dem Internet geladen. Die Gedichte können nur über die in Wien verteilten Barcodes rezipiert werden und sind sonst nirgends veröffentlicht.

    Daher schließe ich zwar mit einem kleinen Gedicht - allerdings aus meiner Feder:

    Wenn eines Nachts
    alle Sterne
    als Sternschnuppen
    vom Himmel fielen,
    wäre das
    das Ende aller Träume,
    und wäre das
    den Sternen schnuppe?

  • nach oben


  • Motivwahl
  • KW 11: Pittoreskes Piktogramm

    Vielleicht an dieser Stelle die Auflösung zu der Frage nach dem Squirrel aus KW 9:

    Derzeit arbeite ich an einem Projekt mit dem Arbeitstitel "Freizeit 2.0". In diesem Zusammenhang beschäftige ich mich u.a. mit Internet- Phänomenen wie etwa dem Crasher Squirrel.

    Zu jedem Phänomen erarbeite ich ein Piktogramm - und damit ergibt sich dann auch der Bezug zum Foto der Woche.

    Enden möchte ich mit der Frage, wie wohl ein Piktogramm für Piktogramm aussehen könnte?

    <
  • nach oben


  • Meat in Heaven
  • KW 10: Prost Mahlzeit

    Passend zum Tag der gesunden Ernährung (7.3.) habe ich dies Foto einer fliegenden Wurst ausgewählt.

    Entdeckt habe ich das Motiv selbstverständlich in Berlin, der Geburtsstadt der Currywurst - auch wenn sich die Gourmet-Geister darüber streiten, ob die Currywurst 1949 in Berlin oder vielleicht doch schon 1947 in Hamburg erfunden wurde.

    Mir als Vegetarier ist das im Grunde völlig gleich. Dass aber der Currywurst ein eigenes Museum gewidmet ist, stimmt mich als Künstler dann doch ein wenig nachdenklich.

  • nach oben


  • Knickknack
  • KW 9: Ein Phänomen, so Phänomene

    Köln. Crasher Squirrel knackt Liebesschlösser.

    Während ich überlege, meine Sammlung an Gratispostkarten zu verkaufen, stelle ich mir mal wieder die Frage, wie ein Phänomen zum Phänomen wird.

    Wer hat das erste Schloss am Zaun der Hohenzollern- Brücke befestigt? Wer bestimmt den Wert von Gratispostkarten?

    Und warum lasse ich das Crasher Squirrel aus seinem wohlverdienten Winterschlaf erwachen?

  • nach oben


  • So'n Hals
  • KW 8: Was der Hals begehrt

    Gerüchten zufolge handelt es sich bei den Inhabern dieses Ladens um "Halsabschneider".

    Nichts als üble Nachrede! Tatsächlich findet sich dort alles, was der Hals begehrt: Tücher, Ketten, Krausen, Pastillen oder auch Hals- Nasen-Ohren-Ärzte. Und das zu durchaus fairen Preisen.

    Ich selbst habe dort erst kürzlich eine Halsschlagader erworben. Einfach in der Handhabung, funktionstüchtig und dekorativ dazu.

  • nach oben


  • Aus der Traum?
  • KW 7: Träum' weiter...

    Ich mag gar nicht spekulieren, welche Stimmung den zuständigen Verkehrsplaner zu dieser Schilderkombination bewogen hat.

    Ich schmunzel einfach nur und gebe allen Desillusionierten das vielleicht etwas abgegriffene, aber doch zauberhafte Bonmot mit auf den Weg: "Träume nicht dein Leben, lebe Deinen Traum."

    Der Zitatgeber ist übrigens unbekannt. Unter anderem wird es Jean Paul, Walt Disney und der Rocky Horror Picture Show zugeschrieben. Die Herkunft des Fotos hingegen ist bekannt (Goa, Indien, 1998).

  • nach oben


  • Bischofsunkraut
  • KW 6: Geschmeckt hat es schon.

    Als ich diese Woche ein indisches Fertiggericht aß, stolperte ich über die assoziationsreiche Zutat "Unkraut von Bischof".

    Wenn Heilkräuter heilende Kräfte in sich tragen, welche Wirkung hat dann das Unkraut vom Bischof?

    Gemeint ist übrigens ein Gewürz mit dem Namen Ajowan oder auch Königskümmel. Die Bezeichnung Bischofs- (un)kraut ist nicht nur amüsant, sondern (trotz einer gewissen Verbreitung) inhaltlich falsch - wie ich nach einer kleinen Recherche gelernt habe.

  • nach oben


  • HP 2000
  • KW 5: So fing es an.

    Zum dritten grundlegenden Relaunch von kunstakut.de, ist hier noch einmal als kleine Reminiszenz die erste Startseite (von Oktober 2000) zu sehen.

    kunstakut.de war zunächst als Plattform für junge Kunst gedacht und wurde erst später - aufgrund mangelnder Resonanz - zu meiner alleinigen Webpräsenz erkoren.

    Die gezeigte Startseite war bis 2001 unter lebenincollagen.de zu erreichen und zunächst als Online-Ausstellung konzipiert.

  • nach oben