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 Volker Frechen




Wochenfotos 2018



  • Lou Reeds Lulu
  • KW 50: Loulou

    Die erste Ausstellung, die mich richtig flashte, war die '89er Retrospektive von Andy Warhol (1928-1987) im Museum Ludwig in Köln. Bis dato hatte ich noch nicht viel Kunst wahrgenommen.

    Über Andy Warhol kam ich schließlich zu Lou Reed (1942-2013). Beim Lesen von Warhols „Popism“ (1980) erfuhr ich von den gemeinsamen Happenings in den '60ern. Zu gern hätte ich einer ihrer Shows beigewohnt.

    Es waren die goldenen Zeiten der '62 gegründeten Factory, Warhols kreativem Hotspot für Kunst, Film, Musik und Party. Ende '65 schaut sich Warhol eine neue Band mit Namen The Velvet Underground an. Sänger und Songwriter der Velvets: Lou Reed. Warhol ist sofort begeistert. Stante pede wird gemeinsam die Multimediashow Exploding Plastic Inevitable entwickelt, die im April '66 im New Yorker Club The Dome Premiere feiert. In jener Zeit ist die Band fester Bestandteil der Factory. Bis Mitte 67 gibt es mehrere Auftritte in New York. Ein Gastspiel in Los Angeles wird nach der dritten Show vorzeitig abgebrochen, wegen Ruhestörung. Im März 1967 erscheint das von Warhol produzierte Debütalbum der Velvets, ein Meilenstein der Rockgeschichte. Doch schon kurze Zeit später geht man wieder getrennte Wege. The Velvet Underground machen bis 1973 weiter.

    Lou Reeds Solopfade habe ich erst Mitte der 90er erkundet – angeregt durch Laurie Andersons (*1947) '94er Album Bright Red und den Soundtrack zu Trainspotting (1996). Das darauf enthaltene Perfect Day ist ein grandioser Song, schlicht und ergreifend perfect. Das Duett von Anderson und Reed auf Brigt Red ist ebenfalls eine musikalische Perle. Und schließlich gab's da noch Songs for Drella (1990), Lou Reeds und John Cales (*1942, ebenfalls von den Velvets) musikalische Hommage an Andy Warhol, die ich '96 rauf und runter hörte.

    Ein mir unvergesslicher Konzertaugenblick: Laurie Andersons Tour zu Bright Red, Gastspiel in der Kölner Philharmonie. Wie jedes Anderson-Konzert: Amazing. Plötzlich kommt Lou Reed auf die Bühne und performt mit Anderson In Your Dreams. What a perfect Moment. Die beiden waren seit dieser Zeit ein Paar – und blieben es bis zum Tod von Lou Reed. Er starb am 27. Oktober 2013 an den Folgen seines chronischen Leberversagens.

    2011 veröffentlichte Reed mit Lulu sein letztes großes Werk, eine Kollobaration mit Metallica. Für ihn mit das Beste, was er jemals gemacht hat. Eine Einschätzung, die nicht von jedemann und jederfrau geteilt wird. Auf amazon kommt das Doppelalbum seit seinem Erscheinen nicht über drei Sternen hinweg. Ich habe mich die Tage an Lulu herangewagt. Endlich, muss ich sagen, denn die Platte ist der krönende Abschluss eines herausragenden musikalischen Lebens. Rock in Peace, Lewis Allan Reed!

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  • Färberlein
  • KW 49: Auf den Kopf gestellt

    Der Legende nach saß Michelangelo (1475-1564) drei Monate lang tagein, tagaus vor dem mehr als fünf Meter hohen Marmorblock, der zwei Jahre später der David werden sollte. Wenn seine Auftraggeber fragten, was er die ganze Zeit mache, antwortete er schlicht: „Ich arbeite.“ Seiner Auffassung nach, war die Statue die ganze Zeit schon im Marmor vorhanden. Das Schwierigste war, die Konturen zu erkennen. Sobald dies geschafft war, musste die Statue nur noch vom überschüssigen Marmor befreit werden.

    Für den Venezianer Tintoretto (1518/19-1594) war sein Idol Michelangelo unerreichbar – zumindest in Sachen Geduld. Tintoretto war ein Schnellmaler. Während andere noch am Entwurf saßen, war sein Bild längst schon fertig. Das rief zwangsläufig Kritiker auf den Plan. Aus Sicht der gängigen Kunstvorstellung waren seine Werke unausgereift. Nicht nur, weil sie in den Augen der Betrachter unfertig wirkten.

    Gleich zu Beginn seiner Karriere macht Tintoretto unmissverständlich klar, was er beabsichtigt: Er wird die Kunst auf den Kopf stellen. Mit 30 malt er (erstmals) den heiligen Markus, den Stadtpatron Venedigs. Wie Superman kommt der aus dem Himmel gestürzt, um einen Sklaven vor der Folter zu bewahren. So was hat die Welt noch nicht gesehen: Ein solches Getümmel, alles in Bewegung, ein Kreuz und Quer der Perspektive, dieses Spiel mit Licht und Schatten, dann diese anatomischen Unstimmigkeiten – und das Schlimmste: der heilige Markus steht auf dem Kopf. Ein Skandal. Sein Durchbruch.

    Die Welt, in die Tintoretto hineinwächst, ist in Aufruhr. Ein Jahr vor Tintorettos Geburt hat Martin Luther (1483-1546) seine Thesen öffentlich gemacht, und die alte Ordnung mächtig ins Wanken gebracht. Jacopo Robusti, besser bekannt als Tintoretto (dt: Färberlein, nach dem Beruf seines Vaters) wird von dieser Zeit des Umbruchs geprägt – und er wird sie seinerseits prägen. Seine ungestümen, unruhigen Bilder spiegeln die Stürme der Zeit. Alles ist in Aufruhr, die Welt aus den Fugen. So erscheinen auch altbekannte Motive in völlig neuem Licht, Das letzte Abendmahl zum Beispiel. Was bei Leonardo da Vinci (1452-1519) von geordneter, wohldosierter Dramatik, wird bei Tintoretto zu einem beklemmenden, düsteren Durcheinander.

    Tintoretto legt es förmlich darauf an, die althergebrachten Konventionen beiseite zu fegen. Er denkt und malt groß. Radikal anders und verstörend schön. Und schnell. Und trotz der vorprogrammierten Vorbehalte, kann er sich mit diesem, seinem, neuen Stil durchsetzen. Das kann selbst Tizian (1488–1576), der große Malerfürst Venedigs, nicht verhindern. Tintoretto war einst (vor 1537) bei Tizian in die Lehre gegangen. Der Legende nach soll ihn Tizian eines Tages hochkantig aus der Werkstatt geschmissen und später gegen ihn intrigiert haben. Doch Tintoretto ist zu gut, zu gerissen und dazu auch noch unschlagbar günstig, als dass ihn, den kleinwüchsigen Bilderstürmer, irgendjemand daran hindern könnte, Großes zu bewirken, und zwar nichts Geringeres als die Kunstgeschichte auf den Kopf zu stellen.

    Zum 500. Geburtstag (es ist nicht ganz sicher, ob er 1518 oder 1519 geboren wurde) gibt es in Tintorettos Venedig jede Menge Tintorettos zu sehen. An 50 Orten hängen seine Bilder. Hinzu kommen zwei Sonderausstellungen, im Dogenpalast und in der Accademia, die beide noch bis zum 6. Januar 2019 laufen. [Das Foto zeigt ein Plakat zur Tintoretto-Ausstellung „a star was born“ im Wallraf-Richartz-Museum Köln vom 6.10.17-28.1.18.]

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  • Verraten und verkauft
  • KW 48: Will kommen, muss gehen

    Was sind das für Zeiten, wo ein Politiker von „entstellter Kunst“ sprechen darf / mag. So geschehen anlässlich der documenta 14. Stein des Anstoßes war ein Werk des US-amerikanischen Künstlers Olu Oguibes (*1964). Dessen rund 16 Meter hoher Obelisk „Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ war im Juni 2017 auf dem Königsplatz in Kassel aufgestellt worden. Vor kurzem wurde er in einer Nacht- und Nebelaktion wieder entfernt. Die Mehrheit der Kasseler Stadtverwaltung hatte sich gegen den Verbleib auf dem Königsplatz ausgesprochen.

    Dem vorausgegangen war ein monatelanger Streit um den Ankauf der Betonstele und ihren möglichen Standort. Angheizt wurde die Diskussion durch Äußerungen eines Stadtabgeordneten der AfD im Kulturausschuss der Stadt. Thomas M. hatte von „ideologisch polarisierender, entstellter Kunst“ gesprochen.Was ihn wohl mehr störte? Dass Oguibe nigerianische Wurzeln hat, dass der an sich klassisch gehaltene Obelisk mit dem Jesus-Zitat „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“ in vier Sprachen versehen ist oder dass der Künstler den weltweit über 60 Millionen Geflüchteten ein Denkmal setzen wollte?

    Viele verbuchen es als Erfolg der AfD, dass der Obelisk am 3. Oktober 2018 abgebaut wurde und nun auf einem städtischen Bauhof lagert. War es Zufall, dass Oberbürgermeister Christian G. (SPD) den Tag der deutschen Einheit zur Demontage wählte? Erfreulicherweise sieht es momentan ganz danach aus, dass der Obelisk
    dauerhaft in Kassel verbleiben wird, zwar nicht auf dem Königsplatz, worauf Oguibe lange Zeit beharrte, sondern voraussichtlich in der Kasseler Fußgängerzone.

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  • Trotz allem ein wenig Humor
  • KW 47: Hambi, Bambi

    Ich wollte schon vor Jahren meinen Stromanbieter wechseln. Das Drama rund um den Hambacher Forst, hat mich nun endlich veranlasst, den Wechsel in die Hand zu nehmen.

    Wenn ich empfänglich für Verschwörungstheorien wäre, könnte ich die Behauptung in den Raum stellen, die Lobby der Energieriesen sabotiere meinen Wechselwunsch.

    Just als ich den Wechsel per Klick in die Wege leiten wollte, brach mein Laptop zusammen. Es hat sich bis heute nicht erholt. Am Tag der von Greenpeace Energy eG anvisierten Umstellung, hatte ich einen Stromausfall, den ich glücklicherweise schnell beheben konnte. Die Hauptsicherung meines Stromzählers war rausgesprungen (was bislang noch nie passiert ist).

    Nun erfuhr ich letzte Woche, dass mein alter Anbieter, die RheinEnergie AG, meinen Verbrauchsanschluss nicht zuordnen kann. Komisch, in 9,5 Jahren gab es niemals Schwierigkeiten, mir eine Rechnung über meinen Verbrauch auszustellen.

    Für die ersten beiden Koinzidenzen gibt es plausible Alternativerklärungen. Die Festplatte meines Laptops hatte schon vorher einen Schaden erlitten. Den Stromausfall verursachte ein defekter Monitor.

    Doch für die angebliche Unauffindbarkeit meines Stromzählers gibt es nur eine Erklärung: Reine Schikane von der RheinEnergie! Wenn ich noch nicht gewechselt hätte, wäre es nun spätestens an der Zeit. Ganz genau wie mit der Energiewende ja auch.

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  • Smile your fears away
  • KW 46: Zeichen setzen

Appell

Selbst wenn der Wind
zum Sturm geworden,
trete hinaus
und halte stand,
vergesse Deine
eig'nen Sorgen
und sei wie eine Wand!

gemeinsam
werden wir es schaffen,
nicht mit Gewalt,
nein, ohne Waffen
erreichen wir das Halt!

bedenke meiner
Worte Mahnung
erinn're dich ihrer bloß,
sie sind wie eine
leise Ahnung,
ich leg' sie Dir
in Deinen Schoß!


Text: VF, 11.11.1991
Bild: VF, Lanzarote, 2018

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  • Geek Geil
  • KW 45: Volksempfänger

    Da wurde sie wieder laut, die Parole von '89. „Wir sind das Volk“, skandierte die Menge voller Inbrunst.

    Doch war es überhaupt die Stimme des Volkes, die sich da Gehör verschaffte?

    Ich als Volker muss euch sagen: Nein.

    Unberechtigterweise wurde der Slogan zweckentfremdet. Gemäß Versammlungsstätten-Verordnung dürfen jene geschichtsträchtigen Worte nur dann von einer versammelten Menge verlautbart werden, wenn diese einen repräsentativen Querschnitt durch die Bevölkerung darstellt. Da dies in Chemnitz nicht der Fall war (vgl. KW 37), vermittelt der Mediationsbeauftragte der Bundesregierung nun wegen Volksverletzung.

    - - - - - - - - - - - - - - - - -

    Nehmen wir uns diese Woche einen Moment Zeit und gedenken der Opfer der Pogrome in Nazi-Deutschland im November 1938.

    80 Jahre sind vergangen und trotzdem nicht vergessen. Die Traumata wirken weiter, genauso wie die Verantwortung dafür. Die wird Deutschland nicht los.

    Als ob Verantwortung verjähren könnte! Und was ist so schlimm daran, Verantwortung zu tragen?

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  • Punktpunktkommastrich
  • KW 44: Zeichensetzung


    (O_O) (O_O) (O_O)
    (O_O) (O_O) (O_O)
    (O_O) (O_O) (O_O)

    (U_U)  (U_U)  (U_U)
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    (U_U)  (U_U)  (U_U)

    (ó_ò)   (ó_ò)   (ó_ò)
    (ó_ò)   (ó_ò)   (ó_ò)
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    Text: VF, 2015/18
    Bild: VF, Zeeland, 2016

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  • Hüben wie drüben
  • KW 43: Damals wie heute?

    „Damals war es Friedrich“ (vgl. KW 42), heute „Who the Fuck is Kafka“. Als ich jenes Buch vor kurzem las, hatte ich den Eindruck, mehr über den Nahost-Konflikt zu lernen, als in all den Meldungen der vergangenen Jahrzehnte.

    Die israelische Autorin Lizzie Doron beschreibt in „Who the Fuck is Kafka“ den Versuch ihrer Freundschaft mit einem palästinensischen Fotografen aus Ost-Jerusalem. Obwohl sich die beiden auf Anhieb verstehen, als sie sich bei einer Veranstaltung in Rom kennenlernen, stoßen sie zurück in der Heimat auf reale und imaginäre Mauern – und letztlich auf unüberwindbare Hindernisse.

    „Who the Fuck is Kafka“ ist ein sehr persönliches Buch, ein autobiografisch geprägter Doku-Roman, der den Irrsinn des Alltags in Israel und Palästina aufzeigt und zugleich erahnen lässt, wie es soweit kommen konnte und wie schwer eine Annäherung fällt. [Dass eine Annäherung dennoch möglich ist, zeigt ihr aktuelles Buch „Sweet Occupation“über die „Combatants for Peace“.]

    Lizzie Doron wurde 1953 in Tel Aviv geboren. 1998 erscheint ihr erstes Buch „Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?“. In einzelnen Episoden zeichnet sie ein Bild ihrer Mutter, einer Überlebenden des Holocausts. Das Buch gehörte in Israel einst zur Schullektüre. Auch in ihren folgenden Büchern setzt sich Lizzie Doron – stets mit autobiografischem Bezug – mit der Generation der Holocaust-Überlebenden und ihren Kindern, der Second Generation, auseinander.

    Mit „Who the fuck is Kafka?“ (2015) richtete Lizzie Doron ihren Blick erstmals von der Vergangenheit in die Gegenwart – und wagte den Blick über den Tellerrand, indem sie versuchte, die Perspektive der Palästinenser zu verstehen. Damit wurde sie für manche zur „Verräterin“. Wurde sie zuvor regelmäßig zu Lesungen in Israel eingeladen, findet sie heute nicht einmal mehr einen Verlag für ihre Bücher. Mit mir aber hat sie einen begeisterten Leser gefunden – und vielleicht ja auch mit Euch.


    Bild: VF (1985): Illustration zu „Damals war es Friedrich“ (s. KW 42)

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  • Damals wie heute
  • KW 42: Heute wie damals?

    Es war das einzige Mal, dass ich einen Malwettbewerb gewonnen habe. 1985, im Politikunterricht, 5. Klasse.

    Wir sollten „Damals war es Friedrich“ illustrieren. Das Buch ist das bekannteste von Hans Peter Richter (1925-1993), Sozio- und Psychologe aus Köln. Es beschreibt die Freundschaft zweier Jungs, die im selben Haus aufwachsen. Beide werden 1925 geboren. Friedrich stirbt 1942 bei einem Bombenangriff. Weil er Jude ist, wurde ihm ein Platz im Schutzbunker verwehrt.

    In 32 Kapiteln wird episodenhaft die Spanne von ihrer Geburt bis zu Friedrichs Tod ausgerollt. Friedrichs namenloser Freund erzählt die Geschichte rückblickend aus der Ich-Perspektive. Am Schicksal von Friedrichs Familie erleben wir, wie Nazideutschland ab 1933 die Judenverfolgung vorantreibt, wie der WahNSinn wächst, von ersten Verboten bis zur systematischen Verfolgung. Wie der Erzähler versucht, seinem Freund beizustehen, letztlich aber doch zu sehr von den Zwängen der Zeit gefangen ist. Er sitzt ganz zum Schluss, dem bitteren Ende, in eben jenem Bunker, in dem Friedrich vergeblich Schutz sucht, aber vom Bunkerwart abgewiesen wird.

    Eine ergreifende Geschichte, wie ich die Tage noch einmal erlesen habe. Bei Wikipedia erfuhr ich, dass „Damals war es Friedrich“ auch heute noch in der Schule genutzt wird. Das ist erfreulich. Hans Peter Richter ist ein sehr persönliches und empathisches Portrait der beiden Jungs und dieser düsteren Zeit gelungen. Mich hat die Geschichte trotz des Altersunterschieds gepackt. Die 115 Seiten meiner dtv pocket-Ausgabe von 1983 habe ich in nur einem Tag und einer Nacht gelesen.

    Ich bleibe fassungslos zurück: Wie kann das sein, dass es noch immer Menschen gibt, die die NS-Zeit glorifizieren? Wo führt das hin, jetzt wo Nationalismus und Rassismus allerorten wieder zunehmen?

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  • Mal eben durchatmen
  • KW 41: Ode an Dich   (3/6)

    95 Strophen der „1.000 guten Wünsche“ waren 2017 hier im „Wochenfoto“ zu lesen. Sie sind übers Archiv weiterhin abrufbar – so wie alle anderen Beiträge, die seit 2011 entstanden sind, auch. Noch sind die Strophen unsortiert und unredigiert. Bislang stehen Aufzählungen und Affirmationen neben Aphorismen, Kalendersprüchen, Küchenpsychologie und tiefem Sinn. Manches wird eines Tages wohl auch aussortiert werden. Doch ich weiß, die ein und der andere können sich daran erfreuen.

Du bist Merkmal, Inbegriff
Grundierung, Mahnmal, letzter Schliff
Bist Umhang, Leinwand, Muttermal
Bist Eyecatch, Icon, Kult-Fanal

Bist Auserwählte, Ausgeburt
Bist Augenweide, Anschnallgurt
Nux Vomica in Mull gebunden
Hast reichlich Mut, kommst über Runden

Als Doctor No und Demiurg
Als Durchschlag, Schlichter und Chirurg
Zu Devi, Deli, Kali, Graph
Zu Fuß, zuhauf, von selbst, im Schlaf

Bist subkutan, gehst unter die Haut
Bist Super-Mensch, der sich was traut
Bist Kraftort, steckst in jeder Zelle
Bist Energie, bist Puls, bist Quelle

Dein Ruf voraus, welch Renommee
Bringt Lob, Applaus und grünen Klee
Sage nur, wie machst du das
Sapperment, du bist ein As
Bist nie daneben, stets nah dran
Bist stets zugegen, da wo alles begann
Da, wo alles wird und alles ist
Wirst schon werden, was du bist
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  • Mal eben durchatmen
  • KW 40: Ode an Dich   (2/6)

    Was aus einer Laune heraus begann, entwickelte schnell ein Eigenleben. Anfang 2017 plante ich, 52 Strophen zu schreiben. Bis September 2017 waren es über 1.000 geworden. So entstand die „Ode der guten Wünsche“. Sie ist ein affirmativer Ritt durch alles, was Freude spendet, Erfüllung schafft und Sinn stiftet. Sie ist eine Hommage an das Leben – wie auch an Sprache und Kindheit. Für die „Ode an Dich“ habe ich eine kleine Auswahl getroffen, die hier in den nächsten Wochen zum Besten gegeben wird.

Du Sonntagskind, Du Cherubim
Entfaltest dich ganz sub-sublim
Dein Wirken seine Handlung zeigt
Dein Einfluss, und die Chance steigt

Du bist der Zehnt, der Zwölfte Ton
Bist Nummer eins auf Königsthron
Du bist das Volk, des Grades Messer
Bist Einstimmer und Vorkostesser

Du bist der Burner, Mr. Bean
Du bist Legende, bist James Dean
Du hast das Weltall renoviert
Die Wellen lichtgeschwind zäsiert

Du bist der Tollpatsch in Balance
Bist Chef der Meiß'ner Dependance
Du bist das Tafelsilber der Comtesse
Dein Duktus, ganz der Sokrates

Du bist der Zeremonienmeister
Bist Hochglanz, Erstehilfeleister
Du bist die Antwort, außer Frage
Bist stets das Zünglein an der Waage
Du bist der Hammer, bettend Tuch
Geheimniskrämer, off'nes Buch
Bist Weddingplanner, geistvoll Depp
Bist echter Kerl und Deckenstepp
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  • Mal eben durchatmen
  • KW 39: Ode an Dich   (1/6)

    dies Du bist du und er sie es
    sind wir und ihr und die und da

    dies Du bist du, bist schubi du
    bist durch und durch, dein doppeldu

    bist dubi du, mit mir und dir
    auf du und du, mit ihm und ihr

    du bist ein jeder, jed wed du
    mensch meier, lieschen, müllers kuh

    bist mustermann und jede frau
    bist gott, die welt, ihr unterbau


Du bist der Einfall, die Idee
Bist leichte Brise, klarer See
Bist stilles Wasser, tiefer Grund
Bist Meeresrauschen, Muttermund
Du bist die Ruhe in Person
Die Referenz, der gute Ton
Du bist Schlawiner, Schwan und Schlurf
Bist Schwerpunkt und der Gegenentwurf

Bist Günstling, Grünhaut, Protegé
Bist Lockenwickler, lockend Fee
Bist Lippenbekenner und Patron
Bist Ruhe im Sturm, bist Anti-Zyklon

Bist Älteste und Benjamin
Bist Jungbrunnen und Dopamin
Bist Trinität und Einmaleins
Bist Mehrwert und multipel keins

Dein Abschnitt, Absatz, Monolog
Ist Seelenbalsam, Futtertrog
Dein Dokument sucht seines Gleichen
Ist erste Wahl beim Zeit verstreichen

Dein Claim, dein Tag, dein Style of life
Dein Happening museumsreif
Bist bibliophil und photogen
Dein Lächeln, das ist einfach schön
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  • Auf ewig patt
  • KW 38: Justitia ist abgetaucht

    1997 brach man mir die Nase. In der Straßenbahn. Hinterrücks. Weil ich lange Haare hatte.

    1992 bedrohte man mich und einen Freund mit einer Gaspistole. Wir konnten fliehen.

    Die einen Täter waren Deutsche, die anderen Migranten. Wessen Tat wiegt schwerer?

    Der gegenwärtigen Stimmung nach müsste jede Straftat mit Migrationshintergrund automatisch mehr Empörung rechtfertigen. Migrant*innen dürfen nicht straffällig werden, Punkt. Sonst verwirken sie ihr Gastrecht. Auf rechtem deutschem Boden dürfen nur echte deutsche Hoden straffällig werden!

    Muss ich daher hinnehmen oder sogar dankbar dafür sein, dass es zwei Deutsche waren, die mich kaltblütig zusammenschlugen? Nach dem Motto: Halb so wild, bleibt ja in der Familie. Einig Volk, geteiltes Leid.

    2016 wurden auf deutschem Boden laut BKA 20.871 Straf- und Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund verübt. Davon 3.533 Angriffe auf Geflüchtete und Flüchtlingsunterkünfte, also rund zehn Angriffe pro Tag. 560 Menschen wurden dabei verletzt, berichtete Anfang 2017 die Funke-Mediengruppe nach einer Anfrage beim Bundesinnenministerium. Darunter 43 Kinder.

    Jede Straftat, ob politisch motiviert oder nicht, ganz gleich, von wem sie begangen wurde, muss gleichermaßen geahndet werden. Wenn sie politisch motiviert ist, muss sie auch als solche benannt und ernst genommen werden (unfassbar, dass die zehn NSU-Morde in der aktuellen Statistik der Bundesregierung nicht als politisch motiviert erfasst werden).

    Wenn ein Geflüchteter eine gravierende Tat begeht, mag es mitunter gerechtfertigt sein, über seine weitere Duldung nachzudenken. Doch warum höre ich so wenig Empörung über diese unfassbare Zunahme rechter Gewalt. Fast zehn Angriffe pro Tag! Das muss mensch sich mal vorstellen: ZEHN pro Tag.

    Aber, ach, immerhin gibt es ja keine Hetzjagden auf blutend deutschem Boden, wie unser oberster Verfassungsschutzschmutzmann versichert. Vielleicht gibt es die woanders, vielleicht auch als Pauschalreise inkl. „all you can hit“ für den reisefreudigen Neonazi. Aber doch nicht bei uns. Das können die, wer, wir doch viel subtiler.

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    Habt ihr schon mal was über die Zahl in Deutschland untergetauchter Rechtsextremisten gehört? Ich ganz genau ein Mal, und zwar in der „Heute Show“. Und irgendwas mit der Anzahl islamistischer Gefährder? Ganz genau.

    Die Zahlen lauten übrigens 750 zu 500. – Die richtige Zuordnung überlasse ich jetzt eurer teutonischen Intuition, während ich in Gedanken meine alemannische Galle auf jene Bürger*innensteige wichse, wo die germanischen Arschgeier zu kriechen gedenken.

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    ACHTUNG, ACHTUNG. Es ist nicht auszuschließen, dass dieser mit den Mitteln der Satire gespickte Beitrag die ein oder andere Mitteilung oder Mahnung mit nur mittelmäßig humorvoller Zuspitzung vermitteln vermochte.

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  • Murx
  • KW 37: Murks- statt Marx-Stadt

    Ich habe Hoyerswerda gesehen.
    Und Rostock-Lichtenhagen.

    Mein erstes Flugblatt mit rechter Propaganda fiel mir 1989 an der Schule in die Hände. Ab dieser Zeit penetrierten G. Fry und F. Schönhuber unsere Briefkästen und einige Landesparlamente mit ihren Parolen. Und wisst ihr, mit welchem Beispiel uns der Deutschlehrer unserer Klasse 1987 die Kommaregel zwischen Adjektiven beibrachte? „Seine große jüdische Nase“.

    Wenn ich jetzt die mit Erstaunen gepaarte Empörung höre: „Oh, da sind wieder Pissergrüße auf deutschen Straßen, das darf doch nicht sein“, denke ich mir: „Habt ihr die Entwicklung verpennt?“ Wir waren und sind ein Volk von Nazis. Irgendwer wird sich immer am Sondermüll der deutschen Geschichte laben.

    Die Frage ist, wie können wir Zulauf und Zuspruch im Zaum halten,
    und wie kann rechter Terror verhindert werden?


    Ganz bestimmt nicht mit einem Bundesminister für innere Spaltung, der die Migration(sfrage) als „Mutter aller Probleme“ ausmacht, und damit Geflüchtete pauschal als Sündenböcke brandmarkt und zur Diffamierung freigibt.

    Seit 1991 hat sich die Zahl gewaltorientierter Rechtsextremisten laut Bundesamt für Verfassungsschutz verdreifacht. Auch das Ausmaß rechtsextremistischer Straf- und Gewalttaten ist seitdem dramatisch gestiegen – kontinuierlich und nicht etwa als Reaktion auf die sogenannte „Flüchtlingskrise“ ab 2015. In einem Zeitraum von 15 Jahren hat es sich fast verzehnfacht. (1991: 2.401; 2016: 20.871).

    Die Zahl der Asylanträge hingegen ist zwischen 1993 und 2008 deutlich gesunken. Denn schon damals, Anfang der Neunzehnneunziger, wurde die Eskalation rechter Gewalt in Deutschland vor allem mit hohen Flüchtlingszahlen erklärt. Als Konsequenz wurde das Asylrecht 1993 drastisch beschnitten. Wurden 1992 noch 438.191 Erst- und Folgeanträge auf Asyl gestellt, waren es 2008 lediglich 28.018 (vgl. KW 34/2015: Land unter“). Von 2009 bis 2012 ist die Zahl wieder leicht, ab dann sprunghaft angestiegen (bis zuletzt in 2016 auf 745.545). Erst 2017 war wieder ein Rückgang zu verzeichnen (auf 222.683).

    Die Vollhorstsche Logik erweist sich also als Schmarrn, falsch und brandgefährlich. Der vermeintlichen „Volksseele“ nach dem Mund zu reden, wird die rechten Tendenzen nicht aufhalten, ganz im Gegenteil, es beflügelt sie noch.

    Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich will das mutmaßliche Tötungsdelikt von Chemnitz nicht bagatellisieren. Der entscheidende Punkt ist ja: Das eine hat mit dem anderen zunächst einmal nichts zu tun. Der Vorfall wird instrumentalisiert: „Geflüchtete wären grundsätzlich kriminell und gefährlich, die Sicherheit Deutschlands, wenn nicht gleich das ganze Abendland wären akut bedroht“, sind die Schlussfolgerungen von Rechts.

    Die tatsächlichen Zahlen der Kriminalitätsstatistik zeigen allerdings ein anderes Bild. Das Bundeskriminalamt kommt bezüglich der „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ in seinem im Mai 2018 veröffentlichten „Bundeslagebild 2017“ zu der Erkenntnis:

    „Die Entwicklung der vergangenen drei Jahre (insgesamt rund 1,36 Millionen Asylsuchende) wirkte sich auch im Jahr 2017 auf die Kriminalitätslage, sowohl im Bereich der Allgemeinkriminalität als auch im Bereich der politisch motivierten Kriminalität, aus. Weiterhin gilt jedoch, dass der überwiegende Teil der nach Deutschland gekommenen Asylsuchenden keine Straftaten begeht.

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  • Far away
  • KW 36: Silberzeit

    Vor 25 Jahren war ich für zweieinhalb Monate in Kanada. Das Abi war geschafft, mein Start als Zivi für Oktober vereinbart.
    Eine ideale Gelegenheit, Deutschland den Rücken zu kehren und hinaus in die Welt zu ziehen.
    Es war meine erste große Reise, allein zu zweit. Eine großartige Zeit. (Und doch zu sehr Reise zu mir selbst.)
    In mein Reisetagebuch schrieb ich damals, im August 1993, mit süßen neunzehn, ganz naturergriffener, neunmalkluger Globetrotter:

Bist du jemals im großen weiten Meer geschwommen
und hast mit den Walen gesungen?

Warst du jemals in den dichten Wäldern des hohen Nordens
und hast mit den Bären getanzt?

Und hast du irgendwann einmal Deine Arme ausgebreitet,
bist hoch in die mächtigen Berge geflogen
und hast mit dem Adler, dem König der Vögel, ein Nest gebaut?

Wie kannst du dann behaupten,
Du hättest ein ausgefülltes Leben geführt?

Lebe so viel, so intensiv wie möglich.
Atme das Lebe, atme es tief, tief ein
und lebe jeden Atmezug!
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  • Olivenzweiggrün
  • KW 35: Spinnefeind

    Sitz ich letzten Mittwoch auf dem Weg zur Arbeit im Bus, fällt mein Blick auf ein City-Light-Poster. Und ich denk mir noch: „Coole Fotomontage. Mit dem roten Pfosten davor ein klasse Fotomotiv.“

    Sofort stelle ich eine Verbindung zur laufenden Gamescom (21.-25.8.18) her; auch wenn auf den ersten Blick keine Absenderkennung erkennbar ist. Nur ein Slogan springt ins Auge: „Mehr Open World geht nicht!“, heißt es da.

    Streng ich also meine noch müden Augen an und siehe da, ich hatte recht: Gamescom. Doch als ich sehe, wer da seinen Stand auf der weltweit größten Computerspielmesse bewirbt, klappt mir die Kinnlade runter. Hier geht es nicht um ein neues Computerspiel, wie die Anmutung des Plakats vermuten lässt. Hier wirbt die Bundeswehr.

    Eine Fragensalve erfasst mein Hirn:
    Was hat die da zu suchen?
    Wer hat diese unsägliche Werbekampagne zu verantworten?
    Wo bitte geht's zum Deutschen Werberat?
    [Hier findet sich dessen Online-Beschwerdeformular.]

    Und überhaupt: Welche Message wird denn da transportiert?!

    Vergesst all die Egoshooter-Games, es geht doch nichts über Real Life.
    Das wahre Adventure wartet draußen auf dem Battle Field.
    Ein Militäreinsatz ist wie ein megageiles Kriegsspiel.
    Warum noch daddeln, wenn du stattdessen Drohnen steuern könntest?
    Beim Bund hast du zwar nur ein Leben, aber dafür den ultimativen Kick.


    Das ist nicht einfach nur geschmacklos. Auf diese Weise um Rekruten zu buhlen, ist abscheulich!

    Seit dem Aussetzen der Wehrpflicht 2011 hat die Bundeswehr ein Nachwuchsproblem. Die Zahl der Freiwilligen geht zurück – während gleichzeitig eine personelle Aufstockung der Truppe angestrebt wird. Diesem Dilemma begegnet das Bundesverteidigungsministerium mit offensiven Werbekampagnen.

    Die Plakataktion zur Gamescom ist nicht die erste PR-Maßnahme, die sich gezielt an ein junges Publikum richtet. Mit den Webserien „Die Rekruten“, „Mali“, „Biwak“ und dem neusten Streich „Springer“ gibt man sich im Stile von Doku-Soaps betont lässig. Anscheinend mit Erfolg: Die Zahl der minderjährigen Soldatinnen und Soldaten ist in den letzten Jahren gestiegen.

    Auf der Gamescom ist die Bundeswehr im Übrigen schon seit mehreren Jahren vertreten. Die diesjährige Plakataktion verschafft ihr viel Publicity; jede Menge Kritik, aber auch Zustimmung. Nach offizieller Verlautbarung gehe es darum, zum Nachdenken anzuregen, was wirklich zähle: „Krieg spielen oder Frieden sichern“.

    Dass damit jedoch Krieg und Gewalt verharmlost werden, geht aus meiner Sicht zu weit. Die verwendeten Plakate stellen Spiel und Militär nebeneinander. Das soll provozieren. Doch die Provokation wird durch die Plakate nicht aufgelöst; dafür ist der textliche Abbinder unten auf dem Plakat zu klein. Die unzulässige Verbindung „Krieg – Spiel“ bleibt also bestehen und wird schnell zur gefährlichen Verbindung „Krieg = Spiel“.

    Schon frühere Werbekampagnen der Bundeswehr haben mir Bauchschmerzen verursacht. Die Plakate zur „Mali“-Serie sahen nach Wüstenrallye aus. Den Slogan „Mach, was wirklich zählt“ finde ich unverschämt (wenn auch aus werblicher Sicht heraus gelungen). Die Plakatmotive zur diesjährigen Gamescom jedoch sind an Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbieten.

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    Dass die inhaltliche Losung „Militär = Friedenssicherung“ mehr als fragwürdig ist, wie die großen Militärinterventionen der letzten Jahre in Afghanistan, Irak und auch Mali zeigen, ist nochmal ein ganz anderes Thema. Dazu habe ich im Wochenfoto bereits mehrfach Stellung bezogen (z.B. in KW 15/2016: Kein Name ist Hase“) – und werde es in Zukunft auch immer wieder tun.

    Auch dass das Rekrutieren von Minderjährigen äußerst kritisch zu betrachten ist, soll hier und heute nur erwähnt und nicht weiter diskutiert werden.

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    Es lag nahe, als Wochenfoto ein Foto besagter Plakatwerbung auszuwählen. Doch das kommt mir nicht ins Haus, ich meine, auf den Schirm. Das fehlte mir noch. Das hatte ich doch schon in KW 12/2016: Was wirklich fehlt“.

    Auch wenn dort nur ein Ausschnitt eines zu jener Zeit verwendeten Plakats sichtbar ist, fällt doch auf, dass jenes Motiv, das eine Gruppe von Soldaten zeigt, auch für eins der beiden aktuellen Plakate verwendet wurde.

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  • Ich war da
  • KW 34: Kommt Zeit, kommt Lied

    „Er war kein Dichter der Heimat, sondern der des Heimwehs“, sagte der Philosoph Theodor Adorno (1903-1969) über Eichendorff.

    Eichendorff (1788-1857) war Romantiker. Spätromantiker um genau zu sein. Seine Gedichte schrieb er in der Freizeit. Denn nach Jurastudium und Militärdienst verdingte er sich ab 1816 im preußischen Staatsdienst.

    Geboren worden war Eichendorff 1788 auf einem Schloss in Oberschlesien. Die Familie war adlig, aber verarmt. Der Vater hatte sich verspekuliert. Nach dessen Tod 1818 wurden die meisten hochverschuldeten Güter derer von Eichendorff veräußert.

    Mit dem feudalen Schlossleben war's aber schon vorher vorbei. 1813 brach der Krieg aus. Eichendorff meldete sich freiwillig, um gegen die Truppen Napoleons anzutreten. Im letzten Kriegsjahr 1815 heiratete er. Bis 1821 brachte seine Frau Luise vier Kinder zur Welt.

    Seine Laufbahn im öffentlichen Dienst hatte er 1816 als Referendar in Breslau begonnen. Von dort aus zog er mit seiner Familie über Danzig und Königsberg 1831 nach Berlin. Hier arbeitete er für verschiedene preußische Ministerien, 1841 wurde er zum „Geheimen Regierungsrat“ ernannt. Drei Jahre später ging er mit 56 Jahren in den Vorruhestand.

    Das mit dem Schreiben hatte er im Alter von zwölf angefangen. Die ersten Gedichte veröffentlichte Eichendorff unter dem Pseudonym „Florens“ mit zwanzig. Eines seiner Hauptwerke, die Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“, erschien 1826.

    Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff, so der volle Name, zählt heute zu einem der bedeutendsten Schriftstellern der Romantik. Seine Lieder und Gedichte sollen um die 5.000-mal vertont worden sein.

    Als ich diese Woche ein Eichendorff-Buch auseinandernahm, entdeckte ich, dass einige Gedichte, die zwischen 1806 und 1815 entstanden sind, als Zeitlieder zusammengefasst werden. Das ist für mich als Zeitsammler natürlich derart interessant, dass ich nun sämtliche Titel der Zeitlieder aufliste. Wer davon gelangweilt ist, wird sich sicherlich in gleicher Weise an meinen beiden Liedersammlungen „Lieder mit Zeit (im Titel)“ ergötzen:

    Deutschsprachige Songs: Liste in KW 26/2015: Liedzeit
    Englischsprachige Songs: Liste in KW 36/2015: Topic/Time Shift

    Hier aber nun
    Eichendorffs Zeitlieder:
    Die Freunde
    Der Riese
    Sängerfahrt
    In das Stammbuch der M.H.
    In E.s Stammbuch
    Auf dem Schwedenberge
    Lieber alles
    Sonette
    Der Geist
    Klage
    An...
    Nachtfeier
    Zorn
    Symmetrie
    Heimkehr
    Gebet
    Mahnung
    Der Tiroler Nachtwache
    An die Tiroler
    An die Meisten
    Der Jäger Abschied
    Auf dem Rhein
    Trost
    Zeichen
    Unmut
    Entschluß
    Abschiedstafel
    An meinen Bruder
    Aufbruch
    Tusch
    Appell
    Soldatenlied
    Die ernsthafte Fastnacht
    Auf der Feldwacht
    Waffenstillstand der Nacht
    In C.S. Stammbuch
    Der Friedensbote
    An meinen Bruder
    An Philipp
    Herrmanns Enkel
    Tafellieder
    Der Liedsprecher
    Der neue Rattenfänger
    Der brave Schiffer
    Im Herbst
    Entgegnung
    Ablösung
    An die Lützowschen Jäger
    Weltlauf

    Aus einer Ausgabe von 1837: Gedichte von Joseph von Eichendorff. Kap. III: Zeitlieder. Berlin, Verlag Duncker und Humblot, digitalisiert vom Deutschen Textarchiv.

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  • War gewesen:
  • KW 33: Haupt- statt Doubtwort

    Nomen ist ja mitunter Omen.

    So war ich einst in Behandlung bei Frau Dr. Wehling. Eine prima Hausärztin: Bei jedem Weh stand sie mir mit Rat und Tat zur Seite.

    Später konsultierte ich Herrn Dr. Mies. Auch er schien mir ein kompetenter Anti-Miesmacher zu sein.

    Nach einer Sitzung endete allerdings die hausärztliche Behandlung: Herr Mies übergab seine kassenärztliche Praxis an einen Kollegen – leider mit wenig vielversprechendem Namen.

    Doch nicht meine Krankenakte soll im Fokus des hiesigen Wochenfotos stehen, sondern der Steinmetz Johann Steinnus.1 Mein Bürolier liegt am Melaten-Friedhof, dem altehrwürdigen Kölner Friedhof. So erlauchte Persönlichkeiten wie Sigmar Polke, August Sander und Johann Feminis, der Erfinder des Eau de Cologne, liegen dort begraben.2

    Gegenüber auf der Aachener Straße hat Herr Steinnus seine Werkstatt. Die Passung von Namen und Beruf ließ mich oft schmunzeln, zumal ich zu früheren Zeiten auf dem Weg ins Ateliero häufiger am Steinmetzbetrieb Steinbrecher vorbeifuhr.

    Kürzlich kam ich mit Herrn Steinnus ins Gespräch.

    Als ich seine Auslage betrachtete, gesellte er sich auf eine Zigarette zu mir. Er stellte sich in gespielter Bescheidenheit als Wald-und-Wiesen-Steinmetz vor. Schnell wurde aber deutlich, dass er ein Meister seines Fachs ist. Zum einen hat er eindrucksvolle Werke geschaffen und restauriert. Zum anderen blickt er auf eine über dreihundertjährige Familientradition zurück.

    Der Name ist also tatsächlich Programm, und zwar in dem Sinne, dass Urahn Steinnus seinen Nachnamen einst höchst wahrscheinlich aufgrund seines Berufs erhielt. Eine Konvention, die neben der geografischen Herkunft die wohl häufigste „Taufpraxis“ war.

    Auch wenn es um die Profession des Steinmetzes heutzutage nicht gerade gut bestellt ist, wie Johann Steinnus aus eigener Erfahrung zu berichten weiß, wird die Familientradition von Sohnemann Richard hochgehalten.3

    Wer sich ein Bild vom Schaffen der Familie Steinnus und den Kolleg*innen ihrer Zunft machen will, der/dem sei ein Besuch auf dem Melaten-Friedhof ans Herz gelegt.4 Dort ist auch die imposante Skulptur des Sensenmanns, das „Patenkind“ des Johann Steinnus, zu finden.5

    Seit kurzem bin ich übrigens in hausärztlicher Behandlung bei Frau Dr. Bäcker. Ich bin zuversichtlich, dass sie ihr Handwerk versteht – auch wenn ihre Vorfahren möglicherweise andere Brötchen buken.6

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    1 Das Wochenfoto zeigt ein Detail von der Auslage seiner Werkstatt. Der komplette Wortlaut geht wie folgt: „Die Warheit verschweigen ist die gemeinste Form der Lüge.“ Meines Erachtens muss es sich bei dem auf den ersten Blick fehlerhaften Wort „Warheit“ nicht zwangsläufig um einen Rechtschreibfehler handeln. Vielleicht haben wir es mit einem alternativen Wort für Vergangenheit zu tun. Etwa im Sinne von „Warheit– Ist-Sein – Werden“.

    2 Die Geschichte über die Entstehung des Eau de Cologne ist eine Geschichte zweier Familien, deren Mitglieder miteinander kooperieren und untereinander konkurrieren. Eine Geschichte um Produktpiraterie und das Ringen um Markenrechte. Eine Geschichte, die bis heute erfolgreich andauert – und doch wird über den wahren Erfinder des Eau de Cologne weiterhin gestritten. Hier habe ich darüber geschrieben.

    3 Auch im just als Taschenbuch erschienenen Buch „Die Welt der verschwundenen Berufe“ von Rudi Palla wird die Profession des Steinmetz neben so illustren anderen Beispielen wie der des Lichtputzers genannt.

    4 Der seit mehr als 200 Jahren bestehende Friedhof Melaten liegt zentral zwischen Lindenthal und Ehrenfeld, Aachener Straße 204, 50931 Köln. Regelmäßig finden Führungen von verschiedenen Anbietern statt.

    5 Der „Der Sensenmann“, ein Wahrzeichen des Friedhofs, ist eine Skulptur des Bildhauers August Schmiemann (1846-1927). Für Johann Steinnus, der ja mehr oder weniger auf Melaten groß geworden ist, war „Der Sensenmann“ von Kindesbeinen an eine Art Freund, weshalb er später auch die Patenschaft über Skulptur und Grabstelle übernommen hat. Als einer seiner Söhne als Kind verunglückte, hat er ihn hier begraben. Bei der Bewältigung seiner Trauer hat ihm sein freundschaftliches Verhältnis zum Sensenmann geholfen.

    6 Wenigstens ein Mal in meinem Leben, wollte ich die wunderliche Form „sie buken“ schreiben. Sie klingt so viel schöner als das heutzutage gebräuchlichere „sie backten“.

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  • Gefunden:
  • KW 32: Irgendwo ist überall

    „Wie viele Bücher braucht der Mensch?“, frage ich mich seit meinem letzten Umzug.

    Mein Rücken sagt: „Kein einziges, ein E-Book-Reader tut's auch!“

    Mein anachronistisches Bildungsbürgerherz hingegen wünscht sich noch immer Regalmeter soweit das Auge reicht.

    Doch vom Ideal ist die Realität weit entfernt. Meine Bücher stehen in Zweierreihen, lagern in Kisten und stapeln sich in Türmen. Schätzungsweise 2.500 Bücher nenne ich mein Eigen. Das sind zu viele – zumindest in Anbetracht des Wohnraums, der mir zur Verfügung steht.

    Da hilft nur aussortieren: verschenken, verkaufen, verwerten.

    Meine Strategie, mich von Büchern zu trennen, nachdem ich sie gelesen habe, scheiterte jedoch kürzlich an Christine Brückner (1921-1996). Ihre Poenichen-Trilogie hat mich zu sehr in den Bann gezogen, als dass ich „Jauche und Levkojen“ und „Nirgendwo ist Poenichen“ im nächstbesten öffentlichen Bücherschrank hätte deponieren wollen.

    Auf unterhaltsame, aber nicht triviale Weise unternimmt Christine Brückner eine Reise durch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts: Vom ersten Weltkrieg bis in die 1980ern. Zentrale Themen sind Heimat und Flucht, Festhalten und Loslassen, Suchen und Finden, Verlieren und Ankommen.

    „Ein Klassiker der deutschen Unterhaltungsliteratur“ – heißt es heute im PR-Sprech zu Brückners großer Familiensaga. Doch das Label „U-Kultur“ tut ihr genauso Unrecht, wie ich es all die Jahre getan habe.

    Die ersten beiden Bände der Trilogie standen im Hause meiner Eltern über Jahre neben dem Telefon. Da Telefone zu jener Zeit noch kabelgebunden waren, fiel mein Blick fast täglich auf diese merkwürdigen Titel. Doch die gruselige Einbandgestaltung jener Ausgabe verhinderte, dass ich jemals einen Blick hineinwarf.

    Nun, nachdem ich meine Vorbehalte überwunden und die Bücher gelesen habe, mag ich mich nicht mehr davon trennen. Zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich noch einmal in die Geschichte der Maximiliane von Quint aus Poenichen in Hinterpommern eintauchen möchte.

    Um ehrlich zu sein, ging die Strategie bei Christine Brückner sogar nach hinten los: Da nur Teil 1 und 2 der Trilogie seit einer Wohnungsauflösung in meinen Regalen standen, musste ich mir auch noch (den vergleichsweise enttäuschenden) Teil 3 „Die Quints“ zulegen. Statt zwei Bücher loszuwerden, habe ich ein weiteres erworben.

    So wird das nichts mit der Entschlackung des Hausrats. Mittlerweile habe ich mir jedoch eine andere Strategie zurechtgelegt, meinen Bücherfundus zu reduzieren, eine Art „paradoxe Intervention“. Davon werde ich demnächst berichten.

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  • Tauben gibt es hier wie Sand am Meer.
  • KW 31: Sommerrätsel

    Hier gibt es was zu gewinnen!

    Wenn du zwei oder alle der drei folgenden Aufgaben korrekt löst, bekommst du ein oder sogar zwei Q- und/oder T-Werke geschenkt. Teilnahmeschluss ist der 22.9.2018.

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    Letzte Woche habe ich 75 alte Bücher für neue Collagen ausgeschlachtet. Darunter fanden sich auch die folgenden sieben, die im Mittelpunkt des Sommerrätsels stehen.

    Sieben Autor*innen mit sieben Werken
    1. Johannes Trojan: Beschauliches in Bild und Spruch.
      Berlin, 1870: Hofmann & Co.
    2. Theodor Fontane: Der Stechlin.
        Berlin, 1918: E. Fischer.
    3. Irmgard Wurmbrand: Das letzte Leuchten.
        Salzburg et al., 1936: Das Bergland-Buch.
    4. Wilhelm Raabe: Der Hungerpastor.
        Berlin, 1912: Otto Janke. 41. Auflage.
    5. R. Müller-Freienfels (Hrsg.): Goethes Briefe an Frau von Stein,
        Band 1. Berlin, 1923: Volksverband der Bücherfreunde.
    6. Fjodor Dostojewski: Erniedrigte und Beleidigte.
        Berlin, o.J.: Martin Maschler.
    7. Thomas Mann: Buddenbrocks. Verfall einer Familie.
        Stockholm, 1945: Bermann-Fischer.

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    1. Aufgabe: Wer hat was geschrieben? Ordne die folgenden Zitate den sieben Autor*innen zu! Dazu musst du die Bücher nicht unbedingt kennen oder lesen. Ein wenig Überlegung mit etwas Mut zur Lücke, gegebenenfalls garniert mit einer kleinen Suchanfrage reichen vollkommen aus. Als Lösung ergibt sich ein Muster aus Zahlen (Autor*in) und Buchstaben (Zitate).

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    Sieben Zitate aus eben diesen sieben Werken:
    A) „Die Sehnsucht nach Tat, Sieg und Macht, die Begier, das Glück auf die Kniee zu zwingen, flammte kurz und heftig in seinen Augen auf. Er fühlte die Blicke aller Welt auf sich gerichtet, erwartungsvoll, ob er das Prestige der Firma, der alten Familie zu fördern und auch nur zu wahren wissen werde.“

    U) „Eß ist so heiß, dass ich die Sandwüste zu Ihnen nicht durchwaten kann. Ich sizze in der Einsiedeley wohin ich mir das Essen bestellt habe. In der Ruhe werd ich an sie dencken wenn in der Pracht Sie von andern Gegenständen beschäfftigt seyn werden. Gegen Abend komm ich aber, und bin dann auch wieder neu. Adieu Liebste. Heut Nacht wars noch gar schön.
    6. August 1778“

    T) „Es war Ende November, als Woldemar diesen Brief erhielt. Er überwand ihn rasch, und am dritten Tag las er alles schon mit einer großen Freudigkeit. Ganz der Alte; jede Zeile voll Liebe, voll Güte, voll Schnurrigkeiten. Und eben diese Schnurren, trafen sie nicht eigentlich auch den Nagel auf den Kopf? Sicherlich.“

    R) „Gutmütige Menschen pflegen nicht darauf zu warten, sie helfen denen, die der Hilfe bedürfen. Es gibt in der Welt sehr viele gute Menschen, Nelly. Du hast nur das Unglück gehabt, bis jetzt sehr wenigen zu begegnen.“

    Q) „Bedingung. Lob soll ehren, Tadel muß lehren! Sonst ist es besser auf Keinen hören.“

    A) „Aus dem offenen Munde starrt Erde mit Blut gemischt. Die Erde, um die er ein Leben lang gesorgt, geschafft, gejagt. Als könne er auch im Tode noch nicht genug haben von der Erde, mit der sein Blut eins war. Als wollte er im Tode noch von der Erde raffen, die sie ihm im Leben verwehren wollten, weil sie ebenso an dieser hängen mit ihrem Blut, wie er.“

    D) „Wir wollen das dahin gestellt sein lassen; uns genügt es, daß das Lachen nicht Monopol und das Weinen nicht Servitut ist auf diesem rundlichen, an beiden Polen abgeplatteten, feuergefüllten Ball, auf welchem wir uns ohne unsern Willen einfinden, und von welchem wir ohne unsern Willen abgehen, nachdem uns der Zwischenraum zwischen Kommen und Gehen sauer genug gemacht wurde.“

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    2. Aufgabe: Gesucht ist die „älteste aller Silbe“. Um zu erfahren, um welche es sich handelt, bildest du zunächst aus der obigen Buchstaben-Kennung der Zitate ein sinnvolles Wort. Anschließend musst du die fehlende Silbe nennen, die dem Wort zum zugrundeliegenden Konzept der Q- und T-Werke fehlt.

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    3. Aufgabe: Gesucht ist ein beliebter Urlaubsort in Europa mit sieben Buchstaben. Das Lösungswort nennt den Ort rückwärts. Aus jedem literarischen Zitat ist je ein Buchstabe gesucht. Dazu braucht es die korrekte Lösung der ersten Teil- der zweiten Aufgabe. Das dortige Lösungswort gibt die Reihenfolge der Buchstaben und damit der Zitate vor. Vonnöten sind die folgenden Buchstaben:

    Sieben Buchstaben aus den sieben Zitaten:
    1.: Buchstabe, der im ersten Wort doppelt vorkommt
    2.: Erster Buchstabe des zweiten Wortes
    3.: Erster Buchstabe des ersten Wortes
    4.: Erster Buchstabe von hinten
    5.: Erster Buchstabe des genannten Namens
    6.: Erster Buchstabe des am häufigsten vorkommenden Nomens
    7.: Zwölfter Buchstabe von vorne

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    Schicke die Lösungen bis spätestens zum kalendarischen Sommerende am 22.9.2018 per Mail an mich. Bei zwei richtigen Lösungen gibt es ein Q- oder T-Werk, bei drei richtigen Lösungen gibt es ein Q- und ein T-Werk geschenkt (per Post direkt zu dir nach Haus). Viel Erfolg und Spaß beim Rätseln!

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    Die genannten Bücher sind nicht als Lektüreempfehlung zu verstehen, denn ich muss gestehen: Ich habe keins davon je gelesen – genauso wenig wie die anderen 68 Bücher, die ich letzte Woche ebenfalls entkernt habe. Es handelt sich um Bücher, die aus Nachlässen und Auktionen den Weg zu mir fanden. Ihre Auswahl für das Rätsel folgte vor allem dem Wunsch, eine lösbare Aufgabe zu schaffen. Dass bei Raabes „Hungerpastor“ ein antisemitischer Grundton mitschwingt, ein Vorwurf, gegen den sich der Autor selbst allerdings verwehrte, habe ich erst bei der Finalisierung des Beitrags erfahren (Marcel Reich-Ranicki urteilte: Raabes „fragwürdigstes, wenn nicht widerlichstes Buch“). Sonst hätte ich davon abgesehen, das zu seiner Zeit äußerst erfolgreiche Buch zu zitieren.

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  • Wish I was there
  • KW 30: Urlaubspost

    Herzliche Urlaubsgrüße sendet euch Volker. Die Sonne lacht und die Unterkunft ist ganz heimelig. Nur das Essen könnte ausgewogener sein.

    Wo ich bin? – Im Büro. Und während ich diese Zeilen schreibe, frage ich mich: – Wann habe ich eigentlich meine letzte Urlaubspostkarte verschickt, meine letzte analoge? – Muss schon eine Weile her sein.

    Ob wir unsere Handschrift einst gänzlich verlieren werden? Werden wir dann auch unsere Unterschrift aufgeben? Und damit ein Stück Identität? Werden wir uns später an diesen Übergang erinnern können? – Vermutlich nicht. Es wird einfach so passieren: Das Schreiben per Hand wird sich zunehmend ausschleichen. Unsere Identität wird sich wandeln, so wie eh und je.

    Ob wir dann auch die handwerkliche Fähigkeit des Schreibens verlernen werden? Oder ist das so wie Fahrradfahren? – Ich tippe darauf. Aber letztlich ist es eine Frage der Zeitspanne. Mag sein, dass es den Digital Natives nach sagen wir mal drei Jahrzehnten Entwöhnung schwerfallen wird, lesbare Zeichen zu Papier zu bringen. Wenn es denn noch Schreibpapier gibt.

    Ob nachfolgende Generationen das handschriftliche Schreiben überhaupt noch lernen werden?Wozu sollten sie, wenn es im Alltag keinen Nutzen mehr bringt? – Weil es ein Kulturgut ist, das bewahrt werden muss?

    Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie es war, nicht lesen, nicht schreiben zu können? Oder ans Schreiben lernen? – Ich nicht. Ich weiß nur, wann ich mir das Schreiben zu eigen gemacht habe, wann ich begonnen habe, eigene Gedanken, Gefühle, Geschichten in Worte zu gießen.

    Heute schreibe ich 90 Prozent meiner Worte digital. – Wann werden diese Dateien oder deren Datenträger nicht mehr zu lesen oder zu öffnen sein? Wird es irgendwann keinen Speicherplatz mehr geben? Und werden wir es vermissen, Erinnerung in Worten festzuhalten?

    Genug der Fragen! Für heute, verbleibe ich mit herzlichen Urlaubsgrüßen,
    wo auch immer ihr gerade seid!

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  • Der schon wieder
  • KW 29: Auf Trumpelpfaden

    Vor gut einem Jahr habe ich prophezeit, dass Dagobert Trump (*1946) binnen eines Jahres die Lust am Regieren verliert (vgl. KW 14/17).

    Es wäre ein schöner Treppenwitz der Geschichte gewesen, wenn Trump nicht über seine Unlust, sondern über seine Lust gestürzt wäre.

    Doch selbst die mutmaßliche Affäre mit Pornostar Stormy Daniels (*1979) wird den Präsidenten nicht zu Fall bringen. Obwohl er offiziell längst bestätigt hat, dass Stephanie Gregory, wie Stormy Daniels eigentlich heißt, kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 130.000 US-Dollar Schweigegeld aus seiner Kasse erhalten hat (was er zuvor allerdings verneint hatte, so wie er weiterhin bestreitet, dass er jemals Sex mit ihr hatte).

    Manch anderen Präsidenten hat eine Sex-Affäre in den prüden, rüden USA schon ins Straucheln gebracht (so zum Beispiel Bill Clinton 1998). Nicht jedoch Mister T. Es hat den Anschein, dass der sich alles herausnehmen kann. Frei nach dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, regiert sich's völlig ungeniert.“

    So wird Mister T. weiter wüten wie es ihm beliebt: wahnwitzige Entscheidungen treffen, mühsam errungene Vereinbarungen aufheben, internationale Konventionen brechen und internationale Bündnisse brüskieren und mit all dem Öl ins Feuer gießen, Hass schüren, gesellschaftliche Gräben vertiefen und America – first of all – als geile Geldmacht statt als wohlwollende Weltmacht etablieren.

    Es bleibt zu befürchten, dass sogar eine zweite Amtszeit von 2020 bis 2024 im Bereich des Möglichen liegt. Just hat er verkündet, eben hierfür kandidieren zu wollen. Der „amerikanische Frühling“ jedenfalls ist bislang ausgeblieben.

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  • What a Matter
  • KW 28: Trollschusspanik

    Russische Trolle haben 2016 die US-Wahl entschieden und den Brexit beschlossen. So mutmaßt mancher. Vermutlich bestimmen sie auch den Ausgang der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft.

    Wenn man so will, sind sie – je nach Weltsicht – die Superschurken beziehungsweise Superhelden unserer digitalen Tage. Ob Kinder in Russland mittlerweile schon davon träumen, Troll zu werden – anstatt Kosmonaut oder Feuerwehrmann?

    Vermutlich nicht. Denn bei allem, was so durchsickert, ist das Trollsein kein Zuckerschlecken. Das Gehalt soll überdurchschnittlich sein, das Arbeitspensum allerdings auch. Gleich mehrere fingierte Identitäten mit Leben füllen (sechs Facebook- und zehn Twitterprofile), mindestens 50 Kommentare, 50 Tweets und 18 Facebook-Posts pro 12-Stunden-Schicht absetzen, ist ein straffes Pensum. Wäre es da nicht hilfreich, eine Software zu entwickeln, die das Fingieren, Manipulieren und Diskreditieren von ganz alleine erledigt, den Trollen zumindest aber eine wenig zur Hand geht? Ach, das gibt's schon?

    Die britische Tageszeitung „The Guardian“ berichtete 2011, dass das US-Militär im Begriff sei, eine eben solche Software zu entwickeln, die es erlaube, die Sozialen Medien mit Hilfe von „Sockenpuppen“ (gefälschte Online-Persönlichkeiten) und pro-amerikanischer Propaganda zu beeinflussen. Der US-amerikanische Journalist Glenn Greenwald (*1967) konnte anhand der von Whistleblower Edward Snowden (*1983) geleakten Dokumente ab 2013 aufzeigen, wie die Geheimdienste der USA und Großbritanniens das Internet nicht nur zur Überwachung, sondern auch zu Meinungsmache nutzen.

    Moment mal, Snowden, Snowden, ist das nicht dieser russische „Spion“? Diese Hypothese streute jedenfalls Hans-Georg Maaßen (*1962), Präsident des deutschen Bundesamts für Verfassungsschutz. Für viele andere hingegen bleibt Edward Snowden ein „Kämpfer für die Freiheit“ – dem Russland seit 2013 Asyl gewährt, während die meisten anderen, darunter viele europäische Länder Snowdens Asylantrag abgelehnt haben.

    Wer mit wem unter einer Decke steckt, und wer aus welchen taktischen Gründen welche verdeckten Interessen verfolgt, lässt sich heuer kaum noch mit Sicherheit sagen. Wir sollten allerdings nicht den Fehler begehen, uns von der eigenen Verantwortung zu drücken. Der alte Trick des Sündenbocks funktioniert ja immer noch hervorragend. Wenn die einfache Losung: "Die Russen war'n's" herangezogen wird, entlastet das von der erforderlichen Selbstreflektion.

    Selbst wenn russische Trolle beispielsweise Einfluss auf das Referendum zum Brexit genommen haben, erklärt das noch lange nicht die Tatsache hinter dem Ergebnis: Nämlich, dass auch die Gesellschaften innerhalb Europas gespalten sind, und zwar mehr als uns lieb sein kann. Trolle mögen die Gräben vertiefen können. Sie zu überbrücken, bleibt umso mehr eine europäische Aufgabe. By the way: Ich verstehe bis heute nicht, wie eine derart knappe Entscheidung beim Brexit-Referendum (51,9 vs. 48,1 %) ausreichen konnte, um eine so folgenschwere Entscheidung zu treffen. Wäre da statt einfacher Mehrheit nicht das Erreichen einer Zwei-Drittel-Mehrheit angemessen gewesen?

    Mit relativer Sicherheit kann ich übrigens behaupten, dass diese Zeilen hier weder von einem Troll der einen noch von einem der anderen Seite geschrieben wurden? Reine Spekulation meinerseits ist hingegen, dass England Fußballweltmeister 2018 wird.

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  • Da ist das Wasser verstoben.
  • KW 27: Endstation Seenot

    Während die „Berliner Luftbrücke“ in der vergangenen Woche viel Aufmerksamkeit erfuhr, wird der „Konferenz von Évian“ in dieser Woche kaum gedacht werden.

    Die Luftbrücke wurde wie so oft als „beispiellose Hilfsaktion“ gewürdigt. Am 26. Juni 1948 nahmen die westlichen Alliierten den Flugbetrieb nach Berlin auf, um die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Aktion war notwendig geworden, nachdem die Sowjetunion eine Blockade Berlins angeordnet hatte: Land- und Wasserwege wurden abgeriegelt. Versorgungsleistungen gestoppt. Rund 2,2 Millionen Menschen in den westlichen Sektoren waren damit von der Außenwelt abgeschnitten.

    Die Erinnerung an die Konferenz von Évian wird wie so häufig verdrängt, weil sie einen Schandfleck in der Geschichte der internationalen Gemeinschaft darstellt. Die Zusammenkunft fand auf Initiative des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt (1882-1945) vom 6. bis 15. Juli 1938 im französischen Évian-les-Bains statt. Vertreter*innen von 32 Ländern und 24 Hilfsorganisationen beratschlagten darüber, wo die aus Nazi-Deutschland und Österreich flüchtenden Jüdinnen und Juden Asyl finden könnten.

    Durch die Luftbrücke konnte die Versorgung der West-Berliner Bevölkerung gesichert werden. Erst nach knapp einem Jahr wurde die Blockade am 11./12. Mai 1949 wieder aufgehoben. Die Anzahl der Flüge wurde daraufhin schrittweise verringert. Am 30. September landete schließlich der letzte „Rosinenbomber“ in Tempelhof.

    Die Konferenz von Évian hingegen war ein Desaster. Kein Land zog ernsthaft in Erwägung, eine größere Zahl an Flüchtenden aufzunehmen. Die USA bekräftigten, an ihrer Obergrenze von jährlich rund 27.000 Jüdinnen und Juden aus Nazi-Deutschland und Österreich festzuhalten. Die meisten anderen Länder bekundeten zwar ihre Anteilnahme, erklärten jedoch, keine Möglichkeit der Aufnahme zu sehen. Manche Länder wollten die Konferenz gar dazu nutzen, die in ihren Grenzen lebende jüdische Bevölkerung auf andere Länder zu verteilen.

    Die spätere israelische Ministerpräsidentin Golda Meir (1898-1978) nahm als Beobachterin an der Konferenz von Évian teil. Sie erinnerte sich im Nachhinein: „Ich hatte Lust, aufzustehen und sie alle anzuschreien: Wisst ihr denn nicht, dass diese verdammten Zahlen menschliche Wesen sind, Menschen, die den Rest ihres Lebens in Konzentrationslagern oder auf der Flucht rund um den Erdball verbringen müssen wie Aussätzige, wenn ihr sie nicht aufnehmt?“

    Zu welchen Gräueltaten Nazi-Deutschland kurze Zeit später fähig sein würde, war damals kaum vorstellbar. Das mag die Zurückhaltung der Delegierten ein Stück weit erklären. Das muss dann auch erklären, warum in dieser Zeit mehrere Schiffe mit jüdischen Flüchtlingen an Bord von verschiedenen Ländern abgewiesen wurden, so zum Beispiel die St. Louis mit knapp tausend Passagieren, die im Mai 1939 in Hamburg ablegte, zwischen Kuba und Florida strandete, weil sie weder von den USA noch von Kuba eine Anlegeerlaubnis erhielt, und wieder zurück über den Atlantik schließlich im Juni in Antwerpen landete.

    Mit Kriegsausbruch verschlechterten sich die Möglichkeiten der Flucht ab 1939 dann drastisch – und der Holocaust nahm seinen schrecklichen Lauf. Über 6,2 Millionen Jüdinnen und Juden mussten bis Kriegsende im Mai 1945 ihr Leben lassen. Wie viele mit größerer Solidarität und Aufnahmebereitschaft der Teilnehmerländer bei der Konferenz von Évian überlebt hätten, ist eine müßige Frage.

    Viel wichtiger sind beziehungsweise wären die Lehren für die Gegenwart. Wie kann es sein, dass im Jahre 2018 Schiffe mit Geflüchteten an Bord im Mittelmeer erst tagelang umherirren müssen, bis sie einen sicheren Hafen finden? Und was genau waren jetzt die Errungenschaften des EU-Gipfels in der vergangenen Woche?

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  • Da ist noch Luft nach oben.
  • KW 26: Schwestern von gestern

    Ich bin es leid, dieses ewige Gezeter um die deutsche Asylpolitik inklusive Merkel-Bashing. Aus innenpolitischer Sicht gibt es wesentlich dringlichere Anliegen: Kinderarmut zum Beispiel oder den Pflegenotstand.

    Lasst uns reden, nicht popeln

    Das heißt nicht, dass wir nicht darüber sprechen müssten, wie Deutschland mit der globalen Herausforderung Flucht umgehen soll. Das Gegenteil ist der Fall. Es braucht eine Debatte auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Doch die dauernden Machtspielchen der CSU erschweren eine konstruktive Auseinandersetzung zunehmend – und spielen den Populisten in die Hände.

    Mir geht es nicht darum, die Positionen der CSU als grundsätzlich falsch abzustempeln (ihr Gehabe allerdings schon). Konstruktiv ist eine Auseinandersetzung ja nur dann, wenn sie die unterschiedlichen Positionen berücksichtigt. Dafür ist es bei der gegebenen Komplexität erforderlich, ideologische und parteipolitische Barrieren zu überbrücken. Dafür ist es des Weiteren erforderlich, endlich zwischen Ein- und Zuwanderung zu trennen. Aber zu allererst müssen wir diesen unsäglichen und unsagbar gefährlichen Populismus beiseitelassen.

    Würde, Reiz, Obergrenze

    Nehmen wir ein Beispiel: In gewisser Hinsicht ist es legitim, über das Thema „Obergrenze“ zu diskutieren. Dabei sollte allerdings von vornherein klar sein, dass die (von Deutschland 1951 unterzeichnete) Genfer Flüchtlingskonvention derartige Obergrenzen nicht zulässt. Dennoch berührt das Reizwort wichtige Fragen: Wie kann eine menschenwürdige Versorgung bei steigenden Flüchtlingszahlen gewährleistet werden? Inwieweit sind bestehende Konzepte und Gesetze noch zeitgemäß? Und letztlich auch: Wie viele Menschen kann ein Land aufnehmen, ohne selbst an der Last zu zerbrechen?

    Diese Diskussion zu unterbinden und stattdessen eine Deckelung herbeizuführen – durch zweifelhafte Vereinbarungen (z.B. das EU-Türkei-Abkommen von 2016), fragwürdige Entscheidungen (Afghanistan, ein sicheres Herkunftsland? – Jede*r, der das behauptet, sollte den nächsten Urlaub dort verbringen!), Festschreiben einer Obergrenze, ohne sie als solche zu betiteln, und nationale Alleingänge (wie jetzt von Seehofer angedacht) – ist weder angemessen noch zielführend. In vielen Punkten ist dieses Vorgehen schlicht und ergreifend verlogen. Doch genau das hat der Machtkampf zwischen Seehofer und Merkel bewirkt: Wenn es nur noch darum geht, das Gesicht zu wahren, bleiben die Inhalte und erst recht die Werte auf der Strecke.

    Masterplan von Desastermind

    Dass Horst Seehofer Angela Merkel nun mit seinem angedrohten „Masterplan Asylpolitik“ erneut in die Enge drängt, ist genauso kontraproduktiv. Erst braucht es ein halbes Jahr, bis eine neue Regierung gefunden ist, dann wird nach drei Monaten im Amt schon die erste Zerreißprobe heraufbeschworen – und eine Staatskrise in Kauf genommen. Das Ganze als Maßnahme zu verkaufen, die Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewinnen soll, ist – mit Verlaub – unter aller Sau. Wer mag da noch glauben, dass es der CSU tatsächlich um die Sache geht?

    Merkel will (mal wieder) eine europäische Lösung versuchen. Nichts Anderes wird mittel- und langfristig funktionieren – selbst wenn die Europäische Union zerfallen sollte. Die Entwicklung in Italien zeigt, was passiert, wenn Länder mit der Aufnahme und Versorgung Geflüchteter allein gelassen werden. Seit Anfang Juni ist eine Regierung aus Links- und Rechtspopulisten im Amt. Der neue Innenminister, Lega-Chef Matteo Salvini sperrt Italiens Häfen für Schiffe von Hilfsorganisation mit Geflüchteten an Board, Menschen auf der Flucht bezeichnet er als „Menschenfleisch“.

    Lasst die Kirche im Dorf (und die Schiffe in die Häfen)

    Dass es vielen Ländern der EU offenkundig an Solidarität mangelt und bis heute keine gerechte Verteilung der übers Mittelmeer kommenden Geflüchteten gelungen ist, ist ein Armutszeugnis für Europa – und vielleicht auch der Anfang von seinem Ende. Dass in diesem Jahr nach UN-Angaben schon mindestens 660 Menschen beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, gestorben sind, ist eine Schande.

    Noch eine abschließende Bemerkung zum Thema Obergrenze: Im Libanon leben inzwischen etwa 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge. Damit machen sie ein Viertel der Bevölkerung aus. Auf Deutschland umgerechnet wären das rund 20 Millionen. Tatsächlich leben hierzulande aber nur rund 1,6 Millionen Schutzsuchende. Den ach so christlich-sozialen Herren von der Union sage ich: Lasst die Kirche im Dorf (und das Kreuz in der Kirch')!

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  • Flucht ohne Ende
  • KW 25: Nach dem Sprung war vor dem Sprung

    Am 15. August 1961 soll der gelernte Schäfer Conrad Schumann aus Sachsen in der Bernauer Straße, Ecke Ruppiner Straße die Grenze sichern. Er ist gerade mal 19 Jahre alt, seit fünf Monaten bei der Volkspolizei.

    Zwei Tage zuvor, am 13.8., hatte die DDR alle Zugänge zwischen Ost- und West-Berlin dichtgemacht. Stacheldraht durchzieht die Stadt. Erst nach und nach wird er durch eine (und zwar die) Mauer ersetzt.

    In der Bernauer Straße stoßen sowjetischer und französischer Sektor aufeinander. An manchen Stellen zählt der Bürgersteig noch zum Westen, während die angrenzenden Häuser zu Ost-Berlin gehören. Auf Höhe der Ruppiner Straße besteht die Absperrung aus etwa 80 Zentimeter hohen Stacheldrahtrollen.

    Hier soll Conrad Schumann dafür Sorge tragen, dass niemand rübermacht. Er wirkt nervös. Er raucht eine nach der anderen. Immer wieder geht er zwischen seinem eigentlichen Wachplatz und dem Stacheldraht hin und her. Auf der Westseite haben sich einige Passanten und Journalisten versammelt, darunter auch der ebenfalls 19-jährige Peter Leibing, seinerzeit Volontär bei der kleinen Hamburger Fotoagentur Contipress.

    Dann plötzlich läuft Conrad Schumann (1942-1998) los. Er springt über den Stacheldraht in den Westteil der Stadt. Im Sprung streift er den Schulterriemen seiner Waffe ab und lässt sie fallen. Genau in diesem Augenblick drückt Peter Leibing (1941-2008) den Auslöser seiner Kamera (eine „Exakta“ aus der DDR).

    „Ich wollte nicht auf Menschen schießen, wollte niemanden einsperren und wollte selber auch nicht eingesperrt sein“, sagt Conrad Schumann kurz nach dem Mauerfall 1989 in einem Interview mit dem WDR.

    Conrad Schumann lässt sich in Bayern nieder [Schau mal einer an: Es gab Zeiten, da waren Geflüchtete auch in Bayern willkommen...]. Er arbeitet zunächst als Werkzeugmacher und findet dann eine Anstellung bei Audi in Ingolstadt. Er verliebt sich, heiratet, wird Vater eines Sohnes – und unfreiwillig zum „Helden“ (respektive „Volksverräter“).

    Das besagte Foto von seinem „Sprung in die Freiheit“ geht um die Welt (seit 2011 gehört es sogar zum deutschen UNESCO-Weltdokumentenerbe). Mit seiner enormen Symbolkraft entwickelt es sich zu einer der bekanntesten Medienikonen des Kalten Krieges: Für den Westen von unschätzbarem Wert, für das DDR-Regime hingegen eine Riesenblamage.

    Glücklich wurde Conrad Schumann im Westen leider nicht. Seinen Sprung soll er nicht bereut haben. Doch vermisste er seine Heimat und Familie, die er bei der Flucht ohne Wiederkehr zurückgelassen hatte (erst nach der Wiedervereinigung konnte er wieder auf Besuch gehen; vorher wäre er verhaftet worden ). Zeitlebens wurde er zudem von Ängsten vor der Stasi geplagt. Auch mit seiner Heldenrolle als Vorzeigeflüchtling haderte er. Vor zwanzig Jahren, am 20. Juni 1998 erhängte er sich 56-jährig im Schuppen seines Gartens.

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  • Weihwasser eimerweise?
  • KW 24: König Blaubär

    Wolfgang Völz war lange Zeit mein persönliches Paradebeispiel für die Launenhaftigkeit unseres Erinnerungsvermögens.

    Wolfgang Völz hat sich in mein Hirn gebrannt. Selbst wenn ich wollte, und ich habe es wahrlich versucht, ich könnte und kann diesen Namen einfach nicht vergessen – während ich mir beispielsweise bis heute partout nicht merken kann, und das als Kölner in Köln, wo rechts- und wo linksrheinisch ist.

    Das Erstaunliche daran ist, dass ich keine Verbindung zu Wolfgang Völz habe (so zumindest dachte ich). Seine großen Zeiten hatte der Schauspieler in den 60er, 70er Jahren. Zumindest „groß“ im Sinne von einem großen Fernseh-Publikum präsent (durch seine Hauptrollen in „Raumpatrouille“ mit sieben und in „Graf Yoster gibt sich die Ehre“ mit 76 Folgen). Nur war das eben vor meiner aktiven Fernsehzeit.

    Warum also sollte ich mir den Namen Wolfgang Völz merken – während ich den Namen einer Person, die sich mir Aug' in Aug' vorstellt, schlimmstenfalls und bedauerlicherweise viel zu oft just in dem Moment, wo sie ihren Namen nennt, sofort wieder vergesse? OK, „Raumpatrouille“ ist Kult – aber mehr als ein, zwei Folgen habe ich trotzdem nicht gesehen.

    So kam es dann einst dazu, dass ich anfing, den Namen Wolfgang Völz anzuführen, wenn sich Gespräche rund um die Themen Lernen und Erinnern drehten. Und zwar als Beispiel für Gedächtnisinhalte, die an sich entbehrlich, aber dennoch unwiderruflich gespeichert sind, obwohl es längst an der Zeit wäre, Kapazitäten für neue Informationen frei zu machen.

    Und so kam es dann schließlich auch dazu, dass ich mit Wehmut vernommen habe, dass Wolfgang Otto Isaak Völz kürzlich verstorben ist, mit 87 Jahren, am 2. Mai 2018 in Berlin.

    Dass ich nun darüber schreibe, liegt daran, dass ich erkannt habe, dass ich Wolfgang Völz (1930-2018) all die Jahre Unrecht getan habe. Insgesamt stand er für rund 150 Kinofilme und 650 Fernsehproduktionen vor der Kamera. Er sprach von sich selbstironisch als „allerersten Mann der zweiten Klasse“, denn er spielte selten die Hauptrolle. Doch mit seinem sympathischen Knautschgesicht und seiner markanten Stimme verlieh er jeder Nebenrolle einen eigenen Glanz.

    Für seinen Freund und Kollegen Dietmar Schönherr (1926-2014) war Wolfgang Völz der deutsche Walter Matthau (1920-2000) – dem er übrigens als Synchronsprecher seine Stimme lieh. Überhaupt war Wolfgang Völz ein gut gebuchter Synchron- und Hörspielsprecher. Er war auch die deutsche Stimme von Peter Ustinov, Mel Brooks und Michel Piccoli. Er sprach Majestix, Käpt'n Iglo, den Androiden Otto in „Captain Future“ und in rund 200 Folgen „Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn“ Käpt’n Blaubär höchstpersönlich.

    Mein Hirn hat mir also keinen Streich gespielt, indem es den Namen Wolfgang Völz über Jahrzehnte konservierte. Das Gegenteil ist der Fall: Der Mensch Wolfgang Völz gehört erinnert.

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  • Kladderadatsch
  • KW 23: Das Kreuz mit dem Kreuz

    Herr S. Öder sitzt an seiner Steuererklärung. Die Freude lässt er sich nicht nehmen. Überall Kreuzchen setzen. Doch diesmal geht ihm dabei auf, dass die Kreuze von Elster kruzifixnochemal verkehrt herum sind. Da wird ihm ganz bang ums Herz.

    Da müsste man doch mal ran an die Sache. Das müsste man doch graderücken. Dumm nur, dass jetzt der Scholz im Amt ist. Wie um Himmels Willen konnte sich die Merkel von den Sozen das Finanzministerium abschwatzen lassen? Kruzifixnochemal. Und so kommt es, dass die Stimmung kippt. Richtig in Rage regen könnte er sich jetzt. Ein paar Mal schlägt er kräftig mit der Faust auf den Tisch. Das hilft, ein wenig.

    Doch dann das: Als er nochmal Bogen um Bogen, Zeile für Zeile kontrollieren will, ist er wie von Sinnen. Alle Poren pochen, pumpen Schweiß. Schnappatmung stellt sich ein. Ganz selbstverständlich hatte er sich als ersten Steuernehmer eingetragen. Was auch sonst? Ehemann bleibt Ehemann. Doch als er dann bemerkt, dass diese ewige Gleichmacherei ihm nun die Position streitig machen will, da packt ihn die Wut.

    „Ehemann oder Person A (Ehegatte A / Lebenspartner[in] A nach LPartG)“ steht da jetzt auf dem ersten Bogen der Einkommenssteuererklärung. Das mit dem Ehegatten, nun denn, doppelt gemoppelt hält besser. Aber was hat die Lebenspartnerin da zu suchen? Ist das noch wertekonform? Wutschnaubend schließt er den Laptop, schlägt noch einmal auf den Tisch und ruft nach seiner Sekretärin. Die soll den ganzen Kladderadatsch dem Steuerberater übergeben.

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  • Höllenklang
  • KW 22: Megamelobang

    Würde ich den gängigen Empfehlungen folgen, dürfte ich diesen Beitrag nicht schreiben. Die folgenden Worte können eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten:

    Star-DJ Avicii hat Medienberichten zufolge Selbstmord begangen. Der Schwede wurde 28 Jahre alt.

    Allerdings bin ich anderer Ansicht: Nicht darüber zu schreiben, ist mindestens genauso gefährlich. Aus Sorge vor dem Werther-Effekt den Suizid nicht zum Thema zu machen, bedeutet das Tabu zu festigen – und all jene, die keinen anderen Ausweg sehen, allein zu lassen.

    Weltweit begehen laut WHO jährlich rund 800.000 Menschen Selbstmord. Alle 40 Sekunden ein Suizid. In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen ist dies sogar die zweithäufigste Todesursache.

    In Deutschland sterben über 10.000 Menschen pro Jahr durch die eigene Hand. Das sind fast dreimal so viele wie durch Unfälle im Straßenverkehr zu Tode kommen. Etwa jeden zweiten Tag bringt sich hierzulande ein Jugendlicher um. Selbstmord ist somit alles andere als eine Randerscheinung, er ist eine reale Gefahr.

    Über Selbstmordattentäter, Amokläufer und sonstige schreckliche Fälle des erweiterten Suizids wird ganz selbstverständlich berichtet. Wer denkt da an den Werther-Effekt?

    Wie viel Bohei wird um die Verkehrserziehung gemacht? Schon in der Grundschule gibt es den ersten „Führerschein“. Warum setzen wir uns nicht mit dem Suizid als Gefahr für das Leben inklusive Warnhinweisen, Schutzmechanismen und Problemlösestrategien auseinander?

    Suizid zum Thema zu machen, beinhaltet ja nicht nur die Gefahr der Nachahmung, sondern auch die Chance der Vorbeugung.

    Wer Suizidgedanken hat, kann sich – kostenfrei und wenn gewünscht anonym – an die TelefonSeelsorge wenden: Sie bietet ein offenes Ohr und schnelle Hilfe, vermittelt Therapeut*innen, Beratungsstellen und Kliniken, telefonisch unter 0800 / 111 0 111 sowie per Mail und Chat.

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    Ob Avicii am 20. April 2018 tatsächlich Selbstmord begangen hat, wurde bislang nicht bestätigt. Fremdeinwirkung wird offiziell ausgeschlossen. Die Familie des schwedischen Musikers Tim Bergling, so sein bürgerlicher Name, möchte aber keine näheren Angaben zur Todesursache machen. Sie ließ verlauten: „Er konnte nicht mehr. Er wollte Frieden finden.“ Möge er also in Frieden ruhen.

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  • Midnight Sun
  • KW 21: Boomerang

    Ich weiß nicht, was ich in meiner 12.305. Nacht gemacht habe. Auf „Tabula Rasa“ besingt Blixa Bargeld eben diese Nacht in seinem Leben.

    Meine 12.305. ereignete sich am 12. August 2007, einem Sonntag. Vermutlich habe ich schlecht geschlafen, wie so oft zu dieser Zeit.

    Wie 1993, als „Tabula Rasa“ veröffentlicht wurde (vgl. KW 20), war mein 2007 eine Zeit der Umbrüche. Eine Trennung läutete einen Neuanfang ein und bereitete den Weg für eine berufliche und räumliche Veränderung. Einen Monat nach meiner 12.305. Nacht schrieb ich:

                es bleibt der wunsch
                nach kompletter tabula rasa
               

    Es kommt höchst selten vor, dass ich die lateinische Tafelmetapher bemühe. Vermutlich war eine neuronale Verknüpfung aktiviert: Von der Aufbruchsstimmung über die Musik zur Metapher.

    Auch die Einstürzenden Neubauten setzten 2007 wieder auf Neuanfang. Der Titel ihres im Herbst des Jahres veröffentlichten Longplayers lautete: „Alles wieder offen“.

    Damit trafen sie wieder einmal ins Schwarze (meiner Stimmung, die sich dann mit der Zeit über blau zu grün und orange wandelte). Und weil sie so schön mit dem Offenen spielen, schließe ich mit den Zeilen des gleichnamigen Songs aus der Feder von Blixa Bargeld  – allerdings nicht, ohne zuvor folgende Losung auszusprechen: Kauft mehr Bargeld!

Alles wieder offen

Die Gleichungen Ι Die Rechnungen Ι Die Fragen und das Meer
Grenze, Mauer, Lachen, Haus Ι Feindschaft und Visier
Die Karten liegen offen Ι Wie die Grube Ι Wie das Grab
Das Ende und die Feuerstelle Ι Das Geheimnis und die Quelle
Die Schleuse und der Sarg Ι Und möglicherweise auch das Magengeschwür

Es ist alles wieder offen

Die Zukunft Ι Die Folge, Nachfolge Ι Resultat
Tür, Tor, Wein, Hose, Bluse, Hemd und Haar
Die Fontanelle Ι Schlucht Ι Die Zukunft und die Bar
Die Runde Ι Der Schmerz (Das Spiel) Ι Die offene Marktwirtschaft
Das Messer Ι Jacques Offenbach

Es ist alles wieder offen

Vorwärts Ι Rückwärts Ι Seitwärts Ι Raus raus raus
Es ist alles wieder offen Ι wieder offen Ι wieder alles

Das System Ι Die Stelle und der Bahnübergang
Zeit, Platz, Buch, Krieg Ι Briefe, Schrank und Schuh
Dach, Kanal Ι Der Sieg und der Kamin
Die Geschäfte bleiben offen Ι Bleiben offen sowieso
Das Angebot ist offen für alle

Es ist alles wieder offen Ι wir hoffen Ι wieder alles

Ich lehne mich kurz zur Seite
und erwarte einen kleinen Schub
Ich weiß nicht ob ich heulen sollte …
Was ist offen? Ι Die Wunde und das Herz

Das Gesicht Ι Die Kirche Ι Die Gesellschaft und der Staat
Das Mikrofon Ι Der Himmel Ι Die Partnerschaft Ι Das Wort

Es ist alles wieder offen Ι Der offene Vollzug Ι Es ist alles wieder offen

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  • Banges B
  • KW 20: Bang, Bang

    „Schatz, unser Sohn ist verrückt geworden“, rief meine Mutter einst meinem Vater zu, als sie mich beim Hören der neuen Neubauten sah.

    Das war 1993. Ich lebte noch bei meinen Eltern und stand kurz vor dem Abi. „Tabula Rasa“, der Titel des Albums, passte genau wie die Musik zur Stimmung der Zeit.

    Das letzte Stück auf der Platte, „Headcleaner“, ist eine wort- und musikgewaltige Hymne an die Kraft des Neuanfangs. Brachial, treibend, psychedelisch. Nach zwei Dritteln des 15-minütigen Lieds ertönt eine Minute lang nichts weiter als ein schriller Signalton. Just als dieser Ton erklang, platzte meine Mutter ins Zimmer und ertappte mich aufmerksam lauschend.

    Dass ich 25 Jahre später zu einem Song mit dem bedrückenden Titel „eng, düster und bang“ mit dem Fuß wippe, hängt damit zusammen. Nicht, weil ich tatsächlich verrückt geworden wäre; zumindest nicht verrückter als ich es damals schon war.

    Das Liedchen stammt von der gleichnamigen CD des Schweizer Musikprojekts KiKu um die beiden Musiker Yannick Barman (*1973) and Cyril Regamey (*1977). Mit von der Partie sind als Vokalisten Black Cracker (*1977) und Blixa Bargeld (*1959), der Kopf der Einstürzenden Neubauten (vgl. KW 43/2016) . Das Album ist im September 2017 auf CD und Vinyl erschienen.

    Vertont und vorgetragen werden Texte von Jean Paul (1763-1825), mal gesungen, mal rezitiert, mal geshoutet, mal gerappt, mal auf Englisch, mal auf Deutsch. Die Musik schwankt zwischen Jazz und Elektronik, Ambient und Avantgarde, Punk und Pop. Zumindest nistete sich der Titeltrack schon als Ohrwurm in meinem Gehörgang ein, woran die balkanesken Bläserparts und der leichte Anklang des Refrains an „Marmor, Stein und Eisen bricht“ (statt tam, tam: bang, bang) einen nicht unerheblichen Teil beigetragen haben.

    Trotz verquerer, düsterer Textpassagen und atmosphärisch dichter Musik ist es doch ein Album, das erhellt. Jean Paul war mir bis bislang ausschließlich als vorzüglicher Bonmot-Verfasser untergekommen. Dass ihn tiefe Zweifel plagten, war mir nicht bewusst. Dieses Spannungsverhältnis macht ihn als Person sehr viel interessanter. Wie hat er zu seinem Gleichmut gefunden?

    [Es würde naheliegen, an dieser Stelle das ein oder andere Zitat einfließen zu lassen. Beschränken wir uns auf: „Sprachkürze gibt Denkweite.“ – Jean Paul (1763-1825)]

    Vielleicht muss mensch für „eng, düster und bang“ tatsächlich ein wenig verrückt sein. Denn mal ehrlich: Wer will 2018 schon die Vertonung eines Dichters aus dem 18. Jahrhundert hören? Und dann ausgerechnet seine Schattenverse?

    Und dann auch noch diese Songstrukturen: Gleich der Opener kommt mit fast elf Minuten daher, und auch der zweite Track lässt sich mit acht Minuten sehr, sehr viel Zeit. Ab dem dritten Song überwiegen dann die „Lieder“, zum Teil tatsächlich mit ohrwurmtauglichen Refrains. Textlich stehen sie aber stark in Kontrast zum Mitwippreflex.

    Es stimmt wohl: Für „eng, düster und bang“ muss mensch ein wenig verrückt sein, im Sinne von offen für Neues weit ab vom Mainstream (das Vorgängeralbum mit demselben Ensemble ist online in voller Länge kostenlos verfügbar, trotzdem wurde es erst von wenigen hundert Menschen gehört). Mensch muss aber auch gewillt und gewappnet sein, der Düsternis zu begegnen.

    Mich begleitete die Musik durch eine neue Collagenreihe („aus den fugen – in die fügung“), die aber noch nicht vollendet ist und auch noch nicht das Licht der Öffentlichkeit erblicken mag.

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  • Spring time
  • KW 19: Ära, wem Ära gebührt

    „Helft dem Spinner auf die Sprünge!” So oder ähnlich lautete eine Losung der 68er. Auch darüber habe ich nichts in der Schule erfahren (vgl. KW 18). Dabei wäre es ein Paradebeispiel für Einfluss, Macht und Chancen des Journalismus gewesen.

    Die Schulmacher*innen von damals hatten vermutlich noch keinen Sinn für moderne Medienpädagogik. Obwohl die medial unterstützte Demagogie der Nazis durchaus Thema war. Die aber war ja Teil des diktatorischen Systems.

    Dass Medien auch unter dem Deckmantel der Unabhängigkeit subjektive Stimmungsmache betreiben, wäre eine Lehrstunde wert gewesen. Auch damals schon. Heute, im Zeitalter der digitalen Medien und alternativen Fakten, muss Medienpädagogik als eigenständige Disziplin von dringlicher Relevanz verstanden werden.

    Die Fronten sind freilich nicht mehr ganz so eindeutig wie damals. Was ist schon die BILD angesichts gut organisierter, bestens ausgestatteter und hoch qualifizierter Trollarmeen? Stefan Aust (*1945) jedenfalls sieht keinen Widerspruch darin, dass er seine journalistische Laufbahn einst als Kollege von Ulrike Meinhof (1934-1976) bei konkret begonnen hatte, von 1994 bis 2008 Chefredakteur des SPIEGEL war und heute Herausgeber der WeLT ist.

    Auch auf den Straßen Kreuzbergs scheinen die ehemaligen „Kontrahenten” miteinander versöhnt. Seit 2008 treffen die Axel-Springer-Straße und die Rudi-Dutschke-Straße aufeinander. Wen stört schon, dass die Axel Springer AG (heute: SE) zuvor gegen die Umbenennung eines Teilstücks der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße geklagt hatte? Und wen stört, dass der Axel Springer Award 2018 am 24. April an Amazon-Gründer Jeff Bezos (*1964) verliehen wurde?

    Erfreuen wir uns lieber daran, dass zwei Tage später die größte „Bürgerrechtsbewegung” Deutschlands gegründet wurde. Im NEO MAGAZIN Royale vom 26. April 2018 berichtete Jan Böhmermann (*1981) über die Machenschaften des Netzwerks Reconquista Germanica. Das Contentnetzwerk Funk von ARD und ZDF hatte recherchiert, wie das rechtsextreme Netzwerk Hasskampagnen gegen Internetseiten, Medien oder Personen schaltet.

    Als Gegenpol rief Jan Böhmermann in seiner Sendung die Plattform Reconquista Internet ins Leben, die gegen Hass- und Hetzkommentare im Netz vorgehen will. Binnen einer Woche haben sich mehr als 50.000 Menschen angemeldet. Darüber hat selbstverständlich sehr wohlwollend auch die WeLT berichtet.

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  • De wie Demut
  • KW 18: Heimut

    „Wo liegt Hindenburg begraben”, stellte mein Opa einst mein Wissen auf die Probe. Meine Gegenfrage ignorierte er nonchalant, um kopfschüttelnd zu konstatieren: „Was lernt ihr nur in der Schule?"

    Diese Frage ging mir durch den Kopf, als ich vor kurzem ein Feature über Rudi Dutschke (1940-1979) hörte. Mir fiel auf, dass ich Dutschke noch nie hatte reden hören. Und das, wo ihm doch immer wieder gern brillante rhetorische Fähigkeiten attestiert werden.

    Anlass für das Feature war, dass sich das Attentat auf Rudi Dutschke am 11.4. zum 50. Mal jährte.

    Die Belehrung meines Opas lautete übrigens „Tannenberg”. Hätte es damals bereits die Wikipedia gegeben, hätte ich entgegnen können: „Was lernt ihr nur im Leben?”

    Die Tatsache, dass Hindenburg (1847-1934) seit Januar 1945 nicht mehr im Tannenberg-Denkmal ruht, hätte ich als Aufhänger für eine Belehrung meinerseits nehmen können, dass nämlich die Zeiten des Ehrenkults aus guten Gründen lange vorbei sind, aus Gründen, die meinem Opa ob seiner Erfahrung als Soldat im Zweiten Weltkrieg eigentlich hätten einleuchten müssen. So begnügte ich mich mit der Gegenfrage „Wo liegt der Hund begraben?” und ließ seine Erörterungen über mich ergehen.

    Ich hätte ihm auch entgegnen können, dass die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der Schule fächerübergreifend ausreichend vertreten ist. Ob in Deutsch, Politik, Geschichte, Englisch oder Sowi: Am Dritten Reich führte kein Weg vorbei. Was es jedoch mit Tannenberg auf sich hat und wo der Hund begraben liegt, ist nun wirklich nebensächlich.

    Über Rudi Dutschke habe ich in der Schule hingegen nichts erfahren. In Sachen „Heimatkunde” war man damals in den 80ern anscheinend noch nicht so weit.

    Wenn wir dem Aktionismus der Bundesregierung Glauben schenken wollen, ist es auch heute nicht allzu gut um die „Heimat” bestellt. Immerhin sieht sie den Anlass für ein Heimatministerium. Horst ist der neue „Museumschef” (aber hoffentlich nicht zugleich auch der Kurator).

    Hier mag ich nicht mit einer lapidaren Gegenfrage kontern. Hier stellt sich mir ernsthaft die Frage, ob es nicht eine Reihe von Aufgaben gibt, die sehr viel dringlicher angegangen werden müssten, und damit ein eigenes Sub-Ministerium rechtfertigen würden.

    Wie wäre es beispielsweise mit einem

    Ministerium für gesellschaftlichen Zusammenhalt,
    Ministerium für soziale Gerechtigkeit,
    Ministerium für Friedensförderung,
    Ministerium für globale Herausforderungen,
    Ministerium für Digitalisierung ?

    Wenn ich es mir recht überlege, war das noch nicht einmal eine Frage.

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  • Klappe halten
  • KW 17: Film ab, Kamera läuft

    Hier, ihr egoaffinen Algorithmen und misanthropischen Menschenphisher (vgl. KW 16), macht euch da mal einen Reim drauf:

    Die 140 Filme meines Lebens

    Demnach scheint Miloš Forman mein Lieblingsregisseur zu sein. Das war mir zuvor nicht bewusst. Mit vier Filmen hat er es in meine Bestenliste geschafft.

    Allerdings wird Forman dicht gefolgt von Alan Parker (*1944), Terry Gilliam (*1940), Steven Spielberg (*1946), Wolfgang Reitherman (1909-1985) und Jim Jarmush (*1953), die allesamt mit jeweils drei Filmen vertreten sind.

    Miloš Forman (1932-2018)
    wird seinen Vorsprung nicht weiter ausbauen können. Er verstarb vor wenigen Tagen im Alter von 86 Jahren. Möge er in Frieden ruhen.

    Die Auswahl der Filme folgt übrigens ganz allein subjektiven Kriterien. Entweder hat mich der Film besonders berührt oder aber die Situation, in der ich den Film sah, war von Magie beseelt. Die Liste sagt also mehr über mich, als über die Qualität der Filme. Damit ist sie im Grunde genommen vor allem eins: überflüssig. Das zumindest hat sie mit den meisten Filmen, die rund um die Uhr gedreht werden, gemein. Die Genannten sind davon selbstverständlich ausgenommen. Alles klar? Dann mal Film ab...


    Die 140 Filme meines Lebens [in Klammern: Jahr der Veröffentlichung, Regisseur*in]

    Metropolis (1927, Fritz Lang)
    Berlin – Die Symphonie der Großstadt (1927, Walther Ruttmann, Musik: Jim Avignon, 2011)
    Ein andalusischer Hund (1929, Luis Buñuel & Salvador Dalí)
    Moderne Zeiten (1936, Charlie Chaplin)
    Der große Diktator (1940, Charlie Chaplin)

    Wenn der Vater mit dem Sohne (1955, Hans Quest)
    Es geschah am hellichten Tag (1958, Ladislao Vajda)
    Manche mögen’s heiß (1959, Billy Wilder)
    Psycho (1960, Alfred Hitchcock)
    West Side Story (1961, Robert Wise & Jerome Robbins)
    Frühstück bei Tiffany (1961, Blake Edwards)
    Ein Pyjama für zwei (1961, Delbert Mann)
    David und Lisa (1962, Frank Perry)
    Die Vögel (1963, Alfred Hitchcock)
    Winnetou (1963, Dr. Harald Reinl)
    Der verrückte Professor (1963, Jerry Lewis)
    Old Shatterhand (1964, Hugo Fregonese)
    Der Gendarm von Saint Tropez (1964, Jean Girault)
    Das Dschungelbuch (1967, Wolfgang Reitherman/Walt Disney)
    Pippi Langstrumpf (1969, Olle Hellbom)

    Aristocats (1970, Wolfgang Reitherman/Walt Disney)
    Harold und Maude (1971, Hal Ashby)
    Is' was Doc? (1972, Peter Bogdanovich)
    Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh (1972, Yves Robert)
    Andy Warhols Frankenstein (1973, Paul Morrissey)
    Die lustige Welt der Tiere (1974, Jamie Uys)
    Einer flog über das Kuckucksnest (1975, Miloš Forman)
    Rocky Horror Picture Show (1975, Jim Sharman)
    Die Ritter der Kokosnuss (1975, Terry Gilliam & Terry Jones)
    Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (1976/77, Augsburger Puppenkiste)
    Bernard und Bianca (1977, Wolfgang Reitherman/Walt Disney)
    Der Stadtneurotiker (1977, Woody Allen
    Gesichter des Todes (1978, Conan LeCilaire)
    Das Leben des Brian (1979, Terry Jones/Monty Python)
    Hair (1979, Miloš Forman)
    Manhattan (1979, Woody Allen)

    Fame – Der Weg zum Ruhm (1980, Alan Parker)
    La Boum – Die Fete (1980, Claude Pinoteau)
    Das Boot (1981, Wolfgang Petersen)
    The Wall (1982, Alan Parker, Musik: Pink Floyd)
    E.T. – Der Außerirdische (1982, Steven Spielberg)
    Koyaanisqatsi (1982, Godfrey Reggio, Musik: Philip Glass)
    Yentl (1983, Barbra Streisand)
    Ruben, Ruben [Poeten küsst man nicht] (1983, Robert Ellis Miller)
    Ronja Räubertochter (1984, Tage Danielsson)
    Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt (1984, Hugh Wilson)
    Godzilla – Die Rückkehr des Monsters (1984, Koji Hashimoto)
    Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb (1984, Gakuryū Ishii)
    Amadeus (1984, Miloš Forman)
    Birdy (1984, Alan Parker)
    Die Unendliche Geschichte (1984, Wolfgang Petersen)
    Richy Guitar (1984/85, Michael Laux)
    Die Farbe Lila (1985, Steven Spielberg)
    Die Goonies (1985, Richard Donner)
    Zurück in die Zukunft (1985, Robert Zemeckis)
    Ferris macht blau (1986, John Hughes)
    Der Name der Rose (1986, Jean-Jacques Annaud)
    Rosa Luxemburg (1986, Margarethe von Trotta)
    Gothic (1986, Ken Russell)
    Die Fliege (1986, David Cronenberg)
    Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (1986, Rob Reiner)
    Halber Mensch (1986, Gakuryū Ishii)
    Home of the Brave (1986, Laurie Anderson, Musik: Laurie Anderson)
    Die Reise ins Ich (1987, Joe Dante)
    Der Himmel über Berlin (1987, Wim Wenders)
    Rain Man (1988, Barry Levinson)
    Angeklagt (1988, Jonathan Kaplan)
    Der Club der toten Dichter (1989, Peter Weir)

    Step across the border (1990, Nicolas Humbert & Werner Penzel, Musik: Fred Frith u. a.)
    Der mit dem Wolf tanzt (1990, Kevin Costner)
    Henry & June (1990, Philip Kaufman)
    Edward mit den Scherenhänden (1990, Tim Burton)
    Zeit des Erwachens (1990, Penny Marshall)
    Grüne Tomaten (1991, Jon Avnet)
    A History of the Residents – The Eyes Scream (1991, John Sanborn, Musik: The Residents)
    The Doors (1991, Oliver Stone)
    Kafka (1991, Steven Soderbergh)
    Night on Earth (1991, Jim Jarmusch)
    König der Fischer (1991, Terry Gilliam)
    Léolo (1992, Jean-Claude Lauzon)
    Kleine Haie (1992, Sönke Wortmann)
    Aus der Mitte entspringt ein Fluß (1992, Robert Redford)
    5 Zimmer, Küche, Bad (1992, Rolf Silber)
    Orlando (1992, Sally Potter)
    Schindlers Liste (1993, Steven Spielberg)
    Viel Lärm um nichts (1993, Kenneth Branagh)
    Short Cuts (1993, Robert Altman)
    Das Piano (1993, Jane Campion)
    Liebeslieder: Einstürzende Neubauten (1993, Klaus Maeck)
    Reality Bites – Voll das Leben (1994, Ben Stiller)
    Pulp Fiction (1994, Quentin Tarantino)
    Dead Man (1995, Jim Jarmusch)
    Smoke (1995, Wayne Wang)
    Der Totmacher (1995, Romuald Karmakar)
    12 Monkeys (1995, Terry Gilliam)
    Lost Highway (1996, David Lynch)
    Trainspotting (1996, Danny Boyle)
    Basquiat (1996, Julian Schnabel)
    Mikrokosmos (1996, Claude Nuridsany & Marie Pérennou)
    Das Leben ist eine Baustelle (1997, Wolfgang Becker & Tom Tykwer)
    Coming in (1997, Thomas Bahmann)
    Jackie Brown (1997, Quentin Tarantino)
    Besser geht’s nicht (1997, James L. Brooks)
    Das Fest (1998, Thomas Vinterberg)
    Die Truman Show (1998, Peter Weir)
    The Big Lebowski (1998, Ethan & Joel Coen)
    Lola rennt (1998, Tom Tykwer)
    Pecker (1998, John Waters)
    Matrix (1999, The Wachowski Brothers)
    Fight Club (1999, David Fincher)
    Magnolia (1999, Paul Thomas Anderson)
    Der Mondmann (1999, Miloš Forman)
    Erleuchtung garantiert (1999, Doris Dörrie)

    Im Juli (2000, Fatih Akin)
    Pollock (2000, Ed Harris)
    Tiger and Dragon (2000, Ang Lee)
    O Brother, Where Art Thou? (2000, Ethan & Joel Coen)
    Dancer in the Dark (2000, Lars von Trier)
    Forrester – Gefunden! (2000, Gus Van Sant)
    Billy Elliot – I Will Dance (2000, Stephen Daldry)
    Die fabelhafte Welt der Amelie (2001, Jean-Pierre Jeunet)
    Moulin Rouge (2001, Baz Luhrmann)
    Did We Land on the Moon? (2001, John Moffet/Fox)
    Der Herr der Ringe 1-3 (2001-03, Peter Jackson)
    Spider-Man (2002, Sam Raimi)
    Whale Rider (2002, Niki Caro)
    Bowling for Columbine (2002, Michael Moore)
    Mona Lisas Lächeln (2003, Mike Newell)
    Coffee and Cigarettes (2003, Jim Jarmusch)
    Fluch der Karibik (2003, Gore Verbinski/Walt Disney)
    Lost in Translation (2003, Sofia Coppola)
    Vergiss mein nicht! (2004, Michel Gondry)
    Stratosphere Girl (2004, Matthias X. Oberg)
    Sin City (2005, Robert Rodriguez & Frank Miller)
    Pans Labyrinth (2006, Guillermo del Toro)
    Der Klang des Herzens (2007, Kirsten Sheridan)
    Keinohrhasen (2007, Til Schweiger)
    Into the Wild (2007, Sean Penn)
    Slumdog Millionär (2008, Danny Boyle)
    Das weiße Band (2009, Michael Haneke)

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  • Studieren geht über prohibieren.
  • KW 16: Ego-Trubel

    Ich fass es nicht: Google kennt meine Öffnungszeiten. Wie oft habe ich mich schon gefragt, wann ich mich am besten erreichen kann? Wie oft stand ich schon vor verschlossener Tür?

    Wär‘ ich doch nur früher auf die Idee gekommen, mich einfach mal selbst zu googeln. Das hätte mir so manchen Frust erspart. Da schau ich doch die Tage glatt mal bei mir vorbei. Während der Öffnungszeiten wohlbemerkt. Dann werde ich mich wohl endlich mal antreffen.

    Scherz beiseite.

    Ich habe nämlich gar keine Öffnungszeiten. Ich habe noch nicht einmal ein Büro. Das ist doch lediglich eine Briefkastenfirma, so wie ich nur eine Scheinidentität bin. Tatsächlich heiße ich Frieda Freundlich, wohne hinterm Mond und studiere im 27. Semester Lebenskunst an der Peter-Ernst-Eiffe-Gedächtnisuni.

    Meine Hobbys sind Fanfarenfädeln und Farnblattfalten. Meine Freunde beschreiben mich als wacker, wankelmütig und wetterfühlig. Dass ich mich jetzt offenbare, hat einen einzigen Grund: Auf diesem Wege suche ich eloquente Alptraumfänger, androgyne Alphornbläser und gleichgesinnte Hirngespinste.

    Fake beiseite.

    Ich habe tatsächlich keine regulären Öffnungszeiten. Demzufolge habe ich sie auch nicht bei Google hinterlegt. Welche Algorithmen zu dem Schluss kommen, dass ich täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet habe, außer montags, ist mir ein Rätsel. Ich bin weder Friseur, noch Museum, noch Gastronom. Ich bin auch kein Langschläfer. Immerhin klingelt mein Wecker werktags um 5:15 Uhr. Und obwohl ich am Wochenende regelmäßig arbeite, so doch ganz bestimmt nicht neun Stunden pro Tag. Google, Google, was denkst du nur von mir?

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  • Alle Tauben stürzen ab.
  • KW 15: When Doves Fly

    Picasso (1881-1973) mochte Tauben. Sie entsprachen ganz seinem Naturell: vorwitzig, streitsüchtig, angriffslustig, durchsetzungsstark.

    Nie im Leben wäre er auf die Idee gekommen, sie als Symbol des Friedens auszuwählen. Eine absurde Idee. Doch als Freund und Parteigenosse Louis Aragon (1897-1982) Picassos Entwürfe für das Plakat zum kommunistischen Weltfriedenskongress in Paris sehen will, hat Picasso nichts vorzuweisen.

    Für einen neuen Entwurf ist es zu spät. Der Kongress steht kurz bevor. Also blättert Aragon Picassos jüngere Arbeiten durch und entscheidet sich für die Lithographie einer weißen Taube auf schwarzem Grund. Passt schon, hübsch ist sie allemal, wenn auch nicht ganz auf Parteilinie, weder was den Stil, noch die christliche Konnotation anbelangt. Aber was soll's, muss ja was her. Kurz darauf ist ganz Paris mit Picassos Taube plakatiert. Am 19. April 1949 wird der Kongress eröffnet. Am selben Tag wird Picassos Tochter Paloma geboren. Paloma ist spanisch für Taube.

    Für die folgenden Weltfriedenskongresse liefert Picasso jeweils eine Neuinterpretation der Friedenstaube. Schon im Folgejahr entscheidet er sich für eine fliegende Taube. Erst später legt er der Taube ein Ölzweig in den Schnabel – und verweist damit deutlich auf die biblische Sintflut-Story. Noah sendet darin dreimal eine Taube aus. Zweimal kehrt sie zurück. Beim zweiten Mal bringt sie einen Ölzweig mit. Beim dritten Mal kehrt sie nicht zurück, woraus Noah schließen kann, dass das Wasser zurückgegangen ist.

    Vielleicht war das Picassos Dreh, sich doch noch mit der Taube als Friedenssymbol anzufreunden. Der Welt hingegen war es egal, dass weder Taube noch Picasso als besonders friedliebend bezeichnet werden können. Die Taube entwickelte sich schnell zum populären Friedenssymbol.

    Die heute bekannteste Darstellung (weiße Taube auf blauem, rundem Grund) geht allerdings auf eine finnische Koproduktion zurück. Daran beteiligt: der Grafiker Mika Launis (*1949), der Fotograf Aulis Nyqvist (*1941) und der Zauberer Pekka Kärkkäinen. 1974 soll Mika Launis ein Plakat für das Finnische Friedenskomitee gestalten. Der Zauberer stellt seine schönste Taube zur Verfügung. Nyqvist macht in seinem Studio die Fotos, Launis schafft zu guter Letzt dann das Emblem.

    Beim Shooting ereignete sich übrigens ein kleiner, aber folgenschwerer Unfall: Die Taube prallte gegen einen Scheinwerfer, eine Schwanzfeder brach ab. Das letztlich ausgewählte Foto ist nach diesem Unfall entstanden. Auf dem bis heute verwendeten Logo ist die lädierte Feder deutlich als Kerbe sichtbar. Doch keine Sorge, die Feder wuchs später wieder nach. Nur der Frieden, der blieb aus.

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  • Im Vorruhestand?
  • KW 14: Give Peace a Sign

    An den diesjährigen Ostertagen fanden bundesweit mehr als 100 Aktionen statt. Ganz schön beachtlich, doch die Beteiligung war wie immer überschaubar.

    Wie immer? Mitnichten. Es gab Zeiten, da mobilisierte „die Friedensbewegung” nicht bloß ein paar Tausend, sondern Hunderttausende, so wie Ende der 1960er und Anfang der 1980er. 1983 zum Beispiel nahmen insgesamt rund 800.000 Menschen an den Ostermärschen teil.

    In diesem Jahr feiert die Idee der Ostermärsche ihren 60. Geburtstag. Genauso wie das ☮-Zeichen. Der britische Designer und Friedensaktivist Gerald Herbert Holtom (1914-1985) hatte das Symbol im Frühjahr 1958 als Logo für die „Campaign for Nuclear Disarmament” (CND) entworfen.

    An Ostern 1958 war es dann bei der legendären ersten Friedensdemo der CND erstmals auf den Straßen Großbritanniens zu sehen. Von London aus marschierten die Friedensaktivisten zur Atomwaffenfabrik nach Aldermaston. 500 Peace-Zeichen aus Pappe mit etwa einem Meter Durchmesser hatten sie dafür angefertigt.

    Dieser erste sogenannte „Aldermaston March” war zugleich auch der erste Ostermarsch, denn die Idee wurde in den Folgejahren nicht nur von der CND wiederholt, sondern auch in anderen Ländern zu Ostern aufgegriffen.

    Vor allem in Deutschland entwickelte sich daraus eine bis heute hoch gehaltene Tradition „der Friedensbewegung”. Daran mag wohl auch liegen, dass den Ostermärschen eine gewisse mediale Aufmerksamkeit gewiss ist – trotz schwindend geringer Beteiligung.

    Es ist wenig erbaulich zu erfahren, dass in Bonn beispielsweise lediglich 500 Menschen am Ostermarsch 2018 teilgenommen haben. Daher schreibe ich „Friedensbewegung” in Anführungszeichen. Ich weiß, dass es da draußen mehr Menschen gibt, die sich interessieren und engagieren. Ich wünschte nur, sie würden sich mehr Gehör verschaffen.

    Das ☮ jedenfalls schaffte es vom ersten „Aldermaston March” aus zum weltweiten Friedenssymbol. Genauso bekannt und verbreitet wie die Friedenstaube (die hier in der nächsten Woche vorbeifliegt).

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  • Thema verfehlt
  • KW 13: Themenfinder

    Nun also die letzte Übersicht, eine

    Themenübersicht von A bis Z.

    Dabei kann es sich nur um eine Auswahl handeln, die ich im Laufe der Zeit noch ausbauen werde.

    Ab nächster Woche finden sich sämtliche Stichwortverzeichnisse im Archiv wieder. Hier gibt es dann endlich wieder frischen Content.

    Gefettet sind wie gewohnt Beiträge, die ein wenig in die Tiefe gehen.

    Themen (Auswahl) von A bis Z

    1.000 gute Wünsche KW 3/17 KW 4-9/17 KW 11-13/17 KW 15-16/17 KW 18-19/17 KW 21/17 KW 37/17

    Berlin KW 2/12 KW 25/13 KW 26/13 KW 32/15 KW 19/14 KW 25/17
    Cat Content KW 32/11 KW 34/11 KW 48/11 KW 29/17

    Datenschutz KW 44/13 KW 47/13 KW 23/15 (KW 33/15) KW 6/16
    Deutschland KW 19/11 KW 22/12 KW 36/12 KW 44/14 KW 23/15 KW 32/15 KW 34/15 KW 40/15 KW 42/15 KW 43/15 KW 13/16

    Europa KW 39/11 KW 19/11 KW 9/12 KW 18/12 KW 30/12 KW 19/13 KW 5/14 KW 21/14 KW 42/14 KW 37/15 KW 39/15 KW 14/16 KW 15/16 KW 18/16 KW 21/16 KW 20/17

    Flucht, Asyl KW 24/13 KW 34/15 KW 35/15 KW 38/15 KW 39/15 KW 5/16 KW 13/16
    Glaube, Religion KW 20/11 KW 38/11 KW 18/12 KW 10/16 KW 48/16 KW 49/16 KW 50/17

    Handy KW 20/11 KW 47/12 KW 38/13 KW 35/17 KW 52/17
    Innovationen [s. Übersicht in KW 11/18]
    Internet KW 35/12 KW 18/13 KW 44/15

    Kernkraft KW 23/12 KW 48/13 KW 18/14 KW 17/16
    Klima(wandel) KW 37/12 KW 52/15 KW 45/16 KW 14/17
    Krieg, Militär KW 15/11 KW 38/12 KW 42/13 KW 24/14 KW 37/14 KW 39/14 KW 4/16 KW 5/16 KW 6/16 KW 10/16 KW 11/16 KW 13/16 KW 15/16 KW 19/16 KW 35/16 KW 36/16 KW 17/17
    Kunst [s. Übersichten von KW 5/18 bis KW 7/18]

    Leben in digitalen Zeiten KW 43/11 KW 19/15 KW 25/16
    Leitkultur KW 42/15 KW 43/15
    Literatur [s. Übersicht in KW 10/18]

    Meme, Phänomene [s. Übersicht in KW 8/18]
    Musik [s. Übersicht in KW 9/18]

    Nationalsozialismus KW 45/11 KW 24/13 KW 28/14 KW 13/16 KW 24/17 KW 25/17 KW 26/17
    ÖPNV KW 2/13 KW 39/16 KW 35/17
    Öffentlicher Raum KW 22/11 KW 46/11 KW 26/17 KW 33/17 KW 35/17 KW 36/17

    Poesie KW 12/11 KW 3/17 KW 21/17 KW 22/17 KW 23/17 KW 25/17 KW 26/17 KW 37/17
    Presse(freiheit) KW 18/11 KW 14/15 KW 50/15 KW 10/17
    Rüstung, Waffen KW 38/12 KW 52/13 KW 36/14KW 12/16 KW 15/16 KW 51/17

    Sprache KW 14/11 KW 15/11 KW 36/11 KW 39/11 KW 52/11 KW 24/12 KW 41/12 KW 30/13 KW 33/13 KW 6/14 KW 17/14 KW 34/15 KW 38/15 KW 35/16 KW 51/17

    Terrorismus KW 3/15 KW 4/15 KW 47/15 KW 6/16 KW 10/16 KW 14/16 KW 15/16 KW 36/16 KW 38/16 KW 39/16 KW 51/17

    Urheberrecht KW 23/16 KW 24/16 KW 25/16 KW 42/16 KW 20/17
    USA KW 5/12 KW 51/12 KW 36/16 KW 45/16 KW 14/17 KW 51/17

    Verkehr(smittel) KW 22/12 KW 28/13 KW 31/13 KW 32/13 KW 48/13
    Weltall KW 15/12 KW 29/12 KW 29/13 KW 33/13 KW 47/16

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  • Eine Ungleichung mit zwei Bekannten.
  • KW 12: Wer fluchet, der schindet

    Das ist ja wohl das Letzte! Fast, das dieswöchige Verzeichnis mit den im Wochenfoto erwähnten Menschen aus

    Politik, Religion und Adel

    ist die vorletzte Übersicht dieser Art. Nächste Woche gibt es noch ein Themenverzeichnis, das war's dann mit der rückbesinnlichen Selbstreferenz. Danach gibt es neuen Content! Gefettet sind wie immer Personen, die im jeweiligen Beitrag ein wenig mehr Raum einnehmen.

    Politiker*innen, Würdenträger, Adelige von A bis Z

    Könige und Königinnen, ein Kaiser und eine Prinzessin
    Napoléon Bonaparte (1769-1821) KW 42/12, Diana, Princess of Wales (1961-1997) KW 38/16, Elisabeth I (1533-1603) KW 27-30/16, Elizabeth II (*1926) KW 20/17, Friedrich II (von Preußen, alias Friedrich der Große) (1712-1786) KW 4/12, Karl der Große (747 o. 748 - 814) KW 5/14, Kristina von Schweden (1626-1689) KW 47/17, Kyros II (ca. 585-530 v. Chr.) KW 40/12, Ludwig II (von Bayern) (1845-1886) KW 21/13, Ludwig XIII (von Frankreich und Navarra) (1601-1643) KW 45/17

    Religionsstifter und kirchliche Würdenträger
    Buddha (Siddhārtha Gautama) (563-483 v. Chr.) KW 14/12 KW 10/16, Jesus von Nazaret (zw. 7 u. 4 v. Chr.- 30 o. 31 n. Chr.) KW 18/12, Kardinal Antonio Barberini (1597-1679) KW 45/17, Kardinal Giovanni Francesco Guidi di Bagno (1578-1641) KW 45/17 , Kardinal Jules Mazarin (1602-1661) KW 45-47/17, Kardinal Armand-Jean du Plessis Richelieu (1585-1642) KW 45/17, Philip Melanchthon (1407-1560) KW 45/13 KW 29/15, Martin Luther (1483-1546) KW 45/13 KW 29/15 KW 29/17, Papst Benedikt XVI (*1927) KW 38/11 KW 48/16, Papst Franziskus (*1936) KW 48/16 , Papst Johannes Paul II (1920-2005) KW 9/13 KW 48/16, Franz-Peter Tebartz-van Elst (*1959) KW 44/13

    Deutsche Politiker*innen und ein Jugendlicher
    Konrad Adenauer (1876-1967) KW 44/14, Egon Bahr (1922-2015) KW 10/16, Willy Brandt (1913-1992) KW 26/13, Sigmar Gabriel (*1959) KW 36/14, Joachim Gauck (*1940) KW 36/14, Adolf Grimme (1889-1963) KW 1/15, Monika Grütters (*1962) KW 42/15, Barbara Hendricks (*1952) KW 4/18, Gustav Heinemann (1899-1976) KW 40/15, Theodor Heuss (1884-1963) KW 44/14, Adolf Hitler (1889-1945) KW 31/13, Erich Honecker (1912-1994) KW 6/12 KW 26/13, Hartmut Mehdorn (*1942) KW 26/13, Angela Merkel (*1954) KW 36/14 KW 43/14 KW 38/15 KW 16/16 KW 4/18, Erich Ollenhauer (1901-1963) KW 40/15, Alfred Rosenberg (1893-1946) KW 25/17, Christian Schmidt (*1957) KW 4/18, Horst Seehofer (*1949) KW 38/15 KW 3/18, Werner Sendsitzky (1937-1953) KW 25/13, Markus Söder (*1967) KW 3/18, Frank-Walter Steinmeier (*1956) KW 36/14 KW 10/16 KW 15/16, Walter Ulbricht (1893-1973) KW 26/13, Ursula von der Leyen (*1958) KW 36/14, Johann Joachim von Rusdorff (1589-1640) KW 48/14, Herbert Wehner (1906-1990) KW 38/15

    US-amerikanische Präsidenten und ein Bewerber
    George H.W. Bush (*1924) KW 33/12 KW 26/13 , George W. Bush (*1946) KW 26/13 , Jimmy Carter (*1924) KW 26/13 , Bill Clinton (*1946) KW 33/12 KW 42/12 KW 26/13 , John F. Kennedy (1917-1963) KW 3/13 KW 26/13 , Richard Nixon (1913-1994) KW 26/13, Barack Obama (*1961) KW 5/12 KW 33/12 KW 51/12 KW 26/13, Ronald Reagan (1911-2004) KW 26/13 KW 14/16, Mitt Romney (*1947) KW 51/12, Donald Trump (*1946) KW 45/16 KW 14/17 KW 51/17

    Politiker*innen anderer Länder und ein Gemüsehändler
    Muammar al-Gaddafi (1942-2011) KW 14/16, Zine el-Abidine Ben Ali (*1936) KW 1/16, Abū Musʿab az-Zarqāwī (1966-2006) KW 15/16, Peter Benenson, Amnesty International (1921-2005) KW 21/16, Osama bin Laden (ca. 1957-2011) KW 39/16, Mohamed Bouazizis (1984-2011) KW 1/16, Miguel Arias Cañete (*1950) KW 42/14, Nikita Chruschtschow (1894-1971) KW 26/13, Henri de Mesmes (um 1595-1650) KW 43-44/17, Dschingis Khan (um 1155, 1162 o. 1167-1227) KW 51/17, Recep Tayyip Erdoğan (*1954) (KW 16/16) KW 21/16, Guy Fawkes (1570-1606) KW 25/16 KW 26/16, Michail Gorbatschow (*1931) KW 44/11, Saddam Hussein (1937-2006) KW 37/14, Ewa Kopacz (*1956) KW 43/14, Narendra Modi (*1950) KW 21/14, Viktor Orbán (*1963) KW 38/15 KW 39/15 KW 3/18, Henry Percy (1564-1632) KW 29-31/16, Josef Stalin (1878-1953) KW 14/14, Frau Uno (*1945) KW 41/15, Herman Van Rompuy (*1947) KW 5/14, Bertha von Suttner (1843-1914) KW 11/16 KW 15/16, Jean Ziegler (*1934) KW 4/15

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  • Wie jetzt?
  • KW 11: Wer suchet, die findet

    Was war in den 365 Wochenfotos seit 2011 zu entdecken? Nachdem die Übersichten der vergangenen Wochen Menschen und Aspekte aus Kunst, Design und Gesellschaft, Musik und Wort verzeichneten, geht es heute um die in den Beiträgen erwähnten

    Entdecker*innen

    Gefettet sind Personen, über die es mehr zu erfahren gibt.


    Entdecker, Erfinder & Wissenschaftlerinnen von A bis Z

    Johannes Aventinus (1477-1534) KW 42/17
    Francis Bacon (1561-1626) KW 27/16 KW 41/17 KW 42/17 KW 43/17
    Hall P. Beck (?) KW 40/13
    Alexander Graham Bell (1847-1922) KW 20/13
    Bertha Benz (1849-1945) KW 32/13
    Carl Friedrich Benz (1844-1929) KW 32/13
    Emil Berliner (1851-1929) KW 20/13
    Matthias Bernegger (1562-1640) KW 17/15
    Tim Berners-Lee (*1955) KW 35/12 KW 18/13
    Thomas Bodley (1545-1613) KW 44/17
    Robert Brout (1928-2011) KW 29/13
    Giordano Bruno (1548-1600) KW 8/13
    Henri Buisson (1873-1944) KW 37/13
    Antje Bultmann Lemke (1918-2017) KW 46/17

    Dean Campbell (?) KW 33/12
    Johann Carolus (1575-1634) KW 48/12 KW 13/15 KW 14-17/15 KW 49/15 KW 50/16
    Ephraim Chambers (um 1680-1740) KW 34/16 KW 29/17 KW 31/17 KW 37-41/17 KW 42/17
    Edmund Colthurst (um 1545-1616) KW 11/14
    Martin Cooper (*1928) KW 38/13 KW 52/17
    Francis Crick (1916-2004) KW 17/13
    Paul J. Crutzen (*1933) KW 37/13

    Louis Jacques Mandé Daguerre (1787-1851) KW 51/14
    Jean Baptiste le Rond d’Alembert (1717–1783) KW 41/17
    Charles Darwin (1809-1882) KW 49/16
    Cosimo I dei Medici (1519-1574) KW 29/14
    Theodore de Mayerne (1573-1655) KW 28/16 KW 31/16
    René Descartes (1596-1650) KW 43/17
    Denis Diderot (1713-1784) KW 41/17
    Gordon Dobson (1889-1976) KW 37/13
    Peter T. Doran KW 37/12
    Francis Drake (um 1540-1596) KW 27/16 KW 29/16

    Thomas Edison (1847-1931) KW 20/13 KW 31/13
    Francois Englert (*1932) KW 29/13
    Leif Eriksson (ca.970-ca.1020) KW 34/16

    Charles Fabry (1867-1945) KW 37/13
    Johann Baptist Farina (1758-1844) KW 43+44/12
    Johann Maria Farina (1685-1766) KW 43+44/12
    Joe Farman (1930-2013) KW 37/13
    Giovanni Paolo Feminis (um 1660-1736) KW 43+44/12
    Leonardo Fibonacci (um 1180-nach 1241) KW 30/16
    Henry Ford (1863-1947) KW 31/13
    Rosalind Franklin (1920-1958) KW 17/13
    Sigmund Freud (1856-1939) KW 52/14 KW 49/16

    Juri Gagarin (1934-1968) KW 29/11 KW 15/12
    Galileo Galilei (1564-1642) KW 8/13 KW 9/13 KW 17/15 KW 27/16
    KW 30/16
    KW 33/16 KW 48/16 KW 43/17
    Brian Gardiner (?) KW 37/13
    Vadim Gerasimov (*1969) KW 22/14
    Conrad Gessner (1516-1565) KW 43/17
    Humphrey Gilbert (um 1537-1583) KW 28/16
    Richard Grenville (1542-1591) KW 29/16
    Gerald Guralnik (1936-2014) KW 29/13
    Johannes Gutenberg (um 1400-1468) KW 15/15 KW 49/15 KW 43/17

    Carl R. Hagen (*1937) KW 29/13
    Richard Hakluyt (um 1552-1616) KW 28/16
    Thomas Harriot (1560-1621) KW 26-31/16
    John Harris (1666-1719) KW 42/17
    D. N. Harrison (?) KW 37/13
    Walter Noel Hartley (1845-1913) KW 37/13
    Stephen Hawking (1942-2018) KW 47/16 KW 48/16
    Werner Heisenberg (1901-1976) KW 22/15
    August Hermann (1835-1906) KW 34/13
    Stefan Heumann (?) KW 47/13
    Peter Higgs (*1929) KW 29/13 KW 43/13
    Thomas Hobbes (1588-1679) KW 43/17

    Bernhard Jobin (vor 1545-1593) KW 16/15
    Tobias Jobin (1570-1604) KW 16/15

    Maggie Kendall Zimmerman KW 37/12
    Johannes Kepler (1571-1630) KW 8/13 KW 17/15 KW 28/16 KW 30/16 KW 31/16 KW 43/17
    Tom Kibble (1932-2016) KW 29/13
    Jean-Pierre Kintz (*1932) KW 17/15
    Konrad Koch (1846-1911) KW 34/13
    Christoph Kolumbus (ca.1451-1506) KW 34/16
    Konfuzius (ca. -551 - -479) KW 22/15
    Nikolaus Kopernikus (1473-1543) KW 8/13 KW 9/13 KW 33/13 KW 49/16
    Mikhail Kulagin (?) KW 22/14
    Simon Kyaga (*1976) KW 33/14

    Leon Lederman (*1922) KW 29/13
    Hans Lipperhey (um 1570-1619) KW 9/13 KW 30/16 KW 33/16
    Auguste Lumière (1862-1954) KW 1/15

    Martin Mach (?) KW 46/16
    Marshall McLuhan (1911-1980) KW 18/15 KW 20/15 KW 22/15 KW 47/15 KW 50/16 KW 51/16
    Stanley Milgram (1933-1984) KW 31/12
    John Francis Mitchell (1928-2009) KW 38/13
    Henry Mill (1683-1770) KW 10-13/14
    Mario J. Molina (*1943) KW 37/13
    John J. B. Morgan (1888-1945) KW 39/13
    Wilhelm Mülhens (1762-1841) KW 43+44/12
    Hugh Myddelton (um 1555-1631) KW 11/14 KW 12/14
    Robert Mylne (1733-1811) KW 12/14 KW 13/14

    Gabriel Naudé (1600-1653) KW 29/17 KW 31/17 KW 42/17 KW 43-47/17
    Isaak Newton (1642-1727) KW 40/17
    Joseph Nicéphore Niépce (1765-1833) KW 51/14
    Alfred Nobel (1833-1896) KW 43/13 KW 33/16

    David Oels (*1972) KW 25/17
    Julius Otto Opel (1829-1895) KW 15/15

    Alexei Paschitnow
    (*1956) KW 22/14
    Dmitri Pawlowski (1954-1998) KW 22/14
    Théophile Pelouze (1807-1867) KW 43/13
    Valdemar Poulsen (1869-1942) KW 35/13
    Hans-Werner Prahl (*1944) KW 46/13
    Mikhail Potyomkin (?) KW 22/14

    Stefan Rahmstorf (*1960) KW 37/12
    Walter Raleigh (um 1554-1618) KW 27-31/16
    Rosalie Rayner (1898-1935) KW 39-41/13
    Alexander Read (um 1586-1641) KW 31/16
    Martin Rees (*1942) KW 47/16 KW 48/16
    Philipp Reis (1834-1874) KW 20/11 KW 1/15
    Timotheus Ritzsch (1614-1678) KW 48-51/15 KW 50/16
    Lutz Röhrich (1922-2006) KW 14/11
    Gian Vittorio Rossi (1577-1647) KW 46/17
    Sherwood Rowland (1927-2012) KW 37/13
    Ernö Rubik (*1944) KW 50/14

    Abu Sad al-Ala ibn Sahl (um 940-um 1000) KW 30/16
    Ian Sample (?) KW 29/13
    Edward Sapir (1884-1939) KW 6/14
    Wilhelm Schickard (1592-1635) KW 17/15
    Horst Dieter Schlosser (*1937) KW 34/15
    David Schwarz (1850-1897) KW 28/13
    Ben Scott (*1977) KW 47/13
    John Senex (1678-1740) KW 38-41/17
    Jon Shanklin (*1953) KW 37/13
    John W. Shirley (1908-1988) KW 30/16
    Raymond Smullyan (1919-2017) KW 1/13
    Edward Snowden (*1983) KW 47/13
    Ascanio Sobrero (1812-1888) KW 43/13 KW 33/16
    Ian Spector (*1988) KW 34/16

    Henry Fox Talbot (1800-1877) KW 51/14
    Jannetto Tasso (um 1450-1517/18) KW 40/12
    Dick Teresi (?) KW 29/13
    Nathaniel Torporley (1564-1632) KW 31/16
    Alan Turing (1912-1954) KW 6/12

    Martinus van Marum (1750-1837) KW 37/13
    Willebrord van Roijen Snell (1580-1626) KW 30/16
    Abraham Verhoeven (1575-1652) KW 17/15
    Wilhelm Kufferath von Kendenich (*1939) KW 29/14
    Gottfried Wilhelm von Leibniz (1646-1716) KW 30/16
    Aristarch von Samos (ca. -320 - -250) KW 33/13
    Baron von Zach (1754–1832) KW 31/16
    Ferdinand von Zeppelin (1838-1917) KW 28/13

    John Wallis (1616-1703) KW 31/16
    Walter Warner (um 1557-1643) KW 31/16
    James Watson (*1928) KW 17/13
    John B. Watson (1878-1958) KW 39-41/13 KW 33/16
    Martin Welke (ca. *1943) KW 17/15
    Maurice Wilkens (1916-2004) KW 17/13
    Cody Wilson (*1988) KW 52/13
    Ludwig Wittgenstein (1889-1951) KW 17/14
    Zhuang Zhou (um 365-290 v. Chr.) KW 22/15

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  • Schreib
  • KW 10: Wer schreibt, schreibt

    Kommen wir in dieser Woche zum nächsten Personenregister, nämlich einer Auflistung der in 365 Wochenfoto-Beiträgen erwähnten

    Autor*innen

    sowie (ein paar wenige) Verleger, Journalisten und Menschen aus Film und Fernsehen.

    Gefettet sind Beiträge, die über eine reine Nennung, ein Zitat oder eine Buchempfehlung hinausgehen.


    Schreiberlinge und Medienmenschen von A bis Z

    Douglas Adams (1952-2001) KW 21/11
    Götz Alsmann (*1957) KW 36/17
    Guillaume Apollinaire (1880-1918) KW 15/13
    Martin Auer (*1951) KW 12/11
    Johannes Aventinus (1477-1534) KW 42/17

    Samuel Beckett (1906-1989) KW 50/16
    Thomas Bodley (1545-1613) KW 44/17
    Jan Böhmermann (*1981) KW 16/16 KW 37/16
    Heinrich Bolten-Baeckers (1871-1938) KW 26/13
    Bertolt Brecht (1898-1956) KW 44/14 KW 5/16 KW 50/16
    Friedrich Arnold Brockhaus (1772-1823) KW 51/15
    Georg Büchmann (1822-1884) KW 35/16
    Georg Büchner (1813-1837) KW 42/13
    William S. Burroughs (1914-1997) KW 20/15

    John W. Campbell Jr. (1910-1971) KW 33/16
    Johann Carolus (1575-1634) KW 48/12 KW 13/15 KW 14-17/15 KW 49/15 KW 50/16
    Ephraim Chambers (ca.1680-1740) KW 34/16 KW 29/17 KW 31/17 KW 37/17 KW 38-42/17
    Charlie Chaplin (1889-1977) KW 24/17 KW 26/17
    Douglas Coupland (*1961) KW 44/15 KW 50/16 KW 51/16 KW 17/17

    Jean Baptiste le Rond d’Alembert (1717-1783) KW 41/17
    Kamel Daoud (*1970) KW 15/16
    Theodor de Bry (1528-1598) KW 29/16
    Denis Diderot (1713-1784) KW 41/17
    Marlene Dietrich (1901-1992) KW 26/13
    Walt Disney (1901-1966) KW 7/11 KW 27/17
    Duo Datenstrudel (Jörn Hintzer, *1966 & Jakob Hüfner, *1971) KW 36/17

    Heinz Ehrhardt (1909-1979) KW 13/11
    Michael Ende (1929-1995) KW 50/16
    Hans Magnus Enzensberger (*1929) KW 22/17

    Hans Fallada (1893-1947) KW 24/17 KW 25/17
    Johann Baptist Fischart (ca. 1546-1591) KW 16/15
    Miloš Forman (*1932) KW 20/17
    Peter Frankenfeld (1913-1979) KW 10/13
    Freddie Frinton (1909-1968) KW 10/13
    Ludwig Fulda (1862-1939) KW 28/14

    Klaus Gerosa (?) KW 50/16
    Jacob Grimm (1785-863) KW 14/13 KW 30/13
    Wilhelm Grimm (1786-1859) KW 14/13 KW 30/13

    Pat Hackett (?) KW 50/16
    John Harris (ca. 1666-1719) KW 42/17
    Heinrich Heine (1797-1856) KW 40/11
    Wieland Herzfeld (1896-1988) KW 13/16
    Hermann Hesse (1877-1962) KW 32/12 KW 33/14 KW 50/16
    Stefan Heym (1913-2001) KW 50/16
    Dieter Hildebrandt (1927-2013) KW 13/16
    Heinrich Hoffmann (1809-1894) KW 51/11
    Lotti Huber (1912-1998) KW 6/12
    Aldous Huxley (1894-1963) KW 47/13

    Peter Jackson (*1961) KW 36/13
    Ernst Jandl (1925-2000) KW 32/15
    Bernhard Jobin (vor 1545-1593) KW 16/15
    Tobias Jobin (1570-1604) KW 16/15
    James Joyce (1882-1941) KW 50/16

    Günter Kämpf (*1939) KW 30/14
    Erich Kästner (1899-1974) KW 13/16
    Franz Kafka (1883-1924) KW 27/13 KW 50/16
    Tilman Krause (*1959) KW 32/12
    Maria Kühn (?) KW 17/12
    Volker Kühn (1933-2015) KW 19/14
    Steffen Kverneland (*1963) KW 50/13

    Adolphe L'Arronge (1838-1908) KW 35/16
    Loriot (Vicco von Bülow) (1923-2011) KW 38/11

    Bjarne Mädel (*1968) KW 24/17
    Hubert Mania (*1954) KW 50/16
    Christopher Marlowe (1564-1593) KW 29/16
    Karl May (1842-1912) KW 6/12
    Wotan Wilke Möhring (*1967) KW 37/16

    Gabriel Naudé (1600-1653) KW 29/17 KW 31/17 KW 42/17 KW 43-47/17
    Wolfgang Neuss (1923-1989) KW 26/13 KW 19/14
    John Nichols (1745-1826) KW 40/17
    Novalis (1772-1801) KW 22/17

    David Oels (*1972) KW 25/17
    George Orwell (1903-1950) KW 47/13

    Fritz Panzer (*1955) KW 32/12
    Jean Paul (1763-1825) KW 7/11
    Gudrun Pausewang (*1928) KW 50/16
    Friedrich Peters [auch: Petri] (1549-1617) KW 40/16
    Joseph Pulitzer (1847-1911) KW 51/13

    James Reston Jr. (*1941) KW 33/16
    Hans Peter Richter (1925-1993) KW 50/16
    Karl Riha (*1935) KW 30/14
    Joachim Ringelnatz (1883-1934) KW 25/17 KW 26/17
    Gregor Ritzsch (1584-1643) KW 49/15
    Timotheus Ritzsch (1614-1678) KW 48-51/15 KW 50/16
    Lutz Röhrich (1922-2006) KW 14/11
    Gian Vittorio Rossi (1577-1647) KW 46/17
    Ernst Rowohlt (1887-1960) KW 24/17 KW 25/17

    Hermann Salingré (1833-1879) KW 35/16
    Gerhard Schaub (1938-2017) KW 50/16 KW 27/17
    Friedrich Schiller (1759-1805) KW 30/12 KW 20/17
    Wilfried Schmickler (*1954) KW 23/17
    Gesine Schulz (*1969) KW 45/16
    Cara Schweitzer (*1973) KW 2/12
    William Shakespeare (1564-1616) KW 27/16 KW 40/16 KW 44/17
    Edward Snowden (*1983) KW 47/13
    Wolfhart Spangenberg (1567-nach 1636) KW 17/15
    Axel Springer (1912-1985) KW 6/12
    Gabriele Stötzer (1973-79: Kachold) (*1953) KW 50/16
    Irving Stone (1903-1989) KW 50/16

    Chris Teerink (*1966) KW 32/17
    Bob Toban (?) KW 50/16
    J. R. R. Tolkien (1892-1973) KW 36/13
    Georg Trakl (1887-1914) KW 37/11 KW 47/14
    Kurt Tucholsky (1890-1935) KW 13/16
    Mark Twain (1835-1910) KW 26/13

    Karl Valentin (1882-1948) KW 34/14
    Rudolph Valentino (1895-1926) KW 7/12
    Abraham Verhoeven (1575-1652) KW 17/15
    Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) KW 44/14
    Friedrich von Logau (1605-1655) KW 36/11
    Johann Joachim von Rusdorff (1589-1640) KW 48/14
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) KW 50/16

    Günter Wallraff (*1942) KW 50/16
    May Warden (1891-1978) KW 10/13
    Paul Wegener (1874-1948) KW 25/17
    Christine Westermann (*1948) KW 36/17
    Lauri Wylie (1880-1951) KW 10/13
    Arthur Wynne (1871-1945) KW 51/13
    Françoise Xenakis (1930-2018) KW 50/16

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  • Musial
  • KW 9: Music is the Way

    Wo ich schon mal dabei bin, ziehe ich das jetzt durch: eine systematische Bestandsaufnahme meiner 365 Wochenfoto-Beiträge (von 2011 bis jetzt).

    Im fünften Stichwortverzeichnis finden sich die über die Zeit erwähnten

    Musiker*innen und Bands.

    Gefettet sind Beiträge, bei denen die genannte Person bzw. Band (mehr oder weniger) im Mittelpunkt steht.

    Die Fülle der Namen täuscht in diesem Fall ein wenig. Tatsächlich gehen die meisten Nennungen auf lediglich drei Beiträge zurück:

    – Die Mitglieder im Klub 27: KW 37/2011
    – Meine Platten der Jahre: KW 45/2015
    – Deutsche Songpoeten
    : KW 22/2017

    Musiker*innen und Bands von A bis Z
    Afro Celt Soundsystem KW 45/15
    Alexandra (1942-1969) KW 37/11
    Laurie Anderson (*1947) KW 45/15 KW 38/16
    AnnenMayKantereit KW 22/17

    Blixa Bargeld
    (*1959) KW 43/16 KW 22/17
    Chester Bennington (1976-2017) [Linkin Park] KW 30/17
    Beyoncé (*1981) KW 8/15
    Blur KW 45/15
    D. Boon (1958-1985) [Minuteman] KW 37/11
    Heinrich Bossenberger (1838-1916) KW 35/16
    David Bowie (1947-2016) KW 45/15 KW 22/16
    David Byrne (*1952) KW 25/16

    John Cage (1912-1992) KW 6/12 KW 45/12 KW 48/17
    Eric Clapton (*1945) KW 3/13
    Clueso (*1980) KW 22/17
    Biffy Clyro KW 45/15
    Kurt Cobain (1967-1994) [Nirvana] KW 37/11 KW 15/14 KW 38/16 KW 30/17
    Alin Coen (*1982) KW 22/17
    Leonard Cohen (1934-2016) KW 26/13 KW 30/17
    Comedian Harmonists KW 26/17
    Chris Cornell (1964-2017) [Soundgarden etc.] KW 30/17
    Culture Club KW 45/15

    Philipp Dausch (*1992) [Milky Chance] KW 9/15
    Pete de Freitas (1961-1989) [Echo & the Bunnyman] KW 37/11
    Den Sorte Skole KW 23/16
    Depeche Mode KW 45/15
    Philipp Dittberner (*1990) KW 22/17
    DJ Shadow (*1972) KW 25/16
    Nick Drake (1948-1974) KW 45/15
    Dust Brothers KW 50/17
    Bob Dylan (*1941) KW 8/15 KW 22/17

    Richey James Edwards (1967-1995?) [Manic Street Preachers] KW 37/11
    Einstürzende Neubauten KW 45/15
    Element of Crime KW 22/17
    Brian Eno (*1948) KW 25/16
    Hanns Eisler (1898-1962) KW 44/14

    Falco (1957-1998) KW 20/17
    Peter Fox (*1971) KW 22/17
    Fred Frith (*1949) KW 8/14 KW 45/15
    Cornelia Froboess (*1943) KW 17/12

    Boy George (*1961) KW 45/15
    Beth Gibbons (*1965) KW 45/15
    Philip Glass (*1937) KW 29/17
    Green Day KW 45/15
    Herbert Grönemeyer (*1956) KW 37/16 KW 22/17
    Grunge KW 30/17
    Woodie Guthrie (1912-1967) KW 6/12

    Pete Ham (1947-1975) [Badfinger] KW 37/11
    Beck Hansen (*1970) KW 8/15 KW 45/15 KW 50/17
    David Hasselhoff (*1952) KW 26/13
    Joseph Haydn (1732-1809) KW 44/14
    Jimi Hendrix (1942-1970) KW 37/11
    Shannon Hoon (1967-1995) [Blind Melon] KW 30/17
    Ralf Hütter (*1946) [Kraftwerk] KW 25/16 KW 20/17
    Sophie Hunger (*1983) KW 45/15 KW 22/17

    Michael Jackson (1958-2009) KW 38/16
    Mick Jagger (*1943) KW 3/13
    Robert Leroy Johnson (1911-1938) KW 37/11
    Brian Jones (1942-1969) [Rolling Stones] KW 37/11
    Linda Jones (1944-1972) KW 37/11
    Janis Joplin (1943-1970) KW 37/11
    Udo Jürgens (1934-2014) KW 13/15

    Helmut Köllen (1950-1977) [Triumvirat] KW 37/11
    Kraftwerk KW 25/16 KW 20/17
    Peter Kraus (*1939) KW 17/12
    Paul Lincke (1866-1946) KW 26/13

    Ray Manzarek
    (1939-2013) [The Doors] KW 49/13
    Massive Attack KW 45/15
    Ron McKernan (1945-1973) [Grateful Dead] KW 37/11
    George Melly (1926-2007) KW 25/12
    Gregor Meyle (*1978) KW 22/17
    Milky Chance KW 8/15 KW 9/15 KW 45/15
    Jacob Miller (1952-1980) [The Inner Circle] KW 37/11
    Moloko KW 45/15
    Bob Moog (1934-2005) KW 1/15
    Jim Morrison (1943-1971) [The Doors] KW 37/11 KW 49/13
    Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) KW 20/17

    Xavier Naidoo (*1971) KW 22/17
    Naked City KW 45/15
    Neue Musik KW 48/17
    Wolfgang Niedecken (*1951) KW 22/17
    Nirvana (1987-1994) KW 30/17

    Pearl Jam KW 30/17
    Moses Pelham (*1971) KW 25/16 KW 20/17
    PeterLicht KW 22/17
    Kristen Pfaff (1967-1994) [Hole] KW 37/11 KW 30/17
    Poems For Laila KW 45/15
    Philipp Poisel (*1983) KW 22/17
    Elvis Presley (1935-1977) KW 3/13
    Punk KW 20/17

    Rainbirds KW 45/15
    Clemens Rehbein (*1992) [Milky Chance] KW 9/15
    Rio Reiser (1950-1996) KW 22/17
    Terry Riley (*1935) KW 27/15 KW 29/17
    Rocky Horror Picture Show KW 7/11
    Johnny Rotten (*1956) [The Sex Pistols] KW 20/17
    Rustin’ Man (*1962) KW 45/15

    Arnold Schönberg (1874-1951) KW 28/14 KW 48/17
    SEEED KW 45/15
    Silbermond KW 22/17
    Simply Red KW 45/15
    Soundgarden KW 30/17
    St. Germain KW 45/15
    Layne Staley (1967-2002) [Alice in Chains] KW 30/17
    Mike Starr (1966-2011) [Alice in Chains] KW 30/17
    Karlheinz Stockhausen (1928-2007) KW 8/16

    Freaky Tah (1971-1999) [Lost Boyz] KW 37/11
    Adel Tawil (*1978) KW 22/17
    Teho Teardo (*1966) KW 43/16
    Gary Thain (1948-1975) [Uriah Heep] KW 37/11
    The Beatles KW 3/13
    The Doors KW 49/13
    The Legendary Pink Dots KW 45/15
    The Residents KW 45/15
    The Sex Pistols KW 20/17
    The Smiths KW 45/15
    The Subways KW 45/15
    The Tea Party KW 45/15
    Tocotronic KW 45/15 KW 22/17

    Ludwig van Beethoven (1770-1827) KW 3/12 KW 30/12 KW 44/14 KW 20/17 KW 48/17
    Richard Wagner (1813-1883) KW 21/13
    Jeremy Michael Ward (1976-2003) [The Mars Volta] KW 37/11
    Scott Weiland (1967-2015) [Stone Temple Pilots] KW 30/17
    Kanye West (*1977) KW 8/15
    Alan Wilson (1943-1970) [Canned Heat] KW 37/11
    Amy Winehouse (1983-2011) KW 37/11
    Witthüser + Westrupp KW 23/16
    Andy Wood (1966-1990) [Mother Bone Love] KW 30/17

    Yeah Yeah Yeahs KW 45/15
    Neil Young (*1945) KW 15/14
    Rutger Zuydervelt (alias Machinefabriek) (*1978) KW 32/17

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  • Designum
  • KW 8: Sign of Times

    Es stimmt ja auch: Es dreht sich nicht alles um die Kunst (vgl. KW 7). Auch wenn die Kunst die schönste Nebensache der Welt sein mag, im Wochenfoto stehen auch andere Themen auf der Agenda.

    Daher folgt in dieser Woche – nach allen Registern der Kunst in den vergangenen drei Wochen – eine Übersicht über Designiges und diverse Phäno-Meme, die an der ein und der anderen Stelle aufgegriffen wurden.


    Design und Artverwandtes
    3D-Drucker KW 52/13
    Anne Lund: Anti-AKW-Sonne KW 23/12
    Kühn Malvezzi: Buchstabenfeld vor Berlinischer Galerie KW 2/12
    Winsor McCay: Der kleine Nemo im Schlummerland KW 52/14
    Euro-Zeichen KW 9/12
    Europaflagge KW 18/12
    Flagge der Erde KW 28/11
    Pixelkunst mit Haftzetteln KW 47/11
    Arthur Wynne: Kreuzworträtsel KW 51/13
    Litfaßsäule KW 49/11 KW 21/12 KW 7/16 KW 8/16
    Steffen Kverneland: Graphic Novel über Edvard Munch KW 50/13
    Jamie Reid: Sex-Pistols-Cover KW 20/17
    Harvey Ball, Franklin Loufrani: Smiley KW 17/12
    Jerry Siegel & Joe Shuster: Superman KW 23/13
    Frank O. Gehry: Tanzende Häuser KW 9/14
    Testbild KW 17/11
    Tetris KW 22/14
    Harry Beck, George Dow: U-Bahn-Plan KW 2/13
    Walk of Ideas KW 50/16 KW 51/16
    (Tabak-) Werbung KW 37/16
    Vivienne Westwood KW 20/17
    Zauberwürfel KW 50/14

    Meme, Phänomene
    Autofreie Sonntage KW 48/13
    Berlin-Zitate KW 26/13
    Crasher-Squirrel KW 9/11
    Currywurst-Museum KW 10/11
    Deutsche Nationalhymne KW 44/14
    Dinner for One KW 10/13
    Echt Kölnisch Wasser KW 42/12
    Die Erde KW 49/16
    Fake News KW 10/17
    Flugzeugkondensstreifen KW 14/17
    (Tag der) Freude KW 30/13
    Fußballfieber KW 20/12 KW 34/13
    Gartenzwerge KW 46/13
    Jugendwort des Jahres KW 52/11 KW 38/15 KW 51/17
    Kleine-Welt-Phänomen KW 31/12
    Klub 27 KW 37/11
    Krieg spielen KW 42/13
    Kuss, Küssen KW 27/11 KW 27/12
    Lieder mit Zeit im Titel KW 36/15 (englisch), KW 26/15 (deutsch)
    Linkshänder(-tag) KW 33/12
    LOL Cats KW 32/11
    Maya-Kalender KW 1/12 KW 52/12
    Meldung, die Zahl der Lebenden habe die der Toten längst überschritten KW 28/12
    Erika Mustermann (und ihre internationalen Verwandten) KW 45/14
    Nessie (Ungeheuer von Loch Ness) KW 16/13
    Neujahr (in aller Welt) KW 6/13
    Ohrstöpselautomaten KW 46/12
    Planeten (Merkspruch ) KW 15/12
    Plastikmüll KW 11/12
    Projekt Lebensbücher KW 32/12
    Selfies KW 30/15
    Shelfies KW 51/16
    Siebenschläfer KW 26/12
    Sleeve-Face KW 13/11
    Sparen, Weltspartag KW 44/13
    Tonpfeife des Weckmanns KW 48/14
    Träume KW 52/14
    (Un-)Wort des Jahres KW 41/12 KW 34/15
    Valentinstag KW 7/12
    Volkszählung KW 24/11
    Weihnachtsmann KW 51/11
    Zeitverschiebung KW 13/13

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  • Hot Art
  • KW 7: Arty farty (this and that)

    Manchmal entsteht der Eindruck, im Wochenfoto-Blog geht es gar nicht um Kunst. Und das, wo der Name der Website „kunstakut“ eh schon mehr verspricht als er hält.

    Das Personenregister in den letzten beiden Wochen hat gezeigt: In 365 Beiträgen ist doch einiges zusammengekommen. Das war auch für mich überraschend. Beschließe ich diese Woche meine Linkliste zur Kunst mit weiteren Übersichten. Nächste Woche geht es dann weiter im Text.

    Kunststile/-techniken/-gruppen
    Abstrakte Malerei KW 30/14 KW 46/14
    Affichisten KW 6/15
    Appropriation Art KW 40/14 KW 41/14
    Automatisches Schreiben KW 44/16
    Bauhaus KW 14/14 KW 32/17
    Blue Man Group KW 33/17 KW 34/17
    Collage KW 16/11 KW 2/12 KW 25/12 KW 34/12 KW 39/12 KW 24/13 KW 2/14 KW 3/14 KW 2/15 KW 10/15 KW 13/16 KW 28/17
    Dadaismus KW 2/12 KW 34/12 KW 24/13 KW 30/14 KW 31/14 KW 49/14 KW 7/15 KW 35/15 KW 9/16 KW 13/16 KW 19/16 KW 20/16 KW 38/16 KW 1/17 KW 27/17
    Der Blaue Reiter KW 33/17
    De Stijl KW 32/17
    Expressionismus KW 50/13
    Fluxus KW 48/17
    Foto-Montage KW 13/16
    Futurismus KW 50/12 KW 14/14
    Graffiti KW 46/11 KW 16/16 KW 52/16
    Impressionismus KW 30/14
    Independent Group KW 2/15
    Jugendstil KW 52/14
    Konstruktivismus und konkrete Kunst KW 23/14 KW 7/15 KW 32/17
    Konzeptkunst KW 32/17
    Merz KW 25/12 KW 24/13 KW 27/17
    MIKADO KW 39/12 KW 43/16
    Minimalismus KW 32/17
    Münchener Neue Secession KW 33/17
    Neue Künstlervereinigung München KW 33/17
    Neuer Realismus KW 6/15
    Neue Sachlichkeit KW 31/15 KW 33/17
    Objet trouvé KW 31/14
    Performance KW 48/17
    Pixelkunst, Pointillismus KW 47/11
    Pop-Art KW 24/13 KW 31/14 KW 40/14 KW 41/14 KW 2/15 KW 6/15
    Russische Avantgarde KW 50/12 KW 14/14
    Sozialistischer Realismus KW 14/14
    Stolpersteine KW 26/17
    Street Art / Urbane Kunst KW 24/11 KW 36/11 KW 46/11 KW 52/16 KW 17/17 KW 35/17
    Suprematismus KW 14/14
    Surrealismus KW 4/14 KW 31/14 KW 52/14 KW 35/15 KW 41/16 KW 42/14
    viktoria b KW 43/14
    ZERO KW 11/15

    Mythen der Kunst
    Das hätte ich auch gekonnt! KW 35/14
    Künstler müsste man sein! KW 34/14
    Alle Künstler sind Spinner! KW 33/14
    Ist da eine Null zu viel? KW 32/14
    Ist das Kunst oder kann das weg? KW 25/14 KW 31/14
    Ist das Bild überhaupt schon fertig? KW 30/14
    Malen will gelernt sein! KW 29/14
    Kunst kommt von Können! KW 28/14
    Was will uns der Künstler damit sagen? KW 27/14
    Davon kann der leben? KW 26/14

    Galeristen, Sammler
    Heinz Berggruen (1914-2007) KW 2/14
    Otto Feldmann (1881-1942) KW 49/14
    Leo Fritz Gruber (1908-2005), Renate Gruber (*1936) KW 5/13
    G. F. Hartlaub (1884-1963) KW 31/15
    Pierre Matisse (1900-1989) KW 2/14
    Heinrich Müller (1936-2007) KW 20/14
    Karl Nierendorf (1889-1947) KW 31/15
    Christian Zervos (1889-1970) KW 2/14

    Sonstiges
    Immaterielles Kulturerbe KW 13/12 KW 36/12
    Inspiration KW 40/14 KW 42/16 KW 43/16
    Kulturgutschutzgesetz KW 42/15
    Museumsbesuche (vs. Fußballfans) KW 20/12
    Urheberrecht KW 40/14 KW 24/16 KW 25/16

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  • Art is smart
  • KW 6: Arty farty (M to Y)

    In dieser Woche nun Teil 2 des Personenregisters der im Laufe von sieben Jahren „Wochenfoto“ erwähnten

    Künstler*innen von M bis Y.

    Manche werden in den verlinkten Beiträgen nur genannt, gelistet oder sind ausschließlich mit Bild vertreten.
    Gefettet heißt: Die Person steht mehr oder weniger im Zentrum des jeweiligen Beitrags (Kalenderwoche/Jahr).

    Künstler*innen von M bis Y

    Heinz Mack (*1931) KW 11/15
    August Macke (1887-1914) KW 37/11 KW 3/12 KW 50/12 KW 16/14 KW 39/14 KW 49/14 KW 12/15
    Michel Majerus (1967-2002) KW 12/15
    Jan Mančuška (1972-2011) KW 12/15
    Piero Manzoni (1933-1963) KW 12/15
    René Magritte (1898-1967) KW 27/12 KW 48/14
    Kasimir Malewitsch (1879-1935) KW 14/14 KW 31/14 KW 46/14 KW 43/16
    Franz Marc (1880-1916) KW 39/14 KW 33/17
    Quentin Massys (1466-1530) KW 22/13
    Gordon Matta-Clark (1943-1978) KW 12/15
    Henri Matisse (1869-1954) KW 27/12 KW 5/13 KW 2/14 KW 20/14
    Winsor McCay (um 1867-1934) KW 52/14
    Ana Mendieta (1948-1985) KW 12/15
    Michelangelo Buonarroti (1475-1564) KW 47/11 KW 27/12 KW 33/12 KW 29/14 KW 7/15 KW 50/16
    John Everett Millais (1829-1896) KW 27/12
    Joan Miró (1893-1983) KW 5/13 KW 2/14 KW 7/15
    Joan Mitchell (1925-1992) KW 2/16
    László Moholy-Nagy (1895-1946) KW 34/12 KW 14/14
    Louis Moilliet (1880-1962) KW 16/14
    Piet Mondrian (1872-1944) KW 14/14 KW 23/14 KW 46/14 KW 43/16
    Claude Monet (1840-1926) KW 30/14
    Wilhelm Morgner (1891-1917) KW 12/15
    Wolfgang Müller (*1957) KW 25/12
    Gabriele Münter (1877-1962) KW 33/17
    Edvard Munch (1863-1944) KW 27/12 KW 50/12 KW 50/13
    Christoph Murer (1558-1614) KW 16/15
    Marina Muun & Slav Vitanov KW 35/17
    Josef Václav Myslbek (1848-1922) KW 7/13

    Harald Naegeli (*1939) KW 52/16
    Ben Nicholson (1894-1982) KW 23/14
    Emil Nolde (1867-1956) KW 50/12 KW 46/14 KW 33/17

    Hélio Oiticica (1937-1980) KW 12/15
    Claes Oldenburg (*1929) KW 41/14
    Tim Ossege (*1984) aka seiLeise KW 17/17

    Trevor Paglen
    (*1974) KW 5/15
    Blinky Palermo (1943-1977) KW 12/15
    Eduardo Luigi Paolozzi (1924-2005) KW 2/15
    Phidias (ca. 500-430 v.Chr.) KW 30/15
    Francis Picabia (1879–1953) KW 19/16
    Pablo Picasso (1881-1973) KW 27/12 KW 50/12 KW 5/13 KW 15/13 KW 2/14 KW 29/14 KW 49/14
    Otto Piene (1928-2914) KW 11/15
    Christoph Pöggeler (*1958) KW 49/11
    Sigmar Polke (1941-2010) KW 2/15 KW 24/15
    Jackson Pollock (1912-1956) KW 6/12 KW 12/15

    Raffael (1483-1520) KW 15/13 KW 24/16
    Rakaposhii (*1974) KW 35/17
    Robert Rauschenberg (1925-2008) KW 41/14 KW 2/15 KW 43/16
    Man Ray (1890-1976) KW 27/12 KW 5/13 KW 35/15 KW 19/16 KW 43/16
    Jamie Reid (*1957) KW 20/17
    Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) KW 30/14 KW 49/14
    Jason Rhoades (1965-2006) KW 12/15
    Gerhard Richter (*1932) KW 32/14 KW 43/16
    Norman Rockwell (1894-1978) KW 27/12
    Auguste Rodin (1840-1917) KW 27/12
    Peter Roehr (1944-1968) KW 12/15
    James Rosenquist (1933-2017) KW 41/14
    Mimmo Rotella (1918-2006) KW 6/15
    Peter Paul Rubens (1577-1640) KW 27/12

    Egon Schiele (1890-1918) KW 27/12 KW 50/12
    Oskar Schlemmer (1888-1943) KW 46/14
    Christoph Schlingensief (1960-2010) KW 12/15
    Rudolf Schwarzkogler (1940-1969) KW 12/15
    Kurt Schwitters (1887-1948) KW 29/11 KW 25/12 KW 34/12 KW 24/13 KW 20/14 KW 30/14 KW 2/15 KW 7/15 KW 19/16 KW 43/16 KW 50/16 KW 1/17 KW 27/17
    George Segal (1924-2000) KW 41/14
    Georges Seurat (1859-1891) KW 47/11
    Henryk Siemiradzki (1843-1902) KW 27/12
    Christian Sievers (*1974) KW 6/16
    Robert Smithson (1938-1973) KW 12/15
    Dash Snow (1981-2009) KW 37/11 KW 12/15
    Frank Stella (*1936) KW 41/14
    Hermann Stenner (1891-1914) KW 12/15
    Tobias Stimmer (1538-1584) KW 16/15
    (Elaine) Sturtevant (ca. 1924-2014) KW 40/14 KW 41/14

    Sophie Taeuber-Arp
    (1889–1943) KW 7/15 KW 19/16
    Tristan Tzara (1896-1963) KW 7/15 KW 9/16 KW 19/16

    Guenther Uecker
    (*1930) KW 11/15
    Theo van Doesburg (1883-1931) KW 7/15 KW 19/16
    Vincent van Gogh (1853-1890) KW 50/12 KW 50/13 KW 26/14 KW 40/14 KW 49/14 KW 12/15
    Victor Vasarely (1906-1997) KW 43/16
    Gerhard von Graevenitz (1934-1983) KW 12/15
    Alexej von Jawlensky (1864/65-1941) KW 33/17
    Otto Friedrich Theodor von Moeller (1812-1874) KW 27/12
    Franz von Stuck (1863-1928) KW 27/12
    Marianne von Werefkin (1860-1938) KW 33/17
    Wolf Vostell (1932-1998) KW 6/15

    Ferdinand Georg Waldmüller (1793-1865) KW 27/12
    Andy Warhol (1928-1987) KW 19/12 KW 27/12 KW 50/13 KW 31/14 KW 41/14 KW 2/15 KW 43/16 KW 50/16
    John White (um 1540-um 1593) KW 28/16KW 29/16KW 31/16
    wholeheart KW 35/17
    Diana Winklerová (*1983) KW 48/11
    Gerd Winner (*1936) KW 46/11
    David Wojnarowicz (1954-1992) KW 12/15
    Francesca Woodman (1958-1981) KW 12/15
    Yaikel KW 35/17

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  • Aus dem Kunst-ABC
  • KW 5: Arty farty A to L)

    Nach 365 Wochenfoto-Beiträgen ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme.
    Beginne ich mit einer Übersicht der im Laufe der Zeit erwähnten

    Künstler*innen von A bis L.

    Alle weiteren von M bis Y folgen dann nächste Woche. Immer dann, wenn Personen und Beiträge hervorgehoben sind, gehe ich ein wenig in die Tiefe. Dort lässt sich Biographisches oder Anekdotisches entdecken (Kalenderwoche/Jahr).

    Künstler*innen von A bis L

    Absalon (1964-1993) KW 12/15
    Bas Jan Ader (1942-1975) KW 12/15 KW 28/15
    Hilma af Klint (1862-1944) KW 46/14
    Hans Arp (1886-1966) KW 20/14 KW 23/14 KW 49/14 KW 7/15 KW 19/16 KW 1/17

    Johannes Baader (1875–1955) KW 19/16
    Johannes Theodor Baargeld (1892–1927) KW 19/16
    Franics Bacon (1909-1992) KW 50/13 KW 29/14
    Hugo Ball (1886-1927) KW 9/16 KW 19/16
    Banksy KW 16/16
    Heike Kati Barath (*1966) KW 13/15
    Umbelina Barros KW 44/11
    Georg Baselitz (*1938) KW 4/13 KW 40/14 KW 42/15
    Jean-Michel Basquiat (1960-1988) KW 37/11 KW 19/12 KW 12/15
    Willi Baumeister (1889-1955) KW 46/14
    Max Beckmann (1884-1950) KW 31/15KW 33/17
    Peter Behrens (1868-1940) KW 27/12
    Joseph Beuys (1921-1986) KW 31/14 KW 41/14 KW 43/16 KW 50/16
    Karl Blossfeldt (1865-1932) KW 31/15
    Hieronymus Bosch (um 1450–1516) KW 41/16 KW 42/16 KW 43/16
    William Adolphe Bouguereau (1825-1905) KW 27/12
    Constantin Brâncuși (1876-1957) KW 27/12
    Georges Braque (1882-1963) KW 49/14
    André Breton (1896-1966) KW 5/13 KW 4/14 KW 42/16 KW 44/16
    Luis Buñuel (1900-1983) KW 4/14
    BWoL KW 35/17

    Alexander Calder (1898-1976) KW 20/14
    Antonio Canova (1757-1822) KW 27/12
    Captain Borderline Crew KW 35/17 KW 51/17
    Paul Cézanne (1839-1906) KW 50/12 KW 2/14 KW 30/14 KW 49/14
    Marc Chagall (1887-1985) KW 27/12 KW 2/14
    Lisa Cieslik (*1955) KW 48/17
    Francesco Clemente (*1952) KW 19/12
    Jean Cocteau (1889-1963) KW 27/12
    Lovis Corinth (1858-1925) KW 20/14
    Jean-Baptiste Camille Corot (1796-1875) KW 15/13
    Franics Cotes (um 1725 – 1770) KW 12/14
    Lucas Cranach der Ältere (um 1472-1553) KW 29/15
    Lucas Cranach der Jüngere (1515-1586) KW 29/15

    Leonardo da Vinci (1452-1519) KW 15/13 KW 50/13
    Salvador Dalí (1904-1989) KW 5/13 KW 4/14 KW 41/16 KW 42/16 KW 43/16
    Louis Daguerre (1787-1851) KW 51/14
    Hanne Darboven (1941-2009) KW 2/16
    Jacques de la Villeglé (*1926) KW 6/15
    Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) KW 27/12 KW 2/14
    Edgar Degas (1834-1917) KW 30/14
    Ad Dekkers (1938-1974) KW 23/14
    Robert Delaunay (1885-1941) KW 7/15
    Sonia Delaunay-Terk (1885-1979) KW 7/15
    Gunter Demnig (*1947) KW 26/17
    André Derain (1880-1954) KW 49/14
    Otto Dix (1891-1969) KW 31/15 KW 19/16
    Marcel Duchamp (1887-1968) KW 5/13 KW 31/14 KW 40/14 KW 41/14 KW 7/15 KW 19/16 KW 43/16 KW 32/17
    Albrecht Dürer (1471-1528) KW 40/14 KW 29/15 KW 24/16
    Francois Dufrêne (1930-1982) KW 6/15

    Alfred Eisenstaedt (1898-1995) KW 27/12
    El Bocho (*1978) KW 35/17
    Paul Éluard (1895-1952) KW 4/14 KW 7/15
    Adolf Erbslöh (1881-1947) KW 33/17
    Max Ernst (1891-1976) KW 27/12 KW 5/13 KW 4/14 KW 49/14 KW 7/15 KW 35/15 KW 19/16 KW 43/16
    M. C. Escher (1898-1972) KW 43/16
    Claudio Ethos (*1982) KW 36/11 KW 35/17

    Öyvind Fahlström (1928-1976) KW 12/15
    Faith47 (*1979) KW 35/17
    Lyonel Feininger (1871-1956) KW 14/14
    Jean Honoré Fragonard (1732-1806)KW 27/12
    Francesco Furini (um 1600-1646) KW 27/12

    Paul Gauguin (1848-1903) KW 50/12 KW 40/14
    Frank O. Gehry (*1929) KW 9/14
    Theódore Géricault (1791-1824) KW 27/12
    H. R. Giger (1940-2014) KW 43/16
    Felix González-Torres (1957-1996) KW 12/15
    Georg Grasegger (1873-1927) KW14/17
    Gotthard Graubner (1930-2013) KW 20/14
    Ludwig Emil Grimm (1790-1863) KW 14/13
    Walter Gropius (1883-1969) KW 14/14
    George Grosz (1893-1959) KW 34/12 KW 31/15 KW 13/16 KW 19/16

    Laura Hadland (*1983) KW 47/11
    Raymond Hains (1926-2005) KW 6/15
    Al Hansen (1927-1995) KW 48/17 KW 50/17
    Richard Hamilton (1922-2011) KW 2/15
    Keith Haring (1958-1990) KW 12/15
    Raoul Hausmann (1886-1971) KW 34/12 KW 30/14 KW 13/16 KW 19/16
    Francesco Hayez (1791-1882) KW 27/12
    John Heartfield (1891-1968) KW 34/12 KW 13/16 KW 19/16 KW 43/16
    Erwin Heerich (1922-2004) KW 20/14
    William Heise (1847-1910) KW 27/12
    Emmy Hennings (1885-1948) KW 19/16
    Anatol Herzfeld (*1931) KW 20/14
    Eva Hesse (1936-1970) KW 12/15
    Damien Hirst (*1965) KW 35/14
    Hannah Höch (1889-1978) KW 2/12 KW 34/12 KW 13/16 KW 19/16 KW 43/16 KW 50/16 KW 1/17
    Adolf Hölzel (1853-1934) KW 46/14
    huami KW 35/17
    Richard Huelsenbeck (1892-1974) KW 19/16
    Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) KW 21/12

    Jörg Immendorff (1945-2007) KW 33/12 KW 34/17
    Jean Auguste Dominique Ingres (1780-1867) KW 27/12
    Johannes Itten (1888-1967) KW 46/14
    Marcel Janco (1895-1984) KW 19/16
    Jasper Johns (*1930) KW 41/14
    Ray Johnson (1927-1995) KW 29/11

    Wassily Kandinsky
    (1866-1944) KW 14/14 KW 46/14 KW 7/15 KW 33/17
    Martin Kippenberger (1953-1997) KW 12/15
    Paul Klee (1879-1940) KW 33/12 KW 2/14 KW 14/14 KW 16/14KW 33/17
    Yves Klein (1928-1962) KW 20/14
    Gustav Klimt (1862-1918) KW 27/11 KW 27/12
    Jeff Koons (*1955) KW 26/14 KW 24/15
    František Kupka (1871-1957) KW 46/14

    Ketty La Rocca (1938-1976) KW 12/15
    Marie Laurencin (1883-1956) KW 27/12
    Uwe Lausen (1941-1970) KW 12/15
    Ferdinand Lepcke (1866-1909) KW 27/12
    Louis Leroy (1812-1885) KW 30/14
    Mark Lombardi (1951-2000) KW 12/15
    Sol LeWitt (1928-2007) KW 32/17 KW 34/17
    Roy Lichtenstein (1923-1997) KW 27/12
    Nikiforos Lytras (1832-1904) KW 27/12

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  • Blutend Boden
  • KW 4: Rüffel satt

    War es nun Kalkül, Klientelpolitik oder ein Dummejungenstreich?

    Auf Anordnung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte sich Deutschland Ende November 2017 in Brüssel für die weitere Verwendung von Glyphosat ausgesprochen.

    Aufgrund des Vetos von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hätte sich Schmidt bei der Abstimmung enthalten müssen. So sieht es die Geschäftsordnung der Bundesregierung vor. Angeblich erhielt er kurz vor der Abstimmung auch eine entsprechende Weisung aus dem Kanzleramt.

    Und doch hat sich Minister Schmidt darüber hinweggesetzt. Dank seiner Zustimmung darf der umstrittene Unkrautkiller nun für weitere fünf Jahre in der EU verwendet werden.

    Im Rahmen der laufenden 83. Grünen Woche (19.-28.1.18) bekannte sich BM Schmidt nun grundsätzlich zum baldigen Glyphosat-Ausstieg. Der dürfe aber nicht zu Lasten der Landwirte gehen, sagte er dem Deutschlandfunk.

    Aber die Weiterverwendung von Glyphosat darf zu Lasten aller gehen?

    Im März 2015 wurde Glyphosat von der IARC als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. IARC ist die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Eine endgültige Bewertung steht noch aus.

    Wenn sich nun aber in naher Zukunft herausstellen sollte, dass dem so ist, kann BM Schmidt dann nachträglich noch wegen fahrlässig verursachter schwerer Körperverletzung (§ 226 StGB) belangt werden?

    Von Kanzlerin Merkel jedenfalls wurde Schmidt nur gerügt, mehr nicht. Ich verstehe nicht, warum sich die Kanzlerin immer wieder aufs Neue von ihren renitenten Brüdern aus der Schwesterpartei auf der Nase herumtanzen lässt?

    Ich finde die sollten entweder eine Familientherapie machen oder – besser noch – eine Beziehungspause einlegen. Dann wird's vielleicht auch was mit der Neuauflage der GroKo.

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  • Unheilige Allianz
  • KW 3: Kreuz Sakra

    Da hat es der Ho allen nochmal so richtig gezeigt – bevor er sich in die Bedeutungslo verabschiedet.

    Da hat er sich zur Klausur doch tatsächlich wieder seinen alten Spezi, „Waffenbruder“ O (O-Ton O) aus Hu eingeladen.

    Und alle nur so:
    Ach, Ho, is jetz ma gut?!

    Immer diese Spielchen. Das nervt. Und bringt doch nichts.

    Keine anderthalb Jahre her, da ham die beiden schon mal groß auf BFF gemacht (vgl. KW 38/2015). Und das Wahldebakel kam trotzdem. Die Inszenierung nützt allein dem O & co, nicht dem See & Sö.

    Diesmal wird der O sogar als heimlicher RevoFü hofiert? Der Do jedenfalls schwafelte zuvor was von „konservativer Revolution“ und der O proprophzte die „Wiederherst des Volkswills“.

                [oh ich muss mal eben ko]

    Das Gaganze dadann zum Auftatakt der So-Blablas zur Neuauflalage der diesmal kleinen GroKoko. Nochmal klare KaKante zeigen, was mit der CSU geht, und wo die NoNo-GoGos sind.

                [CS wird ab sofort gestrichen, weder das eine noch das andere treffen noch zu.]

    Der O hielt sich verbabal zurück. Er ließ die Gegeste sprechen. Er herherzte seinen Bubuddy Brother O.

    Und die Soso-Blablas und die sich vermutlich anschließenden Koan-Verhandlungen? Was sollen die schon bringen, wenn die Popositionen derart verhärtet und die KonfLösKos so begrenzt sind? Abklatsch des Geschassten!

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  • Bitte keinen Bit
  • KW 2: Kryptische Zeiten

    Letzte Woche schrieb mir Johanna Krause. Sie machte mir ein unmoralisches Angebot. Genauso wie Timo Lehmann drei Tage später.

    Eine Million E-Mails für 500 Euro, lautete ihre deckungsgleiche Offerte. Zahlbar ausschließlich in Bitcoins.

    Über den Gesamtpreis ließe sich verhandeln, falls ich alle verfügbaren E-Mails erwerben wolle. Insgesamt stehen 37,7 Millionen zum Verkauf.


    Aber wann soll ich die denn alle lesen? Und außerdem: Dafür extra Bitcoins locker machen?

    Es ist nicht so, dass ich welche hätte. Dazu müsste ich erst in die „Geldflussoptimierung“ mit Bitcoins einsteigen. Es trifft sich, dass soeben genau dazu ein weiteres Angebot eintraf: Nebenverdienst von bis zu 3.800 Euro durch Handel mit Bitcoins. Der Absender ist kein Geringerer als die Agentur für Arbeit. Oder doch nur eine Scheinfirma mit dem Namen Schmidt Agentur? Oder dianepratt4? Ich blick da nicht ganz durch.

    Krypto- was?

    Wie mir überhaupt ein wenig der Durchblick beim Thema Kryptowährungen fehlt. Bislang hatte mich die Blase um den Bitcoin allenfalls belustigt, aber nicht weiter interessiert. Dass so viel Geld für eine digitale Währung ausgegeben wird, ist schon irgendwie putzig. Das Rekordniveau lag im Dezember 2017 immerhin bei 20.000 US-Dollar für einen Bitcoin.

    Dabei ist der Bitcoin längst nicht die einzige Kryptowährung. Sein 2017er-Kursplus von rund 1.300 Prozent macht ihn auch gar nicht zum größten Gewinner des Jahres. Laut Handelsblatt hat der Ripple mit einem Kursplus von etwa 36.000 Prozent alle Konkurrenten (neben Bitcoin unter anderem Litecoin und Ethereum) weit hinter sich gelassen.

    Nichts als Schall

    Dann erfuhr ich, dass der Energieverbrauch beim Schürfen der Bitcoins immens ist. Eine einzige Transaktion schluckt etwa 330 Kilowattstunden. Das ist mehr Strom als der deutsche Durchschnittshaushalt in einem Monat verbraucht.

    Bei über 350.000 Bitcoin-Transaktionen pro Tag kommt da einiges zusammen. Vor kurzem hat der Jahresverbrauch, der zum Generieren und Transferieren der Bitcoins erforderlich ist, den von ganz Dänemark übeschritten.

    Der Grund dafür ist konstruktionsbedingt: Um Bitcoins zu erstellen und hin- und herzuschieben, müssen zunehmend komplexere Rechenoperationen durchgeführt werden. Dazu wird folglich mehr Rechenleistung und damit mehr Strom gebraucht.

    Und jede Menge Rauch

    Alex de Vries (*1989), der ehrenamtlich die Seite Bitcoin Energy Consumption Index betreibt, fürchtet, dass für Bitcoins bereits im Juli 2019 so viel Strom benötigt wird wie heute für die USA – und die sind nicht gerade als Stromsparer bekannt.

    Wenn ich dann noch bedenke, dass hierfür überwiegend fossile Brennstoffe verheizt werden (die größten Bitcoin-Minen befinden sich im Norden Chinas und beziehen ihren Strom aus Kohle),

    und wenn ich weiterhin bedenke, dass es beim gegenwärtigen Boom nicht um den Gewinn des Bitcoins für den Verbraucher, sondern vor allem um den Gewinn für Spekulanten mit dem Bitcoin geht, hört's für mich auf mit lustig.

    Damit qualifiziert sich die Menschheit einmal mehr für die Rote Liste gefährdeter Arten.

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  • Count down, rise up
  • KW 1: Mille Male, Pille Pale

    Endlich volljährig!
    Endlich erwachsen!

    Denkt sich das dritte Jahrtausend – und lässt sich ein letztes Mal feiern.

    Jetzt ist es an der Zeit, das Leben selbst in die Hand zu nehmen.

    Schluss mit der Bevormundung! Schluss mit der Fremdbestimmung!

    Eine neue Ära beginnt.

    Vorbei sind die Jahre des Wartens, vorbei sind die Zeiten des Zögerns und Zauderns, des Zweifelns im Zwielicht.

    Die Zeit nimmt sich das ihr
    angestammte Recht auf Unendlichkeit raus – und
    nimmt sich die Zeit, also sich,
    um sich vorzeitig zur Geschichte
    und gleichzeitig zur Zukunft zu machen.

    Überwunden ist die Begrenzung im Stundenglas, entbunden von ihren Pflichten die Zeiger der Uhr.
    Ab sofort gilt:

    Eine neue Zeitrechnung.

    Entkräftet ist die Sterblichkeit,
    entknechtet ist die Vanitas.

    Von jetzt an tickt die Herzlichkeit,
    von jetzt an gilt die Veritas!


    Frohes Neues!

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