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 Volker Frechen




Confused Corona News



  • Virentanz
  • 24.6.20:
    Aus die Maus

    In drei Monaten Homeoffice, Homeschooling, Homework, Hausarbeit und Heimwerken ist mir irgendwann die Motivation abhandengekommen, diese Rubrik weiter zu füllen. Aus Budenzauber wird unter Hausarrest wohl zwangsläufig Budenkoller. Will sagen: Die Luft raus. Und ich die meiste Zeit immer noch drin.

    Quarantäne heißt ja eigentlich auch nur vierzig Tage Isolation. Jetzt sind wir schon bei weit über 100 Tagen angekommen. Obwohl: Mir scheint, die meisten halten die Pandemie inzwischen für überwunden und gebärden sich so, als sei nichts gewesen; außer vielleicht im Kreis Gütersloh.

    Dass aber die arme Maus vom Foto des letzten Beitrags so lange, so prominent abgebildet war, wurmt mich doch ein wenig. Daher verordne ich mir jetzt eine Wurmkur und zwinge mich zum Schreiben. Für besagtes Foto kam übrigens kein Tier zu Schaden, nicht einmal die Maus. Ich hatte sie mit einer Lebendfalle vorm Verhungern gerettet und dann an anderer Stelle ausgesetzt. Zuvor hatte sie mir ihr Einverständnis erteilt, sie abzulichten und als Symbolfoto zu verwenden.

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  • Ausweg gesucht
  • 28.5.20:
    Und raus bist du
    Und drin bleibst du

    In den vergangenen Wochen haben sich zwei Ministerpräsidenten besonders hervorgespielt: Bayerns Landesvater Markus Söder gerierte sich als Hardliner in Sachen COVID-19-Bekämpfung, während sich NRW-Chef Armin Laschet als Verfechter der Freiheit zu profilieren versuchte.

    Mit ihrem jeweiligen Vorpreschen haben sie die gemeinsamen Beschlüsse aller Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin regelmäßig untergraben. Ihr Gehabe schmeckte schwer nach Kalkül. Schließlich sind sowohl Söder, als auch Laschet als Kanzlerkandidat der Union im Gespräch.

    Und, wer macht wohl das Rennen? – Die „harte Hand“ natürlich. Zumindest laut ARD-DeutschlandTrend. Demnach halten 53 Prozent der Befragten Söder für eine gute Wahl (ein Plus von 22 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat), während Laschet lediglich 27 Prozent überzeugen kann.

    Welchem Plan folgt also Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, der die Tage eine Kehrtwende „von Ver- zu Geboten, von staatlichem Zwang hin zu selbstverantwortetem Maßhalten“ einläuten wollte? Seine baldige Abwahl nach der erst vor kurzem eklat-ant holprigen Wiederwahl?

    Mich können alle drei nicht überzeugen. Im Gegenteil. Dieses föderale Kompetenzgerangel ist in Punkto Krisenbewältigung meiner Meinung nach kontraproduktiv. Nichts gegen eine lebendige Diskussion. Auch regionale Unterschiede in den Lockerungen der Beschränkungen in Abhängigkeit der Entwicklung der Fallzahlen mögen inzwischen Sinn machen. Aber dieses Imponiergehabe schafft weder Vertrauen, noch stärkt es das Gefühl von Sicherheit.

    Insgeheim wissen wir doch alle, dass es kein Patentrezept zur Bewältigung einer Pandemie gibt. Und selbstverständlich wünschen wir uns alle ein Ende des Spuks und der damit einhergehenden Einschränkungen. Doch dieses alphatierische Besserwisser-Gehabe verstärkt das Gefühl des Eingesperrt- und Ausgeliefertseins nur noch mehr. Da sind wir dann nicht nur eingesperrt, wir sind wie Mäuse im Versuchslabor.

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  • Reizend
  • 15.5.20:
    Hochfahren, ohne unterzugehen

    Ich brauche dringend ein neues Fahrrad. Ist schließlich mein Hauptverkehrsmittel, und das alte fällt bald in sich zusammen. Ob ich mit dem Kauf noch warten sollte, bis über die Abwrackprämie entschieden ist?

    Ach, die ist wieder mal nur für Autos im Gespräch? Aber doch sicher nur für Elektro-, Erdgas- und Hybridfahrzeuge, oder? Was? Die Autoindustrie will auch Kaufanreize für ihre Verbrenner durchdrücken? Und stößt damit sogar bei einem grünen Ministerpräsidenten auf offene Ohren? Ja, wo leben wir denn? „Wir müssen alles dafür tun, dass wir Autoland bleiben“, fordert eben jener Ministerpräsident mit Namen Kretschmann. Ja, klar, Deutschland = Autoland. Oder doch eher Lobbyland?

    Rund 840.000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Automobilindustrie. Klingt viel, ist auch viel. Doch bei weitem nicht so viel, wie uns der Verband der Automobilindustrie (VDA) gerne verklickern möchte. „Jeder siebte Arbeitsplatz hängt am Auto“, ist die immer wieder heraufbeschwörte Parole. Selbst wenn Berufszweige eingeschlossen werden, die im weiteren Sinne von der Automobilindustrie abhängen, kommen Ökonomen nach Angaben der ZEIT nur auf etwa 1,8 Millionen Jobs. Das wäre dann etwa jeder 25. Arbeitsplatz.

    Schau ich mir nur mal so zum Spaß die Zahlen der in der Kultur- und Kreativwirtschaft Arbeitenden an: Knapp 1,7 Millionen Erwerbstätige sind das in Deutschland laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Darin sind zwar auch die geringfügig Beschäftigten enthalten, wohl aber nicht jene Berufszweige, die davon im weiteren Sinne ebenfalls profitieren.

    Ich weiß, ich weiß, der Vergleich hinkt. Und dennoch: Wer hat uns denn die Zeiten des extremen sozialen Rückzugs in den letzten Wochen erträglicher gemacht, wenn nicht die Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK), die ihre Angebote vermehrt ins Netz gestellt hat, vielfach, ohne davon zu profitieren? Wenn über Kauf- und Konsumanreize diskutiert wird, sollen bitte schön, auch KuK-Prämien in Betracht gezogen werden. Jawohl.

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  • Werbung?-Wertung!
  • 7.5.20:
    Lock, Locker, Lockerer

    Jetzt, wo die Einschränkungen Schritt für Schritt gelockert werden, und sogar sämtliche Geschäfte wieder öffnen dürfen, geht hoffentlich auch die unsägliche, von Corona gefärbte Werbung wieder zurück. Hier die dümmsten Slogans, die meinen Spamfilter in den letzten Wochen überwanden:

    Zuhause-Zeit ist Foto-Zeit

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  • Maskara
  • 25.4.20:
    Irgendwas mit Masken

    Nun kommt sie also doch, die Maskenpflicht. Im Laufe der nächsten Tage wird sie in allen Bundesländern eingeführt. Wie sich die Maskenpflicht mit dem Vermummungsverbot verträgt, habe ich nicht eruiert. Tatsächlich sind Demos mancherorts wieder erlaubt. Warum auch nicht? Wenn der Abstand stimmt. Der war in manch‘ Fußgängerzone die Tage hingegen nicht ausreichend gegeben, sodass Mama Merkel wieder zur Ordnung rufen musste.

    Wie es mit Gummi- oder Gasmasken aussieht, weiß ich übrigens auch nicht. DIY-Masken dürfen jedenfalls nicht als Schutzmaske bezeichnet werden, so viel ist sicher – weil sie nicht wirklich sicher sind. Und trotzdem tragen wir sie jetzt. Warum auch nicht? Es reicht ja schon, wenn sie ein bisschen dazu beitragen, die Ausbreitung des Sars-CoV-2 zu verhindern. Es bleibt halt ein großes Experiment, der Umgang mit Corona.

    Aber bitte, bitte ignoriert grundsätzlich jeden Rat von Dödel Trump. Nachdem er vor einigen Wochen ein Malariamittel empfahl, kam ihm nun die ätzende Idee, Desinfektionsmittel gegen das Coronavirus zu injizieren. Kurz zuvor hatte die US-Gesundheitsbehörde CDC vermeldet, dass die Zahl der Vergiftungen mit Desinfektionsmitteln im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent gestiegen sei. Die Fallzahlen dürften nun weiter in die Höhe schnellen.

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  • Krittelei
  • 21.4.20:
    Kritik der blinden Vernunft

    Was lernen wir in der sogenannten Corona-Krise nicht alles dazu. Begriffe wie Social oder auch Physical Distancing, Lock- und Shutdown, Homeoffice und -schooling fliegen uns neuerdings wie selbstverständlich um die Ohren.

    Und mit einem Mal wissen wir auch, welche Berufe systemkritisch sind – und haben dabei stillschweigend hingenommen, dass der Begriff der Systemkritik semantisch korrumpiert wurde.

    Interessant ist ja auch, welche Prioritäten gesetzt werden. Dass Friseur*innen ihre Salons anfangs weiterhin geöffnet haben durften, während die meisten anderen Läden schließen mussten, ließ mich noch schmunzeln.

    Doch die nun vereinbarte Lockerung der Einschränkungen, lässt mich ein wenig konsterniert zurück. Seit gestern dürfen in den meisten Bundesländern Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen (mit zahlreichen Ausnahmen, je nach Bundesland, zum Beispiel Auto- und Möbelhäuser, Baumärkte und Buchhandlungen).

    Doch wenn Konsumtempel wieder öffnen dürfen, was ist dann mit Kirchen, Spielplätzen und Museen? Der Mensch lebt schließlich nicht vom „Brot“ allein.

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  • F**k U
  • 18.4.20:
    Whousten: Wir haben ein Problem


    Mit seiner Entscheidung, der Weltgesundheitsorganisation mitten in einer globalen Pandemie den Geldhahn abzudrehen, hat US-Präsident Donald Trump es mal wieder allen gezeigt – und eindrucksvoll demonstriert: Er ist der mieseste Präsident aller Zeiten.

    Feiern wir dieses dämlich-dämonische Trumpeltier heute mit den zehn schönsten Klöpsen, die sich aus seinem erlauchten Maul angesichts der Corona-Pandemie ergossen haben:

    „Wissen Sie, im April stirbt es vermutlich mit dem heißeren Wetter. Und das ist ein wunderbares Datum, auf das wir uns freuen können.“ [“You know in April, supposedly, it dies with the hotter weather. And that's a beautiful date to look forward to.”] (10.2. im Interview auf Fox News)

    Bei uns geht es ganz erheblich nach unten, nicht nach oben.“ [“We’re going very substantially down, not up.”] (26.2. auf Pressekonferenz im Weißen Haus)

    „Es ist ein bisschen wie die normale Grippe, gegen die wir Grippeimpfungen haben. Und dafür werden wir im Grunde genommen ziemlich schnell eine Grippeimpfung bekommen.“ [“It’s a little like the regular flu that we have flu shots for. And we’ll essentially have a flu shot for this in a fairly quick manner.”] (26.2. auf Pressekonferenz im Weißen Haus)

    „Es wird verschwinden. Eines Tages, es ist wie ein Wunder, wird es verschwinden.“ [“It’s going to disappear. One day, it’s like a miracle, it will disappear.”] (26.2. auf Pressekonferenz im Weißen Haus)

    „Jeder dieser Ärzte sagte: ‚Woher wissen Sie so viel darüber?‘ Vielleicht bin ich ein Naturtalent. Vielleicht hätte ich das tun sollen, anstatt als Präsident zu kandidieren.“ [“Every one of these doctors said,‘How do you know so much about this?’ Maybe I have a natural ability. Maybe I should have done that instead of running for President.”] (6.3. nach einem Besuch im Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta)

    „Es ist ein hochansteckendes Virus. Unglaublich. Aber es ist etwas, über das wir ungeheure Kontrolle haben.“ [“This is a very contagious virus. It's incredible. But it's something that we have tremendous control over.”] (15.3. auf Pressekonferenz im Weißen Haus)

    „Ich habe immer gewusst, das ist eine echte – das ist eine Pandemie. Ich hatte das Gefühl, dass es eine Pandemie ist, lange bevor es als Pandemie bezeichnet wurde.“ [“I’ve always known this is a real – this is a pandemic. I felt it was a pandemic long before it was called a pandemic.”] (17.3. auf Pressekonferenz im Weißen Haus)

    „Die WHO hat es wirklich vermasselt.“ [“The W.H.O. really blew it.”] (7.4. auf Twitter)

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    Umfangreichere Übersichten über die Trumpschen Patzer finden sich zum Beispiel bei der New York Times oder der Washington Post. Die meisten der oben zitierten Passagen lassen sich aber auch direkt beim Weißen Haus nachlesen.
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    Unbestätigten Fake-News zufolge zeigt obige Aufnahme den Entwurf für das präsidiale Konterfei des einzig wahren DJ Trump, das zukünftig Mount Rushmore zieren soll.

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  • Fan of Funny
  • 9.4.20:
    Putzig´ Popoputzerposse


    Wenn derzeit nicht sämtliche Museen geschlossen hätten, wäre dies definitiv die Ausstellung zur Zeit:

    Von der Rolle. KloPapierGeschichten
    in der Papiermühle Alte Dombach

    Hier wird „Interessantes über die Geschichte des ‚stillen Örtchens‘, den Umgang mit Hygienepapieren und auch mancherlei Unausgesprochenes über das Klo“ geboten. So lernen wir beispielsweise, dass das Klopapier um 1880 nach Deutschland kam, und der annuale Pro-Po-Verbrauch hierzulande bei 15 Kilogramm liegt.

    Glücklicherweise läuft die Schau noch bis zum 7. Februar 2021. Die Chancen stehen gut, dass wir die Pandemie bis dahin überwunden haben. Alsdann können wir allesamt nach Bergisch Gladbach pilgern, um dem Lieblingsding der Deutschen zu huldigen: dem Klopapier – das es in der Krise sogar geschafft hat, dem Auto den Rang abzulaufen.

    Leider lässt sich die Ausstellung im LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach nicht online erkunden. Viele andere Ausstellungsorte hingegen öffnen ihre Pforten nunmehr auch in der digitalen Welt. Eine Auswahl großer Museen mit virtuellem Rundgang findet sich beispielsweise beim Kölner Stadtanzeiger.

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  • unfreie Sicht
  • 5.4.20:
    Bitte wenden: Mensch in Sicht


    „Es sollten nicht alle dahin fahren, wo alle hinfahren“, war die von NRW-Innenminister Herbert Reul (*1952) gesteckte Challenge fürs sonnige Wochenende.

    So habe ich mich also hingesetzt und überlegt, wo ich denn hinfahren könnte, ohne allen anderen oder bestenfalls überhaupt jemandem zu begegnen.

    Das ganze Wochenende habe ich gegrübelt. Zu einem Ergebnis gekommen bin ich nicht. Immerhin sprechen wir von Nordrhein-Westfalen. Hier leben über 500 Menschen pro Quadratkilometer. Hier sind immer und überall Leute.

    Schlussendlich habe ich das Wochenende zuhause verbracht. Bin ich also an der Challenge gescheitert? Ich denke nicht. Denn inzwischen glaube ich, der ministeriale Rat war so eine Art Koan, eins dieser vermeintlich unlösbaren Rätsel, die ZEN-Mönche ihren Schüler*innen aufgeben, um ihnen kleine Erleuchtungserlebnisse zu ermöglichen.

    Meine Erkenntnis: Ich brauche nirgendwo hinfahren, um alle zu sein.

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  • Sofi
  • 3.4.20:
    Wo Licht ist


    Maske, Rolle und Persona
    Kommen, gehen, wie Corona
    Was bleibt ist Pudels, Rudels Kern
    Verdikt aus Delphi, Mär aus CERN


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    Diesen Vierzeiler schrieb ich im Januar 2017. Damals war Corona noch positiv besetzt. Als Strahlenkranz der Sonne, der bei dem seltenen Ereignis einer totalen Sonnenfinsternis sichtbar wird.

    So fand Corona Einzug in meine „1.000 guten Wünsche“. Von Januar bis August 2017 verfasste ich 1.000 solcher Vierzeiler wie den oben zitierten. Ein assoziativer, affirmativer Ritt durch alles, was Freude spendet, Erfüllung schafft und Sinn stiftet.

    Muss ich das Wort nun streichen? Wird der Begriff Corona für immer verbrannt sein? Oder werden wir eines Tages mit der Gelassenheit der durch die Krise Gestärkten auf das Jahr 2020 blicken? Sicher ist, dass auch die Corona-Pandemie vorübergeht. Der Satz „Kommen, gehen wie Corona“ behält somit so oder so seine Gültigkeit.

    Um uns an bessere Zeiten zu erinnern, werde ich ab kommenden Montag im Wochenfoto mal wieder eine Phase der „1.000 guten Wünsche“ einläuten.

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  • Patschi
  • 1.4.20:
    Disney sei Dank


    Neben den Machern von Asterix (s.u.) sprechen manche auch dem Disney-Konzern prophetische Fähigkeiten zu. Weil Rapunzel in der Neuverfilmung von 2010 in einem Königreich namens Corona lebt. In einem Turm, abgeschottet von der Außenwelt, ganz wie in Quarantäne.

    Baba Wanga (1911-1996) wird die Tage auch gern mal wieder aus der Mottenkiste geholt. Die bulgarische Wahrsagerin soll nämlich in echt, so wird es mündlich überliefert, die Corona-Pandemie vorausgesagt haben.

    Und dann gibt es ja noch Stephen Kings (*1947) Buch „The Stand“ von 1978, in dem ein mutiertes Grippevirus fast die gesamte Menschheit hinwegrafft. Nur ein paar Tausend sind immun.

    Aber schuld an dem ganzen Debakel ist natürlich BILL GATES (*1955). Er war es doch, der in einem TED-Vortrag 2015 davor warnte, dass einem hochinfektiösen Virus zehn Millionen Menschen zum Opfer fallen könnten, wenn wir uns nicht angemessen darauf vorbereiten würden.

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    [Das Foto zeigt ein Paste-up von BUSTA 170er, gesehen in Köln-Ehrenfeld]

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  • Hatschi
  • 28.3.20:
    Corona, bitte für uns


    Ist es Segen oder Fluch, in Zeiten wie diesen den Namen Corona zu tragen?

    Der Umsatz des gleichnamigen mexikanischen Bieres soll angeblich eingebrochen sein. Im Städtchen Corona in Kalifornien wurde ein Run auf Waffen und Munition beobachtet (wie vielerorts in den USA).

    Der italienische Eurodance-Akt Corona erlebt derzeit ein kleines Comeback, was aber vor allem an den Black Eyed Peas liegt, deren aktueller Hit „Ritmo“ auf dem einzigen großen Corona-Hit „Rythm of the Night“ von 1994 aufbaut.

    Von Seiten der katholischen Kirche wird die heilige Corona ins Spiel gebracht. Bislang war sie vornehmlich als Patronin des Geldes, der Schatzsucher und der Fleischer bekannt. Doch auch als Schutzheilige gegen Seuchen wird sie gehandelt.

    In Aachen, wo ein Teil ihrer Gebeine liegen soll, wurde nun Coronas Sarg aus dem Depot der Domschatzkammer geholt. Wenn die Pandemie überstanden ist, soll er nach langer Zeit mal wieder öffentlich gezeigt werden.

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  • Ächz
  • 26.3.20:
    Blinde Flecken auf der Karte?


    Dank Johns-Hopkins-Universität (JHU) sind wir allzeit gut über die Verbreitung des Sars-CoV-2 informiert. Auch wenn es bei den Zahlen für Deutschland immer wieder Unterschiede zu den Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt, werfe ich morgens und abends einen Blick auf die interaktive Weltkarte der JHU. Schließlich will ich wissen, wie sich die Lage weltweit entwickelt.

    Leider musste ich feststellen, dass auf der Karte nicht alle „Länder, Regionen und Hoheitsgebiete“ berücksichtigt werden, wie die Website suggeriert. So war mir aufgefallen, dass die Angaben für den Gazastreifen und die Westbank fehlen. Tatsächlich aber wurden bereits vor einigen Tagen die ersten Infizierten aus dem Gazastreifen gemeldet. Im Westjordanland wird von rund 60 Infizierten gesprochen (wie u.a. beim Onlinemagazin Telepolis zu lesen ist). In Anbetracht dessen, dass die Lage in Gaza ohnehin katastrophal ist – die UNO stuft das Gebiet seit 2020 offiziell als „unbewohnbar“ ein, könnte eine Ausbreitung des Sars-CoV-2 fatale Folgen für die knapp zwei Millionen Menschen haben – auch wenn die Bevölkerung in Gaza sehr jung ist (hier findet sich eine Einschätzung der Deutschen Welle).

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    Just als ich diesen Beitrag online stellte und einen erneuten Blick auf die JHU-Karte warf, konnte ich feststellen, dass die fehlenden Angaben inzwischen ergänzt worden sind. Vielleicht liegt im Schrecken der globalen Krise ja doch die Chance einer Annäherung – auch im festgefahrenen Konflikt zwischen Israel und Palästina. Diese Hoffnung hegt zumindest der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist DAVID GROSSMANN (*1954) in einem Beitrag in der F.A.S, der Sonntagsausgabe der FAZ, vom 22.3.20.

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  • Seufz
  • 24.3.20:
    Aus aktuellem Anlass

    Obwohl oder vielmehr gerade weil es der Sars-CoV-2 geschafft hat, unser Leben komplett auf den Kopf zu stellen, werde ich diesem kleinen gemeinen Virus nicht gestatten, meine Aufmerksamkeit vollkommen zu absorbieren. Im Wochenfoto werde ich daher getrost auch auf andere Themen eingehen. Hier hingegen bekommt das Biest eine kleine Bühne.

    Beginne ich aus aktuellem Anlass mit einem Nachruf: Heute, am 24.3.2020, ist ALBERT UDERZO (1927-2020) im Alter von 92 Jahren gestorben – nicht an COVID-19, sondern an einem Herzinfarkt. Gemeinsam mit René Goscinny (1926-1977) ersann Uderzo 1959 den berühmtesten Gallier aller Zeiten: ASTERIX.

    Uderzo war für die Zeichnungen, Goscinny für den Text zuständig. Nach dessen Tod übernahm Uderzo nach zweijähriger Schaffenskrise auch die Autorentätigkeit – die Fans hatten einfach nicht locker gelassen. 2009 setzte er sich nach Abschluss des 34. Bandes, dem Jubiläumsband zum 50. Geburtstag der Comicreihe, mit 84 Jahren zur Ruhe und übergab das Heft in andere Hände.

    Dass in Band 37 „Asterix in Italien“, der im Obktober 2017 erschien, ein römischer Wagenlenker den Namen „CORONAVIRUS“ trägt (in der deutschen Übersetzung wurde daraus „Caligarius“), war also nicht Uderzos Idee. Doch dass Asterix zu einer Erfolgsgeschichte wurde, die in 100 Sprachen und Dialekten erschien, war – zumindest aus zeichnerischer Sicht – sein Verdienst. Dass ihn die renitenten Gallier überleben werden, ist ihm auch zu verdanken. Nicht ihm gehören die Figuren, sondern der Leserschaft, war seine Überzeugung. So hatte er selbst dafür Sorge getragen, dass die Serie von Didier Conrad (*1959) als Zeichner und Jean-Yves Ferri (*1959) als Texter fortgesetzt wird.

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